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2009-10-25 22:10:16 - ks
Rallye Masters: Gaßner dominiert 3-Städte-Rallye

Glück im Unglück für Carsten Alexy
Mit einem überzeugenden Start-Ziel-Sieg und elf der zwölf möglichen Bestzeiten gewannen Hermann Gaßner (Surheim) und seine Teisendorfer Co-Pilotin Karin Thannhäuser die ADAC-3-Städte-Rallye (23.-24.10.2009). Im Mitsubishi Lancer Evo X hatten sie auf der Zielrampe im Haslinger Hof bei Bad Füssing einen Vorsprung von 1:41,2 Minuten auf Vorjahressieger Toni Werner (Altfraunhofen) mit Co-Pilotin Gabi Fischer (Heilingshausen) im Porsche 911 GT3. Trotz technischer Probleme am Audi S2 quattro konnte Carsten Alexy (Rotenburg a.d. Fulda) seine Führung in den ADAC Rallye Masters verteidigen. Vor dem Finale bei der ADAC/PRS Havellandrallye Berlin-Brandenburg (06.- 07.11.2009) hat er nun 169 Punkte auf seinem Konto. Mit dem sensationellen fünften Gesamtrang im kleinen Citroen C2R2 verkürzte Christian Riedemann (Sulingen) den Rückstand auf Alexy auf nunmehr 13 Zähler. Der 22-jährige Youngster hatte doppelten Grund zur Freude: In Ostbayern sicherte er sich vorzeitig den Sieg im ADAC Rallye Junior Cup 2009.

Hellwach ist Hermann Gaßner eigentlich immer. Nur die jeweils erste Wertungsprüfung bei Veranstaltungen, die ‚verschläft’ der vierfache Deutsche Rallye-Meister schon mal gerne. Bei der Auftaktprüfung der ADAC-3-Städte-Rallye brach er mit seiner Tradition. In der Gruppe-N-Version des Mitsubishi Lancer Evo X war er im WP-Ziel um 0,7 Sekunden schneller als der Hamburger Jan Becker in der verbesserten Gruppe-A-Version des Lancer. Die weiteren Top-Favoriten im Feld der 98 Starter wie den Tschechen Jiri Tosovsky im Peugeot 207 S2000, Vorjahressieger Toni Werner im Porsche 911 GT3 oder Ruben Zeltner im BMW M3 ließ er bereits deutlich hinter sich. Auch ein gebrochenes Gaspedal konnte die souveräne Siegesfahrt nicht verhindern. Die Freude über den zweiten Gesamtsieg nach 2004 bei der 3-Städte-Rallye, an der er seit 1980 ununterbrochen teilnimmt, stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Es ist einfach klasse bei dieser starken Konkurrenz den ersten Gesamtsieg im Evo X zu fahren, und ausgerechnet auch noch bei meinem Heimspiel“, strahlte der Masters-Sieger von 2006.

Jan Becker musste den Angriff auf Gaßner und damit auch seine Ambitionen auf den Masters-Titel nach einem Turbodefekt schon früh aufgeben. Ruben Zeltner verlor den dritten Gesamtrang durch ein Getriebeproblem. In den beiden letzten Jahren war Toni Werner auf den anspruchsvollen Asphaltpisten Ostbayerns nicht zu schlagen. „Eigentlich sind diese Strecken ein ideales Jagdgebiet für meinen 911er, aber heuer war es durch die vorangegangenen Regenfälle einfach zu feucht. Und von Hermann Gaßner geschlagen zu werden ist ja keine Schande.“ Einen starken Auftritt hatte der 25-jährige Tscheche Jan Slehofer, der im Fiat Punto S1600 auf Gesamtrang drei fuhr.

„Der Divisionssieg ist mehr als ein versöhnlicher Ausklang für meinen verkorksten Auftritt hier“, erklärte Carsten Alexy im Ziel. Ein falscher Griff in die Reifenkiste und ein gerissener Keilriemen am Audi S2 quattro warfen den Nordhessen mit Co-Pilot Marc Wetzel weit zurück. Da die vor ihm liegenden Divisions-Konkurrenten jedoch allesamt den anspruchsvollen Herausforderungen Tribut zollen mussten, ließ sich Alexy dennoch die maximale Divisions-Punktzahl gutschreiben. Vor dem zweiten Finale bei der Berliner Havellandrallye bleibt er so weiterhin auf Masters-Meisterkurs.

Durch den sensationellen fünften Gesamtrang schoben sich Christian Riedemann und Co Oliver Bobrink allerdings noch dichter an den Tabellenführer heran. Neben dem vorzeitigen Gewinn des ADAC Rallye Junior Cup verbesserte der 22-jährige Youngster auch noch seine Chancen auf den Masters-Gesamtsieg. Bei der bestens besetzten Rallye ließ das Sulinger Duo im kleinen Citroën C2R2 erneut viele wesentlich leistungsstärkere Fahrzeuge hinter sich. Dennoch gab Riedemann im Ziel zu Protokoll: „Ich durfte nichts riskieren, ich musste den C2 unbeschadet ins Ziel bringen. Das Auto ist verkauft und geht heute Abend schon an seinen neuen Besitzer. Ob und wie wir jetzt im Havelland starten können, müssen wir noch bis zum Nennungsschluss am Montag klären.“

Alois Scheidhammer (Vilsbiburg) festigte im Opel Astra GTC Diesel durch den zweiten Platz in der Division 7 seinen dritten Platz in der Masters-Tabelle. Beim Heimspiel musste sich der Bayer nur seinem Markenkollegen Holger Knöbel (Rheda-Wiedenbrück) geschlagen geben. Der ehemalige Junior-Cup-Sieger sicherte sich mit diesem Sieg vorzeitig den Titel in den HJS-Diesel-Masters. Zwischen beiden fällt nun auch in Berlin die Entscheidung um den Divisionssieg bei den Selbstzündern, zudem haben beide auch noch Chancen auf den Masters-Titel. „Für mich ging es hier um wichtige Punkte in den Rallye-Masters, den Diesel-Masters und der bayerischen Meisterschaft. Ich musste deshalb auf jeden Fall ankommen und konnte nicht alles riskieren. Aber der Holger war so gut drauf, den hätte ich wahrscheinlich heute eh nicht schlagen können“, erklärte Scheidhammer.
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