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DRM: Kahle gewinnt Wikinger-Krimi

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Peter Göbel und Matthias Kahle siegten im Skoda Fabia |
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| Standesgemäßer Auftakt für die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft): Bei der ADAC Wikinger-Rallye rund um Süderbrarup (Schleswig-Holstein) sahen die Zuschauer einen packenden Kampf um die Spitze. Für das in dieser Saison in die Meisterschaft zurückgekehrte Skoda-Werksteam holte Matthias Kahle (Köln) mit Co-Pilot Peter Göbel (Korb) auf einem Skoda Fabia S2000 nach zwölf Prüfungen über 143,8 km den Sieg. Der DRM-Rekordchampion setzte sich nach einem Sekundenkampf gegen ein Brüderduo durch: Der Stuttgarter Sandro Wallenwein lief mit Co-Pilot Marcus Poschner im Subaru Impreza N15 mit nur 6,3 Sekunden Rückstand im Ziel ein, sein Bruder Mark Wallenwein holte mit Co-Pilot Stefan Kopczyk im zweiten Werks-Skoda Fabia S2000 den dritten Platz (+13,2 Sekunden). Wie ausgeglichen das Starterfeld der DRM 2010 ist, zeigte sich daran, dass alle drei Top-Piloten Führungskilometer sammelten und sich auch die Bestzeiten auf den Prüfungen teilten. Der zweite Lauf zur DRM wird am 16. und 17. April 2010 bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg ausgetragen.
„Die erste Prüfung der Wikinger-Rallye war die schwerste Prüfung, die ich in meinem Leben gefahren bin“, lachte Matthias Kahle im Ziel der Wikinger-Rallye. Nach vierjähriger Allrad-Abstinenz und zuletzt nur sporadischen Porsche-Einsätzen kehrte er an diesem Wochenende zurück in die Meisterschaft und konnte sich auf Anhieb wieder in der Spitzengruppe behaupten. Das Leben wurde ihm zunächst durch seinen Teamkollegen Mark Wallenwein schwer gemacht, der sich auf der ersten WP am Freitagabend in Führung setzte. Nach einem Dreher übernahm dessen Bruder Sandro (Subaru Impreza N15) die erste Position, die er allerdings ebenfalls nach einem Ausrutscher auf den selektiven Berg-und-Tal-Strecken wieder verlor. Kahle erbte zunächst kampflos den Spitzenplatz, den er im Anschluss aber in einem spannenden Fight mit Sandro Wallenwein verteidigen musste. Zur Mittagspause lagen beide Piloten mit einer bis auf die Zehntelsekunde identischen Gesamtzeit auf Platz eins.
Erst auf den WPs am Nachmittag konnte Kahle einen hauchdünnen Vorsprung herausfahren – vor den beiden finalen Prüfungen lag er gerade einmal 1,8 Sekunden vor dem Subaru-Piloten. So fiel die knappe Entscheidung auf den letzten Kilometern, und Sandro Wallenwein resümierte nach dem Fight im Turbo-Allradler gegen den Kollegen im Super-2000-Boliden: „Ich bin als erstes Gruppe-N-Auto eine Art moralischer Sieger. Für mich ist das wie ein Gesamtsieg. Hier war es wichtig, keine Fehler zu machen – bei unserem einzigen Ausritt hatten wir viel Glück.“ Euphorisch war sein jüngerer Bruder, der bei seinem Debüt im Skoda-Team einen starken Eindruck hinterließ. „Es ist einfach nur geil, mit diesem Auto zu fahren“, freute sich der 22-jährige auf der Zielrampe.
