Mathol Racing sicherte sich vorzeitig die Teamwertung
Die ersten Entscheidungen des Jahres sind gefallen: Beim siebten von acht Rennen zur Rundstrecken-Challenge Nürburgring sicherte sich Mathol Racing vorzeitig den Titel in der erstmals ausgeschriebenen Teamwertung. Auch Tjark Schäfer kann den Sekt in der Junior-Trophy kalt stellen: Beim letzten Lauf in zwei Wochen muß der Harosa-Pilot nur noch über den Startstrich rollen. Schnellster Mann des Tages war beim „Bergischen Schmied“ Michael Funke im Schirmer-BMW M3.
Überschattet wurde die Veranstaltung vom Tod des Kelkheimers Heinz Kilp. Der Opel Calibra-Pilot erlitt in der vierten Runde im Streckenabschnitt Kesselchen einen Herzinfarkt und verstarb wenig später im Adenauer Krankenhaus. Der Handelsvertreter war erst vor wenigen Tagen 61 Jahre alt geworden. Seine größten Erfolge: Deutscher Slalommeister 1988, Opel-Sportpokalsieger 1995, 12x Klassensieger RCN, 7x Klassensieger VLN, 1x Klassensieger 24h. „Als wir aus dem Krankenhaus die traurige Mitteilung bekamen, haben wir sofort abgebrochen“, sagte RCN-Serien-Manager Willi Hillebrand. „Aufgrund der zurückgelegten Distanz gibt es für die Meisterschaft halbe Punkte.“
20. Klassensieg für Matthias Holle
Der Teamchef persönlich ließ keine Zweifel aufkommen, dass Mathol Racing heuer das beste Team war und freute sich persönlich über den 20. RCN-Sieg. Bei den Specials bis 2000 ccm war der Honda S2000 GT – intern genannt Ufo – das Maß der Dinge und siegte auf der überwiegend nassen Strecke mit fast einer Minute Vorsprung auf den Tess Racing-Opel Astra Caravan von Andreas Telker/Stefan Schmelter. Mit vier Sekunden Rückstand folgte Karl Brinkter im Brötchen-Clio. Gerhard Diel/Heinz-Otto Fritzsche hatte im Kissling-Tigra TwinTop zum dritten Mal in Folge Probleme mit der Kupplung und wurden nur 12. Bei den Specials bis 1600 ccm siegten erneut Michael Milz/Christoph Breuer im Citroen Saxo.
Halbes Dutzend für Kratz/Podzus
Bei den Serienwagen bis 1850 ccm markierten Torsten Kratz und Sabine Podzus den sechsten Sieg in Folge. Doch nach dem Ausfall beim Saisonauftakt halfen die halben Punkte für den neuerlichen Erfolg nicht richtig weiter. „Die Entscheidung für den Abbruch war absolut richtig, keine Frage“, sagte Kratz. „Die Freude über unseren Klassensieg hält sich natürlich angesichts der Umstände in Grenzen. Meisterschaftsrang drei ist jetzt leider nicht mehr möglich.“ Bei den Serienwagen bis 2000 ccm wurden Bodo Gergen/Thomas Rehlinger im Opel Astra als Erste abgewinkt, bis 2500 ccm siegte der Dolate Motorsport-BMW 325i mit Matthias Unger/Daniel Zils vor dem ACBL-BMW 325i von Frank Orlowski/Ralf Klein. Die lange Zeit drittplatzierten Dennis und Detlef Webers schieden nach Unfall aus. „Meine Regenreifen waren ziemlich am Ende. Ich habe es wohl etwas übertrieben und die Mauer vor der T13 ist leider sehr hart. Der Schaden ist gewaltig“, sagte der 22jährige Dennis.
Viele Unfälle in der Anfangsphase
Bei der von den Teilnehmern bereits liebevoll zur „Regen Challenge Nürburgring“ umgetauften ältesten Breitensportserie Deutschlands gab es vor allem in der Anfangsphase viele Unfälle. Gleich in der Startrunde erwischte es Gerald Schalk in der Ex-Mühle. „Bis Breidscheid wurde die Strecke von Kilometer zu Kilometer trockener, nur da war es noch sehr nass. Es gab kein Halten mehr und ich bin frontal in die Leitplanken gekracht“, sagte Schalk, der nach sechs Gesamtsiegen in Folge dieses Mal zusammen mit Jürgen Alzen einen „Nuller“ im Porsche Turbo verzeichnen musste. „Der Schaden ist gross, in zwei Wochen kommen wir wohl mit Nelly oder dem Cayman.“ In der zweiten Runde erwischte es bei der Anfahrt Schwalbenschwanz Johannes Trimborn im Audi S2 Coupé. Beifahrerin und Ehefrau Gunhild Trimborn kam vorsorglich ins Krankenhaus.
Henrich/Schulten siegen erneut in der Gruppe H bis 2000 ccm
Christof Degener/Lars Grobbink waren im Bennighofen-VW Golf KIt-Car so dicht dran wie noch nie am Klassenprimus Pink Power-Opel Astra. Am Ende siegten Ludger Henrich und Jürgen Schulten mit gerade einmal elf Sekunden vor dem „Tweety“ genannten Wolfsburger. Tolle dritte und vierte Ränge für Rainer Hamacher/Bernd Over (Toyota Corolla) und Konstantin Wolf (BMW) mit eigentlich unterlegenem Material. Die Trauer bei Pink Power war natürlich sehr groß, denn Henrich und Kilp waren seit über 20 Jahren Freunde, Teamkollegen und auch oft im gleichen Auto unterwegs.
Geppert fährt deppert, Krumpen macht es spannend
In der Lights-Wertung hätte Rainer Geppert alles klar machen können, eine Hand war schon mindestens an der Meisterschale. Doch der Opel Corsa-Pilot wurde in seiner Klasse nur sechster und letzter. Verfolger Alfred Krumpen feierte dagegen seinen ersten Saisonsieg und ist Geppert nun dicht auf den Fersen. Bei vollen statt halben Punkten wäre es sogar noch enger. Es kommt bei den Lights in zwei Wochen jedenfalls zum großen Showdown. Die weiteren Klassensieger bei den lights waren Andrea Heim/Stefan Trost (Renault Clio) und Herbert Neumann (BMW 323i).