Eifelrennen: Weiße Elefanten und andere Sportwagen-Legenden am Ring
Die Mercedes-Vorkriegsmodelle gehören zu den Höhepunkten des Eifelrennens
Das traditionsreichste Rennen Deutschlands lädt vom 18. bis 20. Juni zu einer automobilen Zeitreise auf den Nürburgring ein. Beim ADAC Eifelrennen präsentieren sich Oldtimer aus allen Epochen der Eifelstrecke. Von Rennsport- und Straßen modellen der Vorkriegsjahre bis hin zu Formel-1-Boliden aus den 80ern reicht die Palette der Veranstaltung, die selbst schon ein echter Klassiker ist. Denn mit dem Eifelrennen wurde 1927 der Nürburgring eröffnet, 83 Jahre später sind die automobilen Protagonisten aus jener Epoche wieder am Start: Die mächtigen Mercedes-Kompressormodelle – von der Rennsport gemeinde liebevoll „Weiße Elefanten“ getauft – gehören zu den Highlights des diesjährigen Themenschwerpunkts „Sportwagen“.
Passend dazu wird Mercedes-Benz das werkseigene Museumöffnen und kostbare Schaustücke an und auf der Rennstrecke präsentieren. Im riesigen„Legenden-Zelt“ dreht sich, pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum von Alfa Romeo, alles um die Tradition italienischer Sportwagen. Viele weitere Wettbewerbe und Demofahrten auf Nordschleife und Grand-Prix-Kurs ergänzen das Programm.
Eines der unbestrittenen Highlights beim Eifelrennen werden die Schaustücke mit Stern auf der Motorhaube sein: In den frühen Jahren des Rennens gehörten die Kompressormodelle von Mercedes stets zum Favoritenkreis. 1927 konnte sich Rudolf Carraciola mit dem Gesamtsieg in der Sportwagenklasse beim Eifelrennen nicht nur in die Historie der Veranstaltung eintragen, sondern auch einen Meilenstein in seiner Biographie setzen. Wie in späteren Jahren auch fuhr er bei diesem Triumph einen der legendären, weiß lackierten Mercedes-Benz-Sportwagen mit Kompressormotor.
Die „Weißen Elefanten“ werden beim ADAC Eifelrennen im historischen Fahrerlager des Nürburgrings einen Ehrenplatz einnehmen und sind auch auf der Strecke zu sehen. Gemeinsam mit zeitgenössischen Bentley-Modellen gehen sie am späten Samstagnachmittag sogar zu einem eigenen Demolauf auf den Grand-Prix-Kurs. Sie lassen dabei die legendären Modelle der Untertürkheimer Werksfahrzeuge mit den „Bentley Boys“ in den 20er Jahren wieder aufleben. Auch mit aktuelleren Modellen ist Mercedes-Benz bestens vertreten. In einem eigenen Paddock im Grand-Prix
Fahrerlager präsentiert sich eine Schau Stuttgarter Supersportwagen. Zu den sechs Prunkstücken aus der werkseigenen Sammlung gehört unter anderem ein Mercedes-Benz 300 SLR von 1955, der als „Uhlenhaut Coupé“ Geschichte schrieb. 302 PS hatte dieses zu seiner Zeit schnellste straßenzugelassene Fahrzeug. Rudolf Uhlenhaut, damaliger Chef der Mercedes-Versuchsabteilung, nutzte die beiden einzigen jemals gebauten Exemplare des 290 km/h schnellen Renners als Dienstfahrzeuge. Ebenso spektakulär: Der Mercedes-Benz CLK GTR Roadster aus dem Jahr 1997. Das Fahrzeug, von dem gerade einmal fünf Exemplare gebaut wurden, war die Straßenversion des Rennwagens, mit dem die Stuttgarter an der FIA-GT-WM teilnahmen und mit Bernd Schneider auf Anhieb den Meistertitel holten.
Legendäre italienische Sportwagen und Tourenwagen-Legenden aus der DTM
Caracciola, der Sieger des Nürburgring-Eröffnungsrennens, sattelte zu Beginn der 30er Jahre zeitweise um: Alfa Romeo hieß sein Arbeitgeber etwa 1932, als er erneut beim Eifelrennen siegen konnte. Der Alfa Romeo 8C, mit dem Caracciola, Nuvolari und Dreyfus zwischen 1931 und 1934 auch vier Mal in Folge die 24 Stunden von Le Mans gewannen, ist eines der Prunkstücke im großen Legenden-Zelt mitten im Fahrerlager. Im 120 Meter langen Ausstellungszelt wird diesmal das 100-jährige Jubiläum von Alfa Romeo präsentiert. Aus diesem Anlass tragen die Organisatoren eine beeindruckende Schau legendärer italienischer Sportwagen zusammen. Die Vorkriegsmodelle, wie der Alfa Romeo 6C und 8C fehlen da ebensowenig wie die Nachkriegsära: Traumautos der 50er und 60er Jahre wie Alfa Romeo GTA oder Ferrari 250 Le Mans werden die Besucher begeistern.