Division 1: Gutes Debüt für Noller
Die Fans an den WPs der nördlichsten DRM-Rallye konnten sich nicht nur über die spannenden Fights an der Spitze des Feldes freuen. So konnten im hervorragend besetzten Feld der Division 1 die Neueinsteiger Rainer Noller / Uwe Walz (Mitsubishi Lancer Evo 8) ein hervorragendes Debüt feiern. Hinter den Routiniers Hermann Gassner / Siggi Schrankl und noch vor den Vorjahressiegern Peter Corazza / Ronald Bauer (beide Mitsubishi) platzierten sie sich auf Rang fünf auf Anhieb in den Top-
Positionen „Es war mein erster DRM-Lauf – das ist mit nichts zu vergleichen, was ich bislang gefahren bin“, gestand der Schwabe auf der Zielrampe. „Der Wettbewerb ist viel härter und es ist extrem wichtig, dass alle Faktoren perfekt stimmen. Was mir hier enorm geholfen hat, ist mein neues Fahrwerk, das wir dem Lancer über den Winter spendiert haben.“
Felix Herbold holt auf Anhieb den Sieg in Division 2
Auch in der DRM-Division 2 war es ein Neueinsteiger, der in Schleswig-Holstein den Sieg holte. Felix Herbold (Ismaning) konnte sich mit Co-Pilot Kevin Zemanik (Plauen) gegen die etablierten Konkurrenten durchsetzen. Dem Umsteiger aus der Division 3 kam dabei allerdings auch das Pech seiner Wettbewerber entgegen. Carsten Mohe (Crottendorf, Renault Clio R3) verlor mit Co-Pilotin Katrin Becker (Schlitz) acht Minuten nach einem Ausritt in den Graben, Tim Stebani / Frank Christian
(Essen / Oberhausen, Opel Corsa OPC) fielen mit einem gebrochenen Kupplungspedal zurück. „Für uns war alles neu, und eigentlich glich es eher einer großen Generalprobe“, freute sich Herbold im Anschluss. „Ich fühle mich im Auto sehr wohl – und jetzt weiß ich auch, dass die Zeiten ok sind. Wir liegen mit Tim Stebani gleichauf, zu Carsten Mohe fehlt uns noch etwas. Aber Carsten hat heute einen Fehler gemacht und deshalb sind wir jetzt vorne.“
Division 3: Routinier Mysliwietz siegt
Mit Lars Mysliwietz konnte sich in der Division 3 der Platzhirsch durchsetzen. Der Piesbacher ist der einzige Pilot, der bereits im Vorjahr in der Division eingeschrieben war. Mit Co-Pilot Oliver Schumacher (Fluterschen) fuhr er eine konstant schnelle Rallye und hatte die jungen Konkurrenten im Griff. „Gut, dass wir gleich in der zweiten Kurve der ersten Prüfung ein Aha-Erlebnis hatten. So haben wir das Tempo ein wenig herausgenommen und sind sicher bis ins Ziel gefahren. Es war aber trotzdem nicht einfach, die Konzentration aufrecht zu erhalten.“
Ruben Zeltner holt den Sieg in der Gruppe H
Bei den ab dieser Saison im DRM-Feld zugelassenen Gruppe-H-Fahrzeugen war es Ruben Zeltner (Lichtenstein), der den Ton angab. Der Routinier konnte sich mit Ehefrau Petra im BMW M3 gegen einige der schnellsten Teams dieser Fahrzeugklasse durchsetzen. „Toll, dass wir gewonnen haben“, so der Geschäftsführer des Sachsenrings. „Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich ist, mit einem so alten Auto diese Zeiten zu fahren. Der Fight mit Michael Rausch war für mich eine Standortbestimmung in der Gruppe der schnellsten Fahrer auf Gruppe-H-Hecktrieblern in Deutschland."
Begeisterung nicht nur bei den Teilnehmern
Die anspruchsvollen Wertungsprüfungen in Angeln rund um Süderbrarup begeisterten die Teams. Vor allem diejenigen, die erstmals im ‚hügeligen Land’ zwischen Schleswig, Flensburg und der Ostsee waren, kamen aus dem Staunen kaum heraus.
Hier einige der Kommentare:
Sieger Matthias Kahle vor dem Start: „Die Strecken sind sehr anspruchsvoll und versprechen viel Fahrspaß.“ Im Ziel: „Die erste Prüfung der Wikinger-Rallye war die schwerste Prüfung, die ich in meinem Leben gefahren bin.“ Die erste Prüfung war auch deshalb so schwer, da strömender Regen und verschmutzte Strecken für zusätzliche Anforderungen sorgten: „das nennt man wohl Bauernglatteis“, formulierte Sandro Wallenwein (Subaru Impreza).
