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2010-01-05 22:53:39 - ks
Dakar: Peterhansel führt vor drei VW

Die Wüste lebt: heute war der vierte Tag der Dakar
Nach einem erfolgreichen Beginn in Argentinien beweist Volkswagen auch auf der ersten chilenischen Etappe der Rallye Dakar 2010 die Qualitäten des Race Touareg. Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) erreichten bei der anspruchsvollen Andenüberquerung auf der vierten Etappe von Fiambalá nach Copiapó mit 2.26 Minuten Rückstand den dritten Platz hinter den Tagessiegern Robby Gordon/Andy Grider (USA/USA) im Hummer und Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (F/F) aus dem X-raid-Team.

Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E), Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D) und Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) komplettierten dahinter in ihren Race Touareg mit TDI-Antrieb den Tag von Volkswagen. Maurício Neves/Clécio Maestrelli (BR/BR) erreichten das Etappenziel für Volkswagen an zehnter Stelle. Mit einem Durchschnittstempo von 95,15 km/h war Al-Attiyah als bester Volkswagen Pilot deutlich schneller unterwegs als auf der dünenreichen Etappe vom Vortag, die im Mittel um etwa 35 km/h langsamer absolviert wurde.

In der Gesamtwertung liegt nach vier der 14 Etappen unverändert Stéphane Peterhansel vor dem Volkswagen Trio Carlos Sainz, Nasser Al-Attiyah und Mark Miller, während Maurício Neves Zehnter ist. Mit Tagesrang fünf meldeten sich die Vorjahressieger Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz, die am Vortag durch einen Elektrikschaden – die Folge eines Unfalls – zurückgefallen waren, mit einer Spitzenposition im Race Touareg zurück.

Angesichts des hohen Schwierigkeitsgrades der Vortagesetappe und der Tatsache, dass verschiedene Teilnehmer selbst in der Nacht das vorherige Etappenziel noch nicht erreicht hatten, entschloss sich der Veranstalter, die heutige Etappe zu kürzen. Die vierte Prüfung umfasste somit nur die ersten 163 der geplanten 203 Kilometer.

Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor)
"Das war ein spannender Tag, den Robby Gordon als Überraschungssieger beendet hat. Alle fünf Volkswagen kamen unter den ersten acht Autos ins Ziel. Technisch liefen die fünf Race Touareg absolut einwandfrei. Wir liegen damit voll im Fahrplan. Und wir freuen uns, dass die Rallye Dakar ein so spannendes und offenes Rennen ist."

#300 – Giniel de Villiers (ZA), 5. Platz Tages- / 20. Platz Gesamt-Wertung
"Heute bin ich nach dem Elektrikproblem von gestern weit hinten gestartet und musste viele Autos überholen. Ich hatte deshalb ein bisschen mit Staub zu kämpfen. Dazu kommt noch, dass ich mir wohl eine Erkältung eingefangen habe und mit Kopfschmerzen in die Wertungsprüfung gestartet bin. Jedes Schlagloch tut dann doppelt weh. Davon abgesehen war es ein großartiger Tag. Das Auto läuft tadellos."

#303 – Carlos Sainz (E), 4. Platz Tages- / 2. Platz Gesamt-Wertung
"Eine eher schnelle Etappe, auf der wir keinerlei Probleme hatten. Im Gegenteil: Der Race Touareg lief heute hervorragend. In einer Situation haben wir etwas Zeit verloren, weil wir uns an einer kniffligen Stelle nicht sicher waren, ob wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten. Deshalb haben wir uns dort vorsichtshalber abgesichert. Das war aber nicht die schnellste Option."

#305 – Mark Miller (USA), 6. Platz Tages- / 4. Platz Gesamt-Wertung
"Das war sicher nicht die stärkste Etappe für uns, weil wir auf einer Düne für ein paar Minuten feststeckten. Nicht wirklich tief, aber genug, um reichlich Zeit einzubüßen. Das ging auf meine Kappe, weil ich an dieser Stelle wohl zu vorsichtig war. Wir mussten raus aus dem Auto und es aufbocken, um es freizubekommen. Das erklärt den Zeitverlust."

#306 – Nasser Al-Attiyah (Q), 3. Platz Tages- / 3. Platz Gesamt-Wertung
"Heute hatten wir wieder ein bisschen Pech. Ein schleichender Plattfuß hat viel Zeit gekostet. Wir haben uns allerdings dazu entschieden, nicht den Reifen zu wechseln, sondern stattdessen Luft nachzufüllen. Leider mussten wir zwei Mal anhalten. Deshalb hat sich diese Entscheidung nicht ausgezahlt. Ich bin mir sicher, dass ich die Prüfung anderenfalls hätte gewinnen können. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht."

#312 – Maurício Neves (BR), 10. Platz Tages- / 10. Platz Gesamt-Wertung
"So müssen ‚Dakar‘-Tage sein. Schotterpisten auf rutschigen Abschnitten, Bergabbpassagen und wunderschöne Dünenüberquerungen. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Das alles mit dem Race Touareg zu erleben, ist einfach großartig. Leider haben wir uns heute auch einen Reifenschaden eingehandelt – sonst wäre das Ergebnis womöglich besser ausgefallen."


