Es hätte alles so schön sein können: Der BMW E36 M3 war optimal vorbereitet. Die vier Fahrer Uwe Krumscheid, Stefan Manheller, Jürgen Lennartz und Hajo Müller strotzten nur so vor Motivation und auch die Boxencrew von Greenhell-Racing hatte sich auf ein anstrengendes aber schönes 24-Stunden-Rennen eingestellt. Doch diesmal schien der Motorsport-Gott etwas gegen die Ankunft des grün-weißen BMW zu haben.
Vom Start weg machte die Mannschaft Druck auf die Führenden in der Klasse V5. Von Startplatz vier ins Rennen gegangen, war der BMW schon nach der ersten Runde zweiter. Das Team befand sich somit stets in Schlagdistanz, bis ein erster Defekt das Auto auf Platz zehn zurückwarf. Am Tank des BMW hatte sich ein Schlauch gelöst und Benzin floss ungehindert heraus. Glücklicherweise bemerkte das Team den Schaden schnell, sodass zum einen kein anderer Rennteilnehmer in Mitleidenschaft gezogen wurde und der Greenhell-BMW nicht mit leerem Tank auf der Piste liegen blieb.
Nach der Reparatur ging es wieder auf die Nordschleife zur Aufholjagd. Doch wenig später wurde sie wieder unterbrochen. Nach einem Rempler waren Teile an der Hinterachse krumm. Wieder blieb der BMW für die Reparatur knapp zehn Minuten – also eine Runde - an der Box stehen. „Das war echt schade, zumal wir zu diesem Zeitpunkt wieder an unserem Vordermann dran waren“, meinte Hajo Müller.
Doch es folgte eine Nacht, die alle vier Piloten nicht so schnell vergessen werden. Denn Runde um Runde pirschte sich der BMW wieder vom elften Platz an die vorderen Fahrzeuge der Klasse heran. Zwar war klar, dass der Erstplatzierte wohl nicht mehr einzuholen war, doch dahinter schien sich ein interessanter Kampf um die Plätze zu entwickeln. Die komplette Nacht hindurch näherte sich das Greenhell-Racing-Team seinen Gegnern an.
Bis um 7.45 Uhr morgens auf Platz sechs das endgültige Aus folgte. Der BMW ließ sich nicht mehr Schalten und Greenhell-Racing schied mit Getriebeschaden aus. „Das ist einfach schade, denn die Mannschaft und unsere Fahrer haben einen tollen Job abgeliefert“, sagte Teamchef Stefan Manheller, „so ein Ende nach dieser Nacht hatten wir einfach nicht verdient.“ Bei diesem 24-Stunden-Rennen fehlte dem Greenhell-Racing-Team das nötige Quäntchen Glück.
Doch bereits in vier Wochen wird der Rennstall den Ausfall verdaut haben und beim vierten Lauf der Langstreckenmeisterschaft antreten. „Dann zeigen wir, was beim 24-Stunden-Rennen möglich gewesen wäre“, verspricht Manheller.