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2010-06-27 16:56:11 - ks
Elefanten-Rennen: Bentley besiegt Mercedes auch nach 80 Jahren

Noch führt Mercedes, am Ende siegte Bentley
80 Jahre sollte es dauern, bis ein legendäres Rennen aus den Anfängen des Rennsports wieder als Revival auf einer großen europäischen Rennstrecke stattfinden konnte. Bei den weltbekannten 24 Stunden von Le Mans im Jahre 1930 lieferten sich zwei Weltmarken ein erbittertes Gefecht um den Sieg: Bentley und Mercedes waren an den Start gegangen, um den Langstreckenwettbewerb für sich zu entscheiden. Die Gentlemen-Driver auf der Seite der Bentleys waren die sogenannten Bentley-Boys. Die Marke mit dem Stern ging mit dem erfolgreichen Rudolf Caracciola in einem Mercedes Benz SS – einem sogenannten weißen Elefanten – an den Start.

Beim ADAC-Eifelrennen am Nürburgring feierte das Elefanten-Rennen nach 80 Jahren am 19. Juni 2010 ein vielbeachtetes und mehr als grandioses Revival. Mit Unterstützung der Berenberg Bank wurde wieder ein Elefanten-Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs der Eifelrennstrecke initiiert.

Angeführt wurde die fünf Mercedes-Benz-Kompressorwagen von Le-Mans-Legende Jochen Mass im Museums-SSK. Fast übermächtig die Anzahl der zehn Bentleys, die überwiegend auf eigener Achse angereist waren, so wie es bei Gentlemen-Drivern und den Bentley-Boys von heute Ehrensache ist. Aber auch Lagondas, Bugattis und die schnellen Aston Martin Le-Mans-Modelle waren vertreten. Das Starterfeld war voll von seltensten und legendären Rennwagen der Vorkriegszeit für die heute Preise von mehreren Millionen Euro gezahlt werden – wenn sie überhaupt auf den Markt kommen.

Gestartet wurde das Elefanten-Rennen stilvoll mit einem Le Mans-Start. Schnell sprinteten die Fahrer zu den Vorkriegsrennwagen. Ungläubige Blicke auf den Zuschauerrängen, Gänsehautgefühl und knallharter historischer Motorsport folgten während der 45 Minuten auf dem Grand-Prix-Kurs. Auch wenn das Elefanten-Rennen offiziell kein Rennen ist, sondern die Anmutung der Veranstaltung vor 80 Jahren als Revival wiedergibt, waren die Fahrer durchaus sehr sportlich unterwegs.

Bentleys und Mercedes-Benz wechselten sich an der Spitze ab. Jochen Mass trieb den weißen SSK aus der Werkssammlung aus Untertürkheim mit kreischend-aufheulendem Kompressor an den Bentleys vorbei. Diese konterten in Schikanen und Kurven. Häufige „Führungswechsel“ ließen die Spannung auf den Zuschauerrängen nie weniger werden. Bis zu 200 km/h fuhren die Rivalen von damals im Revival von heute auf der Start/Ziel-Geraden des Eifelkurses. Bei Fahrzeuggewichten von bis zu zwei Tonnen eine fahrerische Meisterleistung.

Bentley Speed-Six-Modelle verfügten als Sportversion über 6.597 ccm Hubraum und leisten 160 bis 180 PS, der Blower-Bentley mit Roots-Kompressor bis zu 250 PS. Die S-Wagen aus dem Hause Mercedes-Benz verfügen bei zugeschaltetem Kompressor sogar über fast 300 PS. Jochen Mass zum SSK: „Natürlich waren die Autobauer in dieser Zeit in puncto Material zum Teil gehandicapt. Aber für den damaligen Stand der Technik ist das Auto hervorragend und fährt sich noch heute angenehm, aber naturgemäß anders als moderne Autos.“

Nach 45 Minuten Rennzeit ging Michael Rudnig mit seinem wuchtigen Bentley mit dem ehrfurchteinflößenden Namen „Mother Gun“ über die Ziellinie und verwies den Mercedes-Benz-Fahrer Thomas Kern und die Bentley-Legende Stanley Mann (Großbritannien) in der für ein Revival ganz eigenen Wertung auf die Plätze zwei und drei.

Im historischen Fahrerlager aus dem Eröffnungsjahr des Nürburgring direkt an den alten Boxenanlagen und dem hölzernen Sprecherturm versammelten sich alle Teams zur Siegerehrung und zum Tagesausklang inmitten der Rennwagen. Gastgeber für die Teams und Ausrichter der zeitgenössischen Siegerehrung mit Lorbeerkränzen und Siegerschale war die Berenberg Bank. Erstmal engagierte sich das Bankhaus im historischen Motorsport. Die 1590 gegründete Berenberg Bank als Deutschlands älteste Privatbank ist Partner der Idee zum alten Rennen und der sportlichen Rivalität der Marken. „Der Rennsport mit historischen Fahrzeugen ist faszinierend und passt hervorragend zu einer traditionsreichen Privatbank – denn auch bei uns stehen die Pflege und der Erhalt von Werten hoch im Kurs“, so Berenberg-Kommunikationschef Karsten Wehmeier.

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