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2011-11-24 23:29:52 - ju
RKA: Als Walter Röhrl 1983 den Quattro zerlegte ...

Röhrls erster Einsatz im Quattro endete mit einem Überschlag bei der ADAC Rallye Köln-Ahrweiler
Heutzutage würde man von einem „Hype“ sprechen, was 1983 bei der Köln-Ahrweiler „abging“: Walter Röhrl war gekommen, der Weltmeister von 1980 und 1982. Die deutsche Lichtgestalt des Motorsports, der erste Fahrer von Weltklasse seit Wolfgang Graf Berghe von Trips. Und dann auch noch sein erster Start in einem Audi Quattro, jener blechgewordenen Revolution Deutscher Ingenieurskunst, die soeben die Welt eroberte.

„Unser Walter“ war frisch von Lancia, wo er mit einem 037 Rally Vize-Weltmeister geworden war, zu den Ingolstädtern gewechselt. Und um vor der Rallye Monte Carlo noch etwas mehr Fahrpraxis zu bekommen, kam „der Lange“ zur RKA. Und mit ihm mehr als zehntausend Fans entlang der 12 Wertungsprüfungen. „Ich will den Quattro unter Wettbewerbsbedingungen fahren“, sagte Röhrl vor dem Start.

Audi brachte hierfür einen im werksdesign lackierten Boliden nach Mayschoss. Röhrl und Beifahrer Christian Geistdörfer fuhren mit der Startnummer Null als Vorauswagen vor dem Feld der 220 Starter, wovon 90 aus dem Ausland kamen. 66 Nennungen mußte der Veranstalter sogar zurückweisen! Als „Benchmark“ galten für den Regensburger Per Eklund im Werks-Toyota Celica Turbo sowie F1-Pilot Marc Surer mit einem Renault 5 Turbo sowie haufenweise Briten und Skandinavier in Escort BDA.

Gleich auf der ersten WP war Röhrl 13 Sekunden schneller als Palmqvist im Escort, in WP zwei sogar unglaubliche 66 Sekunden als Smith (Escort). Und so ging es munter weiter: Zur Halbzeit nach SP 6 lag Walter 4.24 Minuten vor Per Eklund in der Werks-Celica. Doch der Audi-Pilot sagte: „Im Moment fährt das Auto noch mehr mit mir. Ich komme mir vor, als würde ich viel zu langsam sein.“

Röhrl war im Schnitt zwei Sekunden schneller pro Kilometer als Eklund. Und der Schwede hatte durch seine vielen Einsätze in Grossbritannien wesentlich mehr Erfahrung mit untrainierbaren Rallies! Nicht zu vergessen: Ebenfalls mit einer Toyota Celica Turbo war Björn Waldegaard zuvor beim WM-Lauf an der Elfenbeinküste siegreich gewesen. Nach WP acht lag Röhrl exakt sieben Minuten vor Eklund!

Etwa 500 Meter nach dem Start der WP 9 „Hümmel“, einer kleinen Gemeinde in der Nähe des Autobahnendes bei Tondorf, war Röhrl von der Strecke abgekommen. „Ich fuhr erstmals eine härtere Reifenmischung, das war wohl mein erster Fehler“, sagte Röhrl. „Ich wollte die Rechtskurve anbremsen, doch es zeigte sich null Wirkung. Auf dem eisglatten Parkett flogen wir geradeaus in den Wald.“ Und der Audi-Fahrer ergänzte: „Bei einem Auto mit einer Handbremse, die auf die Hinterräder wirkt, wäre der Unfall nie passiert. Bei einem Allrad-Auto hat man aber diese Notbremse nicht.“

Hinsichtlich der „Monte“ war Röhrl nicht so optimistisch. „Obwohl ich wenig Zeit habe, werde ich mehr als sonst trainieren müssen, um mich an die Eigenarten des Autos zu gewöhnen.“ So nebenbei: Vor seinen deutlich allraderfahreneren Audi-Teamkollegen Stig Blomqvist und Hannu Mikkola gewann Walter Röhrl die Rallye Monte Carlo 1984 in einem Quattro A2.

Weitere Informationen: www.r-k-a.de
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