VLN: Weiland-Racing mit Pech bei der Hitzeschlacht
Elektronik-Probleme bremsten Weiland-Racing
Es gibt Tage, an denen kann man noch so gut arbeiten und trotzdem will sich der Erfolg einfach nicht einstellen. Egal ob man das schnellste Auto im Feld hat, eine perfekt abgestimmte Boxencrew oder die optimale Fahrerpaarung. Manchmal liegt der Teufel im Detail. So, wie bei Weiland-Racing.de, die beim fünften Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring den vierten Klassensieg einfahren wollten. Dass am Ende der vermeintlich langsamere Porsche des Teams sogar vor dem favorisierten Duo Riemer/Forbes lag, war einem kleinen technischen Bauteil geschuldet.
Der fünfte Lauf der Langstreckenmeisterschaft 2010 sollte als eines der heißesten Rennen der Renner der Serie überhaupt in die Geschichte eingehen. Nicht etwa wegen der engen und spannenden Duelle auf der Piste, sondern wegen der ungewöhnlich hohen Temperaturen in der Eifel. Im Schatten der Boxenanlage zeigte das Thermometer Höchststände jenseits der 30 Grad Celcius an. Da vor allem zu Beginn des Rennens die Sonne unbarmherzig auf alle Beteiligten niederbrannte, wurde die Temperatur innerhalb der Autos schnell saunaähnlich.
Entsprechend früh wechselten vor allem die Porsche-Teams die Piloten, um trotzdem schnell unterwegs sein zu können. So steuerte auch Rodney Forbes nach einem fulminanten Start bereits nach der sechsten Runde mit dem Flying-Horse-Porsche die Box an. Der Australier war aufgrund der Hitze in seinem Cockpit der Erschöpfung nahe und wurde sofort vom Team vorsichtig mit kaltem Wasser geduscht. Unterdessen enterte Kai Riemer den Porsche 997 GT3 Cup und nahm den Kampf gegen Gegner und Hitze auf. Die Boxencrew arbeitete so gut und so schnell Hand in Hand, dass der Fling-Horse-Porsche von diesem Zeitpunkt an die Führung in der Klasse übernahm.
Weitere sechs Runden später kam Riemer ebenfalls zurück an die Box, allerdings außerplanmäßig. „Ich hatte zunächst nur eine Fehlermeldung und in kürzester Zeit leuchtete am Armaturenbrett der komplette Tannenbaum“, neben den Anzeigen für Benzin, Öldruck und diversen anderen Problemmeldungen, ließ sich der Porsche auch nicht mehr schalten. Des Rätsels Lösung: ein Gang-Poti im Getriebe hatte den Geist aufgegeben und dadurch die komplette Elektronik des Flying-Horse-Porsche lahm gelegt. Nach 25 Minuten Reparaturzeit nahm der erholte Rodney Forbes das Rennen wieder auf. Gemeinsam schaffte das Fahrerduo noch Rang neun innerhalb der Klasse. „So etwas kann leider immer mal passieren. Ich bin aber stolz auf meine Mechaniker, dass sie den Fehler schnell gefunden und auch schnell repariert haben“, lobte Teamchef Matthias Weiland, „trotzdem ist es für die Meisterschaft nun schon unser zweites Streichergebnis.“
Weiland selbst war im Highsociety-Porsche unterwegs. Auch er stellte sich der Hitzeschlacht am Start, ließ sich aber von den hohen Temperaturen im Cockpit nur wenig beeindrucken. Volle acht Runden hielt der Teamchef am Steuer des Cup-Fahrzeugs durch und eroberte damit zwischenzeitlich sogar die Führung innerhalb der Klasse. Doch auch dann musste er zum Fahrerwechsel reinkommen. Völlig durchgeschwitzt und von den Strapazen gezeichnet übergab er an Dr. Michael Klein. Der bewegte den Porsche ebenfalls sicher und schnell über die Nordschleife, bevor er acht Runden später wieder den Teamchef ins Auto ließ.
Zehn Minuten vor dem geplanten Ende wurde das Rennen dann mit der roten Flagge abgebrochen. Der Himmel über dem Nürburgring war zugezogen und an manchen Streckenabschnitten begann unwetterartiger Regen. Die Rennleitung entschied sich nach einem schweren Unfall den Lauf aus Sicherheitsgründen zu beenden. Entsprechend wurde die vorletzte Runde für die Wertung herangezogen. Zu diesem Zeitpunkt rangierte der Highsociety-Porsche auf Platz sechs in der Klasse und Rang 19 im Gesamtklassement. Normalerweise wäre er noch weiter vorne gelandet, wenn ihn nicht ein Reifenschaden etwas zurückgeworfen hätte. „Ich habe das Auto Kilometer weit bis in die Box getragen. Zum Glück ist nichts außer dem Reifen kaputt gegangen“, kommentierte Matthias Weiland.
Bereits in knapp zwei Wochen, am 17. Juli, wird Weiland-Racing.de wieder den Klassensieg in Angriff nehmen. Die Beteiligten hoffen, dass es dann ein wenig kühler und somit vor allem für die Piloten erträglicher wird