Zehn Wochen nach dem Int. ADAC 24h-Autorennen stand nun das 24h-Radrennen für Doc Tom and Friends auf dem Programm. Austragungsort war wieder die schwierigste Rennstrecke der Welt: die Nürburgring-Nordschleife, auch liebevoll die Grüne Hölle genannt. Am Ende hatten sie annähernd 600 Kilometer geradelt und hierbei rund 13.000 Höhenmeter absolviert.
Teaminitiator Dr. Thomas Stoltz war sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf. „Ein großer Dank an alle für die tolle Unterstützung“, sagte der Remscheider Zahnarzt. „Ob Teammanager Andreas Becker, die Mannschaft von KRS Motorsport rund um André Krumbach, die vielen weiteren Helfer und die Fans draußen an der Piste. Und last but not least: Unsere Sponsoren!“
Gewinner des Wochenendes war aber auch die Christiane Eichenhofer Stiftung. Schon vor dem Start waren ihr € 2.000 sicher, da sich der Schweizer Dr. Utz Haegele und der Remscheider Jerome Mattern zwei Startplätze im Team ersteigert hatten.
Die Anfangsphase des Rennens war durch prallen Sonnenschein und hierdurch bedingt von vielen Stürzen und Kreislaufkollapsen gekennzeichnet. Mit Einbruch der Nacht kamen dann Kühle und ab den frühen Morgenstunden auch Regenschauern. Hanka Kupfernagel drehte nur zwei Runden und musste dann mit Fieber aufgeben. „Ich komme gerade aus der 40 Grad heißen Türkei, ich habe mich wohl verkühlt“. Die übrigen Teammitglieder absolvierten in der Reihenfolge Haegele, Harry Becker, Mattern, Mike Kluge, Doc Tom, Jens Heppner und Jan Ullrich problemlos ihre Runden in der Grünen Hölle.
Der erst 20jährige Jerome Mattern sorgte nachts für einen Paukenschlag: Trotz einsetzenden Regens absolvierte der Remscheider eine Runde in unter 45 Minuten und war damit genauso schnell wie Jan Ullrich. „Ich kannte die Strecke kaum und bin selbst überrascht. Aber es hat irre viel Spaß gemacht und es war ein super Erlebnis! Ich wär gerne noch ein paar Runden gefahren.“ Mit der Dunkelheit so seine Probleme hatte Jens Heppner. Der zweifache Deutsche Meister hat seit einer Kopfverletzung vor rund zehn Jahren Sehprobleme. „Bergab habe ich mir andere gesucht, denen ich gefolgt bin. Berghoch bin ich dann wieder vorbeigezogen. Es war dennoch schön, dabei zu sein.“
Bergab ging es auch Harry Becker eher vorsichtig an. „Du kämst mühelos auf über 100 km/h, das ist verdammt schnell. Meine Kräfte habe ich lieber berghoch eingesetzt. Radfahren ist eine gute Vorbereitung für die nächsten Autorennen.“ Ähnlich sah es auch Mountainbike-Weltmeister Mike Kluge, wenn auch mit anderer Bedeutung: „Mir wäre das Radrennen vor dem Autorennen lieber gewesen. Jetzt kenne ich den Kurvenverlauf wirklich.“ Verglichen mit anderen Radrennstrecken gehört der Eifelkurs zu den größten Herausforderungen. „Der Nürburgring ist richtig hart, 500 Höhenmeter pro Runde sind schon der Hammer.“
Auch an Jan Ullrich ging das Rennen nicht spurlos vorbei. „Früher bin ich pro Jahr 100.000 Kilometer gefahren, jetzt vielleicht noch 1.000.“ Der Wahl-Schweizer äußerte dann auch noch gleich einen nicht ganz ernst gemeinten Wunsch nach Reglementsänderung: „Könnten wir vielleicht in Zukunft abwechselnd eine Runde mit dem Auto und dann mit dem Rad fahren?“
Besonders stolz war Stoltz auf „Ulle“, der jedem Autogramm- und Fotowunsch nachkam. Teilweise startete der Tour de France-Sieger wegen der vielen Fans verspätet ins Rennen oder hielt sich auf der Piste Schwätzchen mit anderen Teilnehmern. Dr. Stoltz: „Jan hat bei den diversen Rennen bewiesen, was für ein netter, offen und ehrlicher Kerl er ist. Ich bin froh, dass er durch Doc Tom and Friends eine andere Reputation in der Presse bekommt.“
„Es gibt auf jeden Fall Planungen, das Projekt Doc Tom and Friends auch in 2010 fortzuführen“, blickt Dr. Stoltz in die Zukunft. Das sind wir alleine unseren vielen Fans und Partnern schuldig, die uns in kürzester Zeit in die Herzen geschlossen haben und uns ständig motivieren.“