Zahl des Tages

Sechs bis sieben Stunden Filmmaterial überspielt der "Dakar"-Veranstalter A.S.O. jeden Tag in 190 Länder. Dazu sind insgesamt 13 Kameras im Einsatz, drei davon in Helikoptern, fünf in den Wertungsprüfungen, zwei bei der Zielankunft der WPs und drei im Biwak. Die Bilder werden über drei Satelliten-Uplink-Stationen ins Biwak übertragen und auf 18 Schnittplätzen mit einem Server mit 19 Terrabyte Datenkapazität verarbeitet. Insgesamt 115 Personen sind für das sogenannte "International Feed", also das weltweit verteilte Fernsehmaterial, im Einsatz. Dazu kommen die akkreditierten Kamerateams, die eigenes Material für 19 TV-Sender vor Ort produzieren.


Aus dem Volkswagen Biwak

- 1999, 2009, 2010 – im Volkswagen Team wieder vereint
Timo Gottschalk kann seit März 2008 auf die Unterstützung eines alten Bekannten vertrauen: Einer seiner Mechaniker am Race Touareg mit der Startnummer 306 ist Niklas Birr. Die beiden Berliner bestritten 1999 zusammen ihre allererste WM-Rallye im SEAT Ibiza Cupra nach Gruppe-N-Reglement auf Korsika. Birr als Fahrer, Gottschalk als Beifahrer. "Schon damals war Timo außerordentlich gut vorbereitet ", erinnert sich Birr, der 2009 und 2010 als Mechaniker am Auto von Gottschalk die "Dakar" betreut. "Sein Traum war es schon damals, professioneller Beifahrer zu werden." Auch Gottschalk verbindet mit seiner ersten WM-Rallye auf Korsika schöne Erinnerungen. "Das war damals unser erster internationaler Auftritt und entsprechend aufregend", so Gottschalk. "Ich denke, wir haben mit ein paar guten WP-Zeiten und Rang sieben in der Klasse auf uns aufmerksam machen können."

- Heiße Grüße: 58 Grad Temperatur-Unterschied zwischen Wolfsburg und Fiambalá
Die Hitze rund um Fiambalá und Copiapó machte Mensch und Material auf der dritten und vierten Etappe zu schaffen. Auf dem Weg nach Fiambalá registrierten die Sensoren des Race Touareg im Luft-Ansaugtrakt eine Umgebungs-Temperatur von 48 Grad Celsius in der Spitze. Für Volkswagen Motorsport ein besonderes Kontrastprogramm: Die Teammitglieder, die die "Dakar" mit vorbereitet haben, jedoch in Wolfsburg verblieben sind, kämpften daheim mit Schnee und Eis bei minus 10 Grad Celsius – ein Temperaturunterschied von 58 Grad.

- Abgestempelt: besondere Erinnerungsstücke im Reisepass
Ein einzigartiges Erinnerungsstück bekommen die "Dakar"-Teilnehmer und ihre Service-Crew während der beiden Grenzübertritte zwischen Argentinien und Chile in ihre Reisepässe gestempelt. Bei der ersten Andenüberquerung von Fiambalá nach Copiapó stand die erste Zollabfertigung der "Dakar" 2010 an. Der formale Akt wurde mit einem eigens für die härteste Rallye der Welt angefertigten Stempel bekräftigt, den die Worte "Rally Dakar Argentina–Chile" und das Logo der Rallye Dakar zieren.


Stand nach Etappe 04, Fiambalá (RA)–Copiapó (RCH); 185/629 km WP 04/Gesamt

Pos.; Team; Fahrzeug; Etappe 04; Gesamtzeit
1. Stéphane Peterhansel/Jean-P. Cottret (F/F) BMW X3 CC 1:40.22 Std. (2.) 10:54.50 Std.
2. Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) Volkswagen Race Touareg 2 1:43.25 Std. (4.) + 7.36 Min.
3. Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) Volkswagen Race Touareg 2 1:42.47 Std. (3.) + 9.56 Min.
4. Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) Volkswagen Race Touareg 2 1:46.35 Std. (6.) + 19.25 Min.
5. Alfie Cox/Jürgen Schröder (ZA/D) Nissan Pick-up 1:51.54 Std. (11.) + 59.30 Min.
6. Krzysztof Holowczyc/Jean-Marc Fortin (PL/B) Nissan Pick-up 1:59.22 Std. (17.) + 1:00.38 Std.
7. Carlos Sousa/Matthieu Baumel (P/F) Mitsubishi Racing Lancer 1:56.37 Std. (16.) + 1:03.00 Std.
8. Robby Gordon/Andy Grider (USA/USA) Hummer 1:40.21 Std. (1.) + 1:04.53 Std.
9. Guilherme Spinelli/Filipe Palmeiro (BR/P) Mitsubishi Racing Lancer 1:54.53 Std. (14.) + 1:16.23 Std.
10. Maurício Neves/Clécio Maestrelli (BR/BR) Volkswagen Race Touareg 2 1:51.43 Std. (10.) + 1:20.35 Std.
20. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D) Volkswagen Race Touareg 2 1:44.35 Std. (5.) + 3:04.59 Std.



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