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2009-05-25 22:55:57 - ks
24h: Manthey-Porsche holt Rekordsieg

Vierter Manthey-Sieg in Folge, sogar mit neuem Distanzrekord
In einem spektakulären Kampf vor 235.000 Zuschauern konnten sich beim 37. ADAC Zurich 24h-Rennen die Rekordsieger der vergangenen Jahre erneut durchsetzen: Timo Bernhard, Marc Lieb, Romain Dumas und Marcel Tiemann siegten im Porsche 911 GT3 RSR von Manthey Racing. Nach 155 Runden in der „Grünen Hölle“ der Nürburgring-Nordschleife liefen sie vor Christian Abt, Jean-Francois Hemroulle, Pierre Kaffer und Lucas Luhr im Audi R8 LMS von Abt Sportsline im Ziel ein. Teamchef Olaf Manthey konnte in einem hart geführten Rennen seiner einmaligen Erfolgsserie den
vierten Sieg in Folge zufügen. Mit dem fünften Sieg seiner Karriere beim 24h-Rennen setzte sich Marcel Tiemann die Krone des erfolgreichsten Piloten beim Nürburgring-Klassiker auf. Mit dem Porsche 911 GT3 Cup S von Emmanuel Collard, Wolf Henzler, Richard Lietz und Dirk Werner schaffte zudem ein zweites Manthey-Fahrzeug den Sprung in die Podiumsplatzierungen.

„Das ist absolut phantastisch“, jubelte Marcel Tiemann, als die Zielflagge am Nürburgring gefallen war. „Manthey Racing und ich haben heute Geschichte geschrieben. Mein fünfter Sieg! Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Er bedeutet mir sogar noch mehr als mein erster Erfolg bei den 24h. Ein besonderer Meilenstein für mich ist auch, ganz oben auf der Siegerliste zu stehen. Ein großes ‘Dankeschön’ an das geniale Team.“ Teamchef Manthey konnte das Kompliment seines erfolgreichsten Piloten nur zurückgeben. „Ich bin unglaublich stolz auf meine Fahrer. Ein besseres Quartett als Timo, Marc, Romain und Marcel kann ich mir für das 24h-Rennen nicht vorstellen.“ Respekt zollten beide auch dem Gegner: „Ein Kompliment geht auch an Audi für die Klasseleistung“, sagte Marcel Tiemann und sein Teamchef ergänzte: „Ich war vor dem Rennen sehr skeptisch, ob wir den Audi-Teams würden Paroli bieten können. Dass es nun gepasst hat und wir obendrein so erfolgreich waren, macht mich sehr glücklich.“

Manthey: „Das aufregendste 24h-Rennen meiner Karriere.“

Das Geschehen am Nürburgring wird den Zuschauern lange in Erinnerung bleiben. Denn die 37. Auflage des Enduranceklassikers begann mit einem spektakulären, fast einstündigen Windschattenduell zwischen dem später siegreichen Porsche 911 GT3 RSR mit der Startnummer 1 und dem Ford GT des Raeder-Teams. Der Fight von Manthey-Startpilot Marc Lieb mit Polesitter Dirk Adorf im Ford-Cockpit endete erst, als der Ford beim Überrunden ein langsameres Fahrzeug touchierte, sich drehte und zurückfiel. Die Rolle des Co-Spitzenreiters übernahm danach der Phoenix-Audi mit Marc Basseng, Marcel Fässler, Mike Rockenfeller und Frank Stippler, der sich bis in die Morgenstunden ein extrem ausgeglichenes Duell mit dem RSR der späteren Sieger lieferte.

Als auch der GT3-Audi des am Nürburgring beheimateten Teams nach einem Antriebswellendefekt zurückfiel, konnte das Schwesterauto von Abt Sportsline die zweite Position erobern. Letztlich konnte die Mannschaft um Olaf Manthey durch die enorme Zuverlässigkeit siegen, die dem Team der Nordschleifenspezialisten den entscheidenden Vorteil gegenüber den Mitfavoriten verschaffte. „Das war mit Sicherheit das aufregendste 24h-Rennen, das ich je erlebt habe“, seufzte der erleichterte Olaf Manthey nach dem Zieleinlauf. Der zweitplatzierte Christian Abt bestätigte: „In diesem Jahr bin ich zum elften Mal das 24h-Rennen gefahren. Doch noch nie wurde von Beginn an so ein Speed vorgelegt. Ich bin nun zum fünften Mal Zweiter geworden. Damit bin ich eigentlich genau so beständig wie Marcel Tiemann – nur mit dem Unterschied, dass er fünf Mal eine Stufe höher auf dem Podium stand. Kompliment an Audi, die erneut bewiesen haben: Egal wo sie hingehen, sie treten immer richtig auf.“

Optimiertes Reglement sorgte für spannenden und sicheren Sport

Zu einem Motorsport-Krimi wurde das 24h-Rennen auch, weil das seit diesem Jahr gültige Reglement der Veranstaltung zu einer enormen Ausgeglichenheit unter den Spitzenteams führte. Die größten Fahrzeugklassen mussten technische Einschnitte hinnehmen, die neu zugelassenen GT3-Fahrzeuge avancierten auf Anhieb zu Siegkandidaten. „Unsere Hoffnungen haben sich in dieser Beziehung voll bestätigt“, freute sich Rennleiter Walter Hornung, „denn in diesem Jahr hatten wir so viele siegverdächtige Fahrzeuge wie selten zuvor.“ Neben den erfolgreichen Porsche- und Audi-Modellen sorgten etwa Nürburgring-Architekt Hermann Tilke und seine Mitstreiter für Furore, als sie im bildschönen Ford GT die Pole-Position eroberten und sich zu Rennbeginn einen atemberaubenden Fight mit den späteren Siegern lieferten.

„Auch die Dodge Viper des Mintgen-Teams, Schubert- und Alpina-BMW waren absolut wettbewerbsfähig“, beschrieb Hornung. „Zeitweise waren in den Top 10 bis zu vier verschiedene Fabrikate vertreten.“ Auch eine weitere Neuerung im Reglement erwies sich als richtiger Schritt: Die schwächsten Fahrzeugklassen sind seit diesem Jahr nicht mehr startberechtigt. Walter Hornung: „Das führte zu spürbar geringeren Geschwindigkeitsunterschieden auf der Strecke und dadurch zu mehr Sicherheit. Wir freuen uns, dass wir deutlich weniger Unfälle zu verzeichnen hatten als in den Vorjahren.“
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