Rallye nat.: Schleimer nervenstark zum hartumkämpften Gesamtsieg
Turn vier in WP 5 brachte die Entscheidung. Kleinwächter landete in der Leitplanke.
11 Grad plus, die Sonne brannte, das Duell hielt, was es versprach: Bei der 20. Rallye Zorn lieferten sich Christoph Schleimer im Vauxhall Astra GTE und Ford Sierra-Pilot Thomas Kleinwächter einen packenden Zweikampf vom ersten Meter an. Nur ein paar Sekunden trennten die beiden nach jeder WP, ehe ein Unfall in WP 5 die Entscheidung zu Gunsten des ehemaligen Opel-Werksfahrers brachte. Beim Auftakt zur Deutschen Amateur-Rallyemeisterschaft erbte somit Andreas Schrinner im VW Golf Kit-Car Platz zwei mit über einer Minute Rückstand, Ex-Gesamtsieger Andreas Kramer lenkte den Opel Ascona auf Rang drei.
Nach der vierten von sechs Prüfungen führte Kleinwächter mit sieben Sekunden Vorsprung. Limit – und manchmal etwas mehr – war angesagt. Schleimer hatte im Schotter-Stück von WP 2 einen big moment, der ein paar Sekunden kostete und beinahe im Wald endete. Kleinwächter wiederum kam kurz nach dem Start von WP 3 von der Bahn ab und rammte im weiteren Verlauf einen Strohballen. WP 5 und 6 sollten von der Charakteristik her – mittelschneller Asphalt mit engen Abzweigen - dem Vauxhall eher entgegen kommen.
Schleimer, mit der Start-Nummer 1 auf der Tür, ging als Erster auf die Reise in WP 5, deren erste Hälfte so noch nicht gefahren worden war. Turn vier, eine zumachende und hängende Rechtskurve, meisterte Schleimer im wahrsten Sinne des Wortes. Selbst das Allzeittief des Aktienkurses der Hypo Real Estate hätte nicht mehr zwischen die Leitplanke und den Vauxhall gepasst.
Eine Minute später bedeutete Turn vier das Ende für den Spitzenreiter. Kleinwächter krachte zunächst mit hinten links in die Leitplanke und riss auf rund 30 Metern Länge sogar mehrere Doppel-T-Träger aus dem Boden. Zwar konnte sich der Taunus-Sieger von unter der Leitplanke noch befreien, doch die Schäden waren für eine Weiterfahrt viel zu gross.
Während Schrinner am Ende ungefährdet zweiter wurde, tobte dahinter der Kampf um den letzten Podiumsrang. Kramer, Thomas Schultz (D-Kadett), Andreas Kropf (Audi S2) und der schnellste Mann aus dem BMW 318iS-Cup, Günther Werner boten den vielen Fans Motorsport vom Feinsten. Kropf konnte in der Dunkelheit auf den letzten beiden Prüfungen die Power seines Audi nicht so nutzen und Schultz verlor in WP 5 rund zehn Sekunden auf die Konkurrenten. Somit wurde Kramer starker Dritter und Werner verpasste mit dem besten Cup-BMW einen Podiumsrang gerade einmal um acht Sekunden! Andreas Lichtnecker (Gesamt-9.) und Sascha Kilb (Gesamt-13.) folgten im BMW-Cup.
Im Feld der 67 gestarteten Teams sorgte vor allem ein Mann für großes Aufsehen: Lokalmatador Rainer Thiel lenkte den neuaufgebauten Fiat Panda 4x4 auf den zwölften Gesamtrang. Bei feuchten Witterungsbedingungen wäre der Rüdesheimer vielleicht sogar in die Top Ten eingebrochen. Einen Top Ten-Platz vergeigte Gerd Tabbert bei einem High-Speed-Dreher in WP drei. Der BMW 325iX rutschte somit auf Platz 14 zurück.
Fotos siehe feature (links)
Gesamtklassement 20. Rallye Zorn:
1. Schleimer/Fuchs (Vauxhall Astra GTE) 21.24,08 Minuten
2. Schrinner/Schrinner (VW Golf Kit-Car) 22.33,52 Min.
3. Kramer/Hofmann (Opel Ascona B) 22.59,33 Min.
4. Schultz/Schultz (Opel Kadett D) 23.02,65 Min.
5. Kropf/Pilsl (Audi Coupe S2) 23.04,70 Min.
6. Werner/Schmitz (BMW 318iS Cup) 23.07,00 Min.
7. Müller/Schaper (BMW 325i) 23.16,12 Min.
8. Schäfer/Jörg (Peugeot 309) 23.18,54 Min.
9. Lichtnecker/Korbach (BMW 318iS Cup) 23.27,00 Min.
10. Uebachs/Hinterwäller (Peugeot 205) 23.29,91 Min.
WP-Bestzeiten:
Kleinwächter 4; Schleimer 2
wichtige Ausfälle:
WP 5: Kleinwächter/Meyer (Ford Sierra Cosworth) Unfall
WP 3: Urban/Hartmann (BMW 320iS) Reh getroffen
WP 3: Kaiser/Köhler (Opel Kadett GSi) Überschlag
WP 2: Hohlheimer/Zuckermeier (Fiat Punto Kit-Car) technischer Defekt
Nach WP 1: Kohn/Kohn (VW Golf GTi) Überschlag
Abfahren: Stebani/?? (Opel Corsa OPC) Unfall (ab WP 2 wieder dabei)