Doch nicht nur hier findet sich im Fahrerlager manch legendäres Fahrzeug, das eng mit der Historie des Eifelrennens verbunden ist. Einmal mehr sind nämlich auch die DTM- und DRM-Fahrzeuge vergangener Tage mit im Programm, die damit eine wichtige Epoche der Historie abdecken. Vom Audi 200 über BMW M3 und Mercedes-Benz 190 Evo II bis zum Opel Calibra V6 reicht das Feld, das an allen Tagen auch auf der Strecke zu bewundern ist. Wie die Fahrzeuge aus dem Legenden-Zelt werden auch die DTM-Tourenwagen am Freitag und Samstag zu Showrunden auf der Grand-Prix-Strecke antreten. Am Sonntag geht es dann auf die legendäre Nordschleife: In drei Startgruppen werden italienische Sportwagen, DTM / DRM und die Piloten aus dem Classic Drivers Club (Vorkriegsfahrzeuge) vierzig Minuten lang das Flair längst vergangener Tage in der „Grünen Hölle“ verbreiten.
Fahrzeuge aus Formel 1, Sportwagen-WM, IMSA und vielen weiteren Klassen Der thematische Schwerpunkt auf den Sportwagenklassen setzt sich auch im sportlichen Teil des Eifelrennens fort. Zwei Rennserien präsentieren spektakuläre Prototypen aus Gruppe C, IMSA, CanAm & Co., die aus unterschiedlichen Epochen stammen: Der Super Sports Cup hat sich den Prototypen der 70er Jahre verschrieben und erfreut die Zuschauer mit einem Feld voller „Big Banger“, die mit ihren bis zu 8,8 Liter Hubraum ein echtes Sportwagen-Spektakel versprechen. In der „Group C“ sind die WM-Sportwagen der 80er zu sehen. Legendäre Renner wie die Sauber-Mercedes, Jaguar und – natürlich – Porsche stehen hier am Start und erinnern an die Zeit, als Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen ihre ersten Schritte im Lager der Profi-Rennfahrer machten. Schließlich sind auch Rennwagen aus Formel 1, Indycar und Champcar zu sehen, die sich im Feld der Serie BOSS GP (für „Big Open Single Seater“) zusammengefunden haben.
Zweieinhalbstündiges Eifelrennen über 300 km
Das Programm des ADAC Eifelrennens ist auch in diesem Jahr prall gefüllt und bietet drei Tage lang Eindrücke und Ausblicke en masse. Genutzt werden sowohl der Grand-Prix-Kurs als auch die legendäre Nordschleife sowie die Kombination beider Varianten, so dass Besucher häufig die Qual der Wahl haben, welche Klassiker sie sich anschauen wollen. Höhepunkt in sportlicher Hinsicht dürfte dabei das namensgebende Eifelrennen sein, das als zweieinhalbstündiger Langstreckenlauf für Tourenwagen und GTs am Sonntagmittag auf der Gesamtstrecke ausgetragen wird. Das Gros der Starter wird aus den historischen Rennserien der FHR (Fahrer gemeinschaft Historischer Rennsport) stammen, die das Event gleich für vier ihrer Rennserien in den Kalender aufgenommen hat. Zu diesem Lauf gesellen sich auf der Nordschleife Gleichmäßigkeitsprüfungen für Fahrzeuge unterschiedlicher Epochen und für die Teilnehmer am großen Markenclub-Treffen.
Boulevard und Markenclub-Festival
Auch der Weg ins Fahrerlager wird sich beim Eifelrennen lohnen: Ein breiter Boulevard zieht sich vom historischen Fahrerlager, in dem die Vorkriegsfahrzeuge untergebracht sein werden, bis in die Mercedes-Arena. Neben den Starterfeldern der Rennläufe, die im GP-Fahrerlager zu sehen sind, locken Verkaufs- und Catering-Stände sowie die vielen Oldtimer-Clubs: Sie treffen sich in der Mercedes-Arena zum Festival, bei dem voraussichtlich über 50 Markenclubs, Interessengemeinschaften und Fahrervereinigungen dabei sein werden.