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2009-03-16 23:37:05 - ju
Rallye nat.: Klarer Färber-Sieg in Kempenich

Siegte wie im Vorjahr: Mitsubishi-Pilot Frank Färber
Sechs von sechs Bestzeiten: Klarer hätte der Sieg von Mitsubishi-Pilot Frank Färber bei der 31. ADAC Rallye Kempenich nicht ausfallen können. Nach bärenstarker Leistung kam der dreifache ADAC 24h-Gesamtsieger Timo Bernhard im VW Golf Kit-Car auf Rang zwei und mit Stefan Schlesack (BMW M3) folgte ein weiteres Rundstrecken-Ass. Christoph Schleimer war wieder einmal bester Youngtimer und wurde als vierter abgewinkt. Von 112 Startern erreichten 91 das Ziel.

Rund die Hälfte aller WP-Kilometer war Neuland, zumindest für die heutige Generation. Vor allem auf der Prüfung Hohenleimbach (WP 2/5), zuletzt vor mehreren Jahrzehnten von der ADAC Köln-Ahrweiler genutzt, trennte sich die Spreu vom Weizen. Beinahe hätte sich Frank Färber hier von seinen Ambitionen trennen können, denn hinterm Zielstrich wäre es um Haaresbreite schief gegangen.

„Die Nummer eins kommt und ich dachte, der fliegt in den Bach“, zeigte der zuständige Streckenposten auf die entsprechende Reifenspur. Es dauerte dann auch nur bis zur Start-Nummer sechs: Paul Jerlitschka landete mit dem Ford Escort allerdings nicht links im Bach, sondern 60 Meter hinterm Stielstrich rechts im Gebüsch. „Gott sei Dank ist am Auto nicht viel dran“, war Beifahrer Dietmar Moch froh. „Das Heck brach aus und es gab kein Halten mehr. Wir hatten sowieso mit Regenreifen total verwachst. Jetzt hoffen wir auf die nächste Rallye.“

Stefan Schlesack hatte ebenfalls auf Regen gehofft – und entsprechend weiche Pneus montiert. Doch es blieb trocken und gegen Timo Bernhard, der eine härtere Mischung aufgezogen hatte, sah es im Fight um den zweiten Gesamtrang mit zunehmender Distanz schlechter aus. „Prüfungen zwei, drei, fünf und sechs waren absolute Frontkratzerprüfungen“, sagte Schlesack im Ziel. „Mit den ganzen Reifenstapeln und Strohballen konnte man kaum driften. Aber wir sind dennoch super zufrieden: Das Ergebnis passt, Timo Bernhard ist ein super Fahrer und wir hatten richtig viel Spaß.“

Die Youngtimer mischten einmal mehr kräftig im Konzert der Modernen mit. Auf WP 5 verabschiedete sich Darius Drzensla – einmal mehr – mit einem Unfall. „Darius versuchte eine Kuppe voll zu nehmen und kam dann von der Strecke ab in eine Wiese. Eine kleine Kuppe diente als Sprunghügel und in bester Ari Vatanen-Manier folgte die Landung auf der Escort-Schnauze. Das hätte alles viel schlimmer ausgehen können“, schilderte Zuschauer Manfred Nagel, vor dessen Augen Drzensla bereits in Oberehe 2008 den Escort in den Wald gefeuert hatte. Nachdem Georg Berlandy eine WP-Zeit zu wenig in der Bordkarte eingetragen hatte, siegte bei den Youngtimern Schleimer vor dem schnellen Belgier Rainer Hermann im Ascona 400.

In WP fünf fiel auch die Entscheidung in der zahlreich besetzten Gruppe F/N bis 2000 ccm. Andreas Mansfeld mit dem Fugel-Honda S2000 und Serge Strassel im VW Golf GTi trennten nur wenige Sekunden, als Letztgenannter von der Strecke abkam und die Lenkung beschädigte. "Das Wintertraining in Finnland vor zwei Wochen hat sicher geholfen, sich von Beginn an am Limit bewegen zu können, auch wenn wir zweimal etwas darüber unterwegs waren", bilanzierte Mansfeld den erfolgreichen Saisonauftakt.

Endergebnis 31. ADAC-Rallye Kempenich:
1. Färber/Freiberger (Mitsubishi Lancer Evo VIII) 22.55,2 Minuten
2. Bernhard/Glasen (VW Golf Kit-Car) + 37,2 Sekunden
3. Schlesack/Küfner (BMW M3) + 1.00,4 Minuten
4. Schleimer/Wenzel (Vauxhall Astra GTE) + 1.24,4 Min.
5. Hermann/Hüweler (Opel Ascona 400) + 1.40,2 Min.
6. Göttig/Barchfeld (Mitsubishi Lancer) + 1.49,9 Min.
7. Mansfeld/Ottenburger (Honda 2000) + 1.52,9 Min.
8. Jansen/Jansen (Opel Manta) + 1.55,0 Min.
9. Schrinner/Schrinner (VW Golf Kit-Car) + 1.56,3 Min.
10. Carl/Carl (Citroen Xsara) + 2.03,3 Min.
11. Thurnherr/Kaiser (Mitsubishi Lancer Evo VI) + 2.09,2 Min.
12. Schaus/Brachmann (Opel Astra) + 2.13,1 Min.

WP-Bestzeiten:
Färber 6

wichtige Ausfälle:
Ziel: Berlandy/Pinnen (Opel Ascona A) Wertungsverlust
nach WP 5: Stauffenberg/Kirchner (Audi 80 Quattro) Unfall
WP 5: Strassel/Schneider (VW Golf GTi) Unfall
WP 5: Drzensla/Schaaf (Ford Escort RS 2000) Unfall
WP 4: Dingert/Dingert (VW Golf Kit-Car) Überschlag
WP 4: Zimmer/Lanners (BMW M3) technischer Defekt
nach WP 2: Jerlitschka/Moch (Ford Escort RS 2000) Unfall
WP 1: Manheller/Baytekin (Ford Escort RS2000) Kardanwelle


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