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RCN: Bye Bye Mathes: Bungard hört mit 68 Jahren auf

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Nach 39 Jahren im Motorsport hängt der Bungard-Yeti seinen Helm an den Nagel |
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| 1970 fuhr er sein erstes Autorennen auf dem Nürburgring. Seitdem hat Mathias Bungard – dem die Fahrerkollegen mal den Spitznamen Yeti verpassten - ein paar tausend Runden auf der legendären Nordschleife und dem Grand-Prix-Kurs zurückgelegt, und das nicht gerade langsam, wie ein Blick in die Pokalvitrine zeigt, die er zu Hause in Irlenborn aufgestellt hat. Dicht an dicht drängen sich dort die glänzenden Trophäen, eine Auswahl aus mehr als 600, auf die Bungard stolz sein darf. Am vergangenen Sonntag griff der 68jährige zum letzten Mal ins Lenkrad.
Mathias Bungard startete über 30 Jahre lang bei Leistungsprüfungen auf dem Eifelkurs, in der Langstreckenmeisterschaft und auch bei den 24 Stunden. Teilweise gab es krankheitsbedingte Unterbrechungen, aber selbst im Rentenalter zählte der Versicherungskaufmann zu den Schnellsten seines Fachs. Teilweise war Mathes auch frustriert wie beim ehrgeizigen Citroen Xsara-Projekt, wobei der Franzose ein Fass ohne Boden und nie wirklich konkurrenzfähig war. Also reaktivierte Bungard Anfang 2005 seinen VW Golf GTi, Baujahr 1981, wieder und feierte 2005 seine letzten beiden Klassensiege. Mit diesem Fahrzeug, einem 16-Ventiler mit rund 220 PS unter der Haube, belegte der 68jährige zusammen mit Teamkollegen Jürgen Dorband den guten fünften Platz von 41 Fahrzeugen in der Gruppe H bis 2000 ccm bei seinem letzten Rennen.
Die Bereitschaft des Bank- und Versicherungskaufmanns, über so viele Jahre den erheblichen Aufwand und die Strapazen auf sich zu nehmen, hat mit einer ganz besonderen Motivation zu tun. „Der Motorsport gab mir das Gefühl des Lebens zurück“, sagt Mathias Bungard, der 1974 bei einem unverschuldeten privaten Autounfall so schwer verletzt wurde, dass er zweieinhalb Jahre (!) in Krankenhäusern verbrachte. „Diese Zeit hat meinen Charakter nachhaltig geprägt und meine Kampfkraft gestärkt.“
Dazu kommt die besondere Faszination, die der Nürburgring wohl auf alle Motorsportler ausübt. „Es ist und bleibt die gefährlichste Rennstrecke der Welt, aber auch die schönste“, stellt der Routinier fest, dem die jüngeren Fahrer zunehmend Respekt zollen. „Wo früher Neid war, ist heute Anerkennung.“ Kein Wunder: Mit seinem Alter und den andauernden Spitzenleistungen ist Mathias Bungard im Rennsport eine Ausnahmeerscheinung.
Meisterehren: Alle Erfolge und Titel aufzuzählen, die Mathias Bungard in 33 Jahren errungen hat, würde den Rahmen sprengen. 1977 wurde er internationaler Meister in Langstreckenrennen, 1978 und 1981 ADAC-Meister, 1981 gewann er den Porsche-Cup im Slalom und im gleichen Jahr sowie 1993 die Leistungsprüfung Nürburgring. Dazu kamen 1991 und 1993 der ADAC-Pokal. Bungard, der auch bei Europa- und Weltmeisterschaften der Tourenwagen gestartet ist, besitzt die höchste Auszeichnung des ADAC und des Deutschen Sportfahrer Kreises jeweils in Gold mit Brillianten. 1979 bekam er einen Fairnesspokal in Gold verliehen, und 1977 wurde er von Bundeskanzler Helmut Schmidt für seine sportlichen Leistungen mit einer großen Silberschale ausgezeichnet.
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