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2008-08-17 19:45:40 - ks
RCN 5: Schalk/Alzen siegen beim Turbo-Debüt

Erster Start, erster Sieg für den H&R-Porsche von Schalk/Alzen
Was für ein Rennen! Der fünfte Lauf zur BMW Driving Experience Challenge bot vom ersten bis zum letzten Meter an Motorsport vom Allerfeinsten. Nach 15 Runden auf der Nürburgring-Nordschleife, welches einer Distanz von 312,45 Kilometern entspricht, freuten sich Gerald Schalk aus Wetter und der Betzdorfer Jürgen Alzen über ihren dritten Saisonsieg. Das Duo brachte erstmals den H&R-Porsche 911 Turbo an den Start. Alzen drehte in 7.11 Minuten die zweitschnellste Challenge-Runde aller Zeiten. Hans-Rolf Salzer aus Alpenrod kam als Gesamtzweiter und Sieger der Gruppe H ins Ziel und baute seine Tabellenführung mit dem Harosa-BMW M3 weiter aus.

Wie sagte einst Fussball-Idol Gary Lineker: „22 Leute rennen hinter dem Ball her und Deutschland gewinnt!“ In der Eifel fahren rund 150 Autos und Salzer gewinnt. Oder doch nicht? Jedenfalls hatte der Westerwälder erneut das Glück des Tüchtigen und behielt am Ende mit drei Sekunden Vorsprung die Oberhand gegenüber Eric Karlsson (Miltenberg) im Porsche 911 Carrera. „Das war reines Glück, den Porsche hatte ich nicht auf der Rechnung“, gab Salzer zu. „Nach dem Ausfall von Jochen Krumbach hatte ich es etwas ruhiger angehen lassen. Denn die Strecke war heute sehr voll und viermal wurde ich beim Überrunden in die Wiese geschickt.“

Für den Meister von 2006 war es übrigens der 15. Klassensieg in