Vorjahresssieger Peter Corazza (Mitsubishi Lancer), der aus Sachsen anreiste „diese Prüfungen sind die lange Anreise allemal wert.“ DRM-Neuling Rainer Noller, „so tolle Prüfungen hätte ich hier nicht erwartet. Das ist mit nichts zu vergleichen, was ich bislang gefahren bin.“ Ruben Zeltner, der im Gruppe-H-BMW M3 auf den zehnten Gesamtrang fuhr hat eine klare Beschreibung von den Aufgaben, die aufgrund der vielen Kurven und Kuppen auf den Co-Piloten warten; „der Beifahrer muss hier um sein Leben lesen …“
Beeindruckend war auch die Anzahl der Fans, die am Freitag trotz strömenden Regens in Süderbrarup am Start standen oder den Zuschauerpunkt ‚Höllmühle’ besuchten. Einen besonderen Dank richtete Orga-Leiter Rainer Haulsen (Schleswig) an die rund 400 freiwilligen Helfer, die dieses motorsportliche Großereignis erst möglich machten. „Darunter auch der Ort Süderbrarup, der uns mit all seinen Möglichkeiten perfekt unterstützt hat.“
Langanhaltenden Beifall bekam Rallyeleiter Jürgen Krabbenhöft (Neuberend) bei seiner Ansprache zur Siegerehrung. Der Chef-Wikinger sagte: „Bedanken möchten wir uns bei den vielen Anliegern entlang der Wertungsprüfungen, die durch die Rallye kurzfristige Straßensperrungen hinnehmen mussten. Überwiegend wurden wir dort sehr freundlich aufgenommen und unterstützt. Nur dadurch war es möglich, diesen Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft sportlich so anspruchsvoll zu gestalten.“
ADAC Wikinger Rallye (26.-27.03-2010)
Endstand nach 12 Wertungsprüfungen (143.8 Kilometern)
1. Mathias Kahle/Peter Göbel (Köln/Korb)
Skoda Fabia S2000, Div. 1 1:25:36,1 Stunden.
2. Sandro Wallenwein/Marcus Poschner (Stuttgart/Laubach),
Subaru Impreza N15, Div. 1 + 0:06,3 Minuten.
3. Mark Wallenwein/Stefan Kopczyk (Stuttgart/Heilbronn)
Skoda Fabia S2000, Div. 1 + 0:13,2 Minuten.
4. Hermann Gaßner/Siggi Schrankl (Surheim/Obing)
Mitsubishi Lancer, Div. 1 + 1:05,2 Minuten.
5. Rainer Noller/Uwe Walz (Abstatt/Untergruppenbach),
Mitsubishi Lancer, Div. 1 + 2:23,4 Minuten.
6. Peter Corazza/Ronald Bauer (Oelsnitz/Neumark),
Mitsubishi Lancer, Div. 1 + 2:37,7 Minuten.
7. Olaf Dobberkau/Alexandra König (Schleusingen)
Porsche 911 GT3, Div. 1 + 3:17,5 Minuten.
8. Felix Herbold/Kevin Zemanik (Ismaning/Plauen)
Honda Civic R3, Div. 2 + 3:23,1 Minuten.
9. Max Christensen/Dorthe Ravn (DK);
Subaru Impreza N15, Div. 1 + 3:46,4 Minuten.
10. Ruben Zeltner/Petra Zeltner (Lichtenstein)
BMW M3, Div. 5 + 3:47,5 Minuten.
Deutsche Rallye-Meisterschaft (DRM):
Meisterschaftsendstand nach 1 von 5 Läufen
1. Matthias Kahle / Peter Göbel Köln / Korb 30 Punkte
Skoda Fabia S2000 Division 1
2. Sandro Wallenwein / Marcus Poschner Stuttgart / Lautrach 23 Punkte
Subaru Impreza N14 Division 1
3. Felix Herbold / Kevin Zemanik Ismaning / Plauen 21 Punkte
Honda Civic Type R Division 2
4. Lars Mysliwitz / Oliver Schumacher Piesbach / Fluterschen 20 Punkte
Citroën C2 R2 Max Division 3
5. Mark Wallenwein / Stefan Kopczyk Stuttgart / Heilbronn 18 Punkte
Skoda Fabia S2000 Division 1
6. Hermann Gaßner / Siggi Schrankl Surheim / Obing 15 Punkte
Mitsubishi Laner Evo 10 Division 1
Tim Stebani / Christian Frank Essen / Oberhausen 15 Punkte
Opel Corsa OPC Division 2
Michael Abendroth / Frank Oschmann Duisburg / Stuttgart 15 Punkte
Honda Civic Type R Division 3
9. Rainer Noller / Uwe Walz Abstatt / Untergruppenbach 12 Punkte
Mitsubishi Lancer Evo 8 Division 1
Carsten Mohe / Katrin Becker Crottendorf / Schlitz 12 Punkte
Renault Clio R3 Division 2
Benjamin Scheller / Sebastian Suhr Fulda / Fulda 12 Punkte
Citroën C2 R2 Max Division 3
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