Sieger der Herzen: Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche im Opel Astra
Opel Astra-Duo war 85 Sekunden schneller als Schalk/Alzen
Wie dicht Freud´ und Leid beieinander liegen können, mußten Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche beim sechsten RCN-Saisonrennen auf dem Nürburgring erleben. Die Zwillinge fuhren mit den Opel Astra Turbo alles in Grund und Boden, verbesserten den Klassenrekord um 28 (!) Sekunden und standen am Ende mit leeren Händen da: Heinz-Otto drehte eine Runde zu viel und das Duo wurde nicht gewertet.
„Ich könnte mich sowas von in den Allerwertesten beißen, das glaubt keiner“, sagte der 54jährige nach dem Rennen. „So richtig kann ich mir das auch nicht erklären.“ Fakt ist: Die RCN ist eine Rallye auf der Rundstrecke mit vorgeschriebenen Bestzeit- und Sollrunden. Nach 15 Runden Nordschleife (=312,48 km/h) muß das Rennen in der Boxengasse beendet werden. Heinz-Otto drehte 16 Umläufe. „Wir haben 15 Abreißzettel am Käfig kleben, ich muß einen nicht erwischt haben“, versuchte der Hückeswagener zu erklären. „Wenn Du mit 280 auf dem Tacho die Döttinger Höhe hochfliegst, dann gibt das mächtige Schläge im Auto.“
Nachdem Teamkollege Stefan Kissling die Chevrolet Corvette mit Motorproblemen in der zehnten Runden abgestellt hatte, war der Weg frei für die Fritzsche-Zwillinge im vermeintlich kleinen Opel Astra. Gerald Schalk und Jürgen Alzen waren an diesem Tag im Porsche Turbo einfach zu langsam. Nach 15 Runden hätte das Opel-Duo trotz 70 Strafpunkten in einer Sollrunde 15 Sekunden Vorsprung auf das „Überauto“ aus Zuffenhausen. So aber kamen Schalk/Alzen zum glücklichen dritten Saisonsieg.
Neuer Tabellenführer ist Hans-Rolf Salzer. Obwohl auch der BMW M3-Pilot in der Gruppe H über 2000 ccm nur Zweiter wurde, löste der Ex-Meister Kabel/Schaufuss ab, die im Italo-M3 mit defekter Schaltung das Ziel nicht sahen. Überhaupt: Von den bisherigen Top Ten konnte nicht ein Pilot einen Klassensieg feiern!
Bastian Hüttinger verbesserte mit 8.17 Minuten erneut den Klassenrekord bei den Specials bis 2500 ccm mit Turbolader. Opel Astra-Pilot Jürgen Schulten drehte mit 8.00 Minuten eine neue persönliche Bestzeit und schrammte haarscharf an der 7.59 vorbei.