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2010-09-26 18:38:54 - ks
VLN: ...und am Ende gewinnt ein Manthey-Porsche

Das Duell Audi gegen Mercedes fand nur im Training statt
Der achte Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring war von Spannung geprägt. Zahlreiche begeisterte Fans rund um die legendäre Nordschleife erlebten packenden Motorsport - und am Ende gewann weider ein Manthey-Porsche. Lucas Luhr (Schweiz) und Richard Westbrook (Großbritannien) feierten unter der Regie von Teamchef Olaf Manthey den dritten Saisonsieg des Haribo-Porsche in Folge. Romain Dumas (Schweiz) und Arno Klasen (Karlshausen) büßten durch einen Reifenschaden ihre Führung kurz vor Rennende ein und belegten Platz zwei. Einen sensationeller Einstand gelang Christian Hohenadel (Illingen) und Lance David Arnold (Duisburg) in der neuen GT3-Corvette, die beim Debüt in der Langstreckenmeisterschaft auf Platz drei ins Ziel kamen.

Die erfolgreiche Weltpremiere des neuen SLS AMG GT3 wurde durch einen Startunfall getrübt. Trotzdem sammelte das Team AMG Mercedes HWA GmbH wertvolle Erfahrungen und empfahl sich mit respektablen Rundenzeiten. Der fünffache DTM-Champion Bernd Schneider (Bottighofen) zeigte sich nach seinem Nordschleifen-Comeback begeistert: „Wahnsinn, was hier los ist“, freute sich der Saarländer. „Wir hatten nicht mit so einem großen Zuspruch seitens der Fans gerechnet. Die Nordschleife ist immer etwas Besonderes und eine der größten Herausforderungen im Motorsport.“ Eine 30-minütige Zusammenfassung des Rennens zeigt der Sender Sport 1 am 2. Oktober um 9:45 Uhr.

Nach knapp mehr als drei Stunden Renndistanz wurde der 42. ADAC Barbarossapreis von der Rennleitung vorzeitig mit der Roten Flagge abgebrochen. In den Streckenabschnitten Hatzenbach, Aremberg und Fuchsröhre hatte sich eine Reihe von Unfällen ereignet. Alle beteiligten Fahrer blieben dabei unverletzt. „Aufgrund von Leitplankenschäden und den laufenden Bergungsarbeiten konnten wir die Sicherheit nicht mehr gewährleisten, so dass wir das Rennen vorzeitig abgebrochen haben“, sagt Rennleiter Peter Bröcher (Olpe). Da zum Zeitpunkt des Abbruchs mehr als 75 Prozent der Renndistanz absolviert waren, geht das Rennen mit voller Punktzahl in die Meisterschaftswertung ein.

Eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fiel bereits wenige Sekunden nach dem Start. In Kurve zwei kam es zu einer Berührung zwischen Polesitter Hohenadel und dem von Platz drei nach vorne stürmenden Schneider. Beide Fahrzeuge drehten sich und Audi-Fahrer Frank Stippler (Bad Münstereifel) torpedierte unfreiwillig den SLS AMG GT3. „Ich habe hinten einen Schlag bekommen und hatte keine Chance mehr auszuweichen“, ärgerte sich Stippler, der sich den Audi R8 des Phoenix-Teams mit Marc Basseng (Neusalza-Spremberg) teilte. Die Kollision bedeutete das vorzeitige Aus für den Supersportler aus Ingolstadt - Schneider konnte seine Fahrt nach einer rund 25-minütigen Reparatur hingegen fortsetzen.

Es entbrannte ein spannender Dreikampf an der Spitze. Klasen festigte seine Führungsposition im direkten Duell gegen Westbrook mit schnellen Rundenzeiten. Die Corvette verlor vor allem bei den Boxenstopps an Boden. „Unsere Tankentlüftung wurde bei dem Zwischenfall in der ersten Runde beschädigt“, so Hohenadel. „Dadurch haben wir bei jedem Stopp mindestens 20 Sekunden eingebüßt, weil der Treibstoff nicht mehr mit der gewünschten Geschwindigkeit floss.“ Dumas steuerte in Runde 19 mit einem Reifenschaden unplanmäßig die Box an - der kostete am Ende den Sieg. „Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir das Rennen im Griff“, so Klasen. Voller Freude war Luhr über sein erfolgreiches Comeback in der Langstreckenmeisterschaft: „Ein glücklicher Rennausgang. Ohne den Abbruch wäre es sicher noch einmal knapp geworden, weil wir im Vergleich zu unserem Schwesterfahrzeug mit einer ganz anderen Strategie unterwegs waren.“

Der zweifache Saisonsieger Lance David Arnold zeigte sich mit der Podiumsplatzierung beim Debüt der GT3-Corvette zufrieden: „Das ist eine vollkommen neue Herausforderung. Was der Corvette im Moment definitiv noch fehlt, ist das Überholprestige. Die anderen Teilnehmer haben sich an die beiden Manthey-Porsche bereits gewöhnt. Dass nun plötzlich eine starke Corvette im Rückspiegel auftaucht, ist nun mal neu. Das gilt es, in der Zukunft zu ändern.“

Hinter dem Spitzentrio fuhren drei weitere Porsche auf die Plätze vier bis sechs. Armin Hahne (Wimbach), Jochen Krumbach (Eschweiler) und Marc Gindorf (Monaco) verpassten als Vierte das Podium nur knapp vor Niclas Kentenich (Neuss), Sabine Schmitz und Klaus Abbelen (beide Barweiler) sowie Georg Weiss (Monschau), Michael Jacobs (Roetgen-Rott) und Oliver Kainz (Kottenheim). Auf Platz sieben pilotierten Rudi Adams (Ahütte), Stefan Aust (Castrop-Rauxel) und Christopher Haase (Kulmbach) den BMW Z4 GT3 von Dörr-Motorsport.

Einen tollen Einstand auf der Nordschleife feierten die beiden Spitzenreiter im Porsche Carrera Cup Deutschland, Nicolas Armindo (Frankreich) und Nick Tandy (Großbritannien). Zusammen mit Martin Ragginger (Österreich) fuhren die beiden Debütanten zum Sieg in der Klasse SP7 (VLN-Specials bis 4.000 ccm Hubraum).

Hochspannung im Kampf um die Meisterschaft

Um in der Meisterschaft auch weiterhin ein Wörtchen mitreden zu können, wechselten die Tabellenführer Alexander Böhm (Kelberg), Philipp Leisen (Irrel) und Carsten Knechtges (Mayen) zum achten Lauf kurzerhand in die am stärksten besetzte Klasse SP3 (VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum). In der angestammten Klasse V5 (VLN-Serienwagen bis 2.500 ccm Hubraum) sind aufgrund der geringen Starterzahl weniger Punkte zu holen. Der Schritt erwies sich als goldrichtig. Wolf Silvester (Nürnberg) und Mario Merten (Nürburg), die ebenfalls noch Titelhoffnungen hegen, sobald die Streichresultate beim nächsten Rennen zum Tragen kommen, errangen im Bonk-BMW Z4 zwar den Sieg in der SP3 und holten 9,83 Punkte. Das Black-Falcon-Trio belegte Platz zwei und erhielt dafür ordentliche 9,50 Punkte.

Die zweitplatzierten in der Meisterschaft, Elmar Deegener (Stelzenberg), Jürgen Wohlfarth (Murrhardt) und Christoph Breuer (Nettersheim), fuhren im Audi TTS in der Klasse SP3T (VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum mit Turbo) nur auf Platz zwei und verbuchten mit lediglich 9,21 Punkten quasi das dritte Streichresultat. Glück hatte das Audi-Trio nach einem Leitplankentreffer in der Hatzenbach im Training, das man am Rennen überhaupt teilnehmen konnte. Der Klassensieg in der SP3T ging an Volker Strycek (Dehrn), Hannu Luostarinen und Julius Nieminen (beide Finnland) im Opel Astra OPC. In der Tabelle hat das Black-Falcon-Trio weiterhin die Nase vorne.
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