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2009-10-14 17:48:18 - ks
VLN: Emin Akata: Ein Länderkampf wie früher

Emin Akata: Schon vier Saisonsiege im Schubert-320d
Hallo, mein Name ist Emin Akata und ich bin der Teamkollege von Jürgen Dinstühler, der nach dem 6. Lauf der VLN über uns berichtete. Auch ich möchte euch kurz erzählen, wann ich die Nordschleife kennen lernen durfte und wie ich meinen Weg zur VLN fand.

Im Jahr 1987 absolvierte ich meinen ersten Fahrerlehrgang ber der Scuderia Hanseat. Dieser zeigte mir schnell meine damaligen Defizite auf - die Streckenkenntnis. Seit dieser Zeit war ich in unregelmäßigen Abständen am Ring. Nachdem ich im Jahre 2001 meine C-Lizenz erwarb, sollte es doch noch Jahre dauern, bis sie zum ersten Mal zum Einsatz kommen sollte. Schließlich bin ich seit Herbst 2007 als Fahrer in der Langstrecke aktiv. Auch ich kam, wie Jürgen, durch das Projekt "Mitglieder werden Rennfahrer" zum Rennsport. Seit meinem ersten Rennen teile ich mir mit Jürgen bei jedem unserer Läufe das Lenkrad. Und Freud und Leid begleiten uns seither einander.

Sicherlich ist euch aufgefallen, dass ihr zum 7. Lauf keinen Bericht von uns gefunden habt. Leider gab es dabei auch nicht allzu viel zu berichten. Das wenige jedoch, möchte ich noch kurz nachholen. Das Wochenende sollte gar nicht so schlecht beginnen. Mit meiner Zeit von 9.11,854 min. landeten wir auf Platz 2 in unserer Startgruppe, was auf einen hoffnungsvollen Start hindeutete. Es sollte auch so kommen, nur, daß ich ab der 2. Runde eine Geräuschentwicklung wahrnehmen musste, die nicht in unser Konzept passte. Die Geräusche wurden immer lauter und spürbarer und in der 5. Runde ging dies dann soweit, dass beim Herausbeschleunigen mein Sitz vibrierte. Wir entschlossen uns zu einem ausserplanmässigen Stop.

Hierbei wurde optisch nichts festgestellt und ich setzte meinen Stint fort. Man empfahl mir noch, nicht zu aggresiv zu fahren. Nun passierte das, was ich mir nie hätte vorstellen können. Aus dem Rhythmus, war ich für einen Moment auch unkonzentrierter und prallte im Veedol-S mit Untersteuern gegen den aufgestellten Reifenstapel. Über Funk informierte ich gleich die Box und machte mich noch hoffnungsvoll zur Überprüfung auf. Noch vor der Boxengasse verlor ich jedoch mein rechtes Vorderrad nebst Federbein. Unter den Augen aller in der Boxengasse bin ich auf 3 Rädern zurück zur Box gerollt, was somit auch das Rennende bedeutete.

Nach dieser Enttäuschung sind wir wieder frohen Mutes zum 8. Lauf angereist. Es konnte ja nach den Läufen 6 und 7 nur noch besser werden.

Diesmal gab es eine interessante Fahrerbesetzung der Schubert Diesel. Es wurden Länderteams gebildet. Es gab mit Jörg Viebahn, Jürgen Dinstühler und mir das deutsche Auto und unsere Konkurrenz war das Team Schweden nebst dem Team Norwegen / Estland. Diese Kombinationen gab es früher noch nie und der Kampf nach dem besten Land konnte beginnen.

Alleine das Quali war nichts für schwache Nerven. Jörg hat mit 9.02,733 min. gegenüber den anderen Nationen vorgelegt. Die Norweger kamen auf 9.22,376 min. Richard Görannson (Schweden) wollte Jörgs Zeit noch unterbieten und ging nochmals auf die Strecke. Die Uhr blieb bei 9.06,045 min. stehen. Somit hatte Germany den ersten Sieg erreicht.

Den Start des Rennens absolvierte bei uns Jörg und bei den Schweden Richard. Der Spaß für die Fahrer und die Zuschauer war vorprogrammiert. Beider Fahrer ließen die Diesel fliegen. Die Rundenzeiten bewegten sich bis auf 9,03 min. Die Schweden wechselten nach der 5. Runde. Bei unserem Team gab es den ersten Wechsel nach der 8. Runde. Das Lenkrad wurde jetzt von Jürgen übernommen und wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits rund 1,5 min. Vorsprung. Nachdem die Norweger noch weiter zurücklagen, galt es jetzt den Vorsprung zu sichern und versuchen ihn weiter auszubauen. Jürgen hatte einen hervorragenden Job gemacht und den Vorsprung kontinuierlich weiter ausgebaut.

Nach weiteren 8 Runden fand unser letzter Wechsel für heute statt und ich durfte auch endlich ins Renngeschehen eingreifen. Meine Aufgabe war es "nur" noch den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Aber wie jeder weiss, ist das einfacher gesagt als getan. Denn irgendwie fuhr in mir noch ein wenig der letzte Lauf mit. Ich bin somit überaus vorsichtig an meine Aufgabe herangegangen, denn jeder von euch kann sich ja vorstellen was man mit mir gemacht hätte, wenn ich das Auto weggeschmissen hätte. Im Laufe meines Stints habe ich wieder das Vertrauen zu meinem Auto zurückgewonnen. Mit dem Vertrauen kam auch die Schnelligkeit zurück und ich konnte eine 9.15 min. als persönlich beste Rennrunde verbuchen. Inzwischen hatten wir eine Runde Vorsprung, aber nicht auf die Schweden, sondern auf die Norweger. Die Schweden hatten leider in der 20. Runde einen Reifenschaden, der sie im Ergebnis auf Rang 3 in der Klasse zurückwarf.

Als ich die Ziellinie überquerte, hatten wir nicht nur den Klassensieg, sondern auch Rang 18 im Gesamtklassement erreicht. Für Jürgen und mich - als Stammfahrer unseres Autos mit der Startnummer 470 - bedeutete dies nicht nur der 4. Klassensieg in dieser Saison, es war auch das bisher beste Ergebnis im Gesamtklassement.

Wir waren uns nach diesem Rennen einig. Diese Ergebnisse wollen wir nochmals bei den letzten beiden Läufen wiederholen. Gelegenheit hierzu haben wir ja bereits wieder am 17.10.2009. Ihr habt dann auch wieder die Gelegenheit, uns in der Box 31 zu besuchen. Wir freuen uns auf euren Besuch.

Euer Emin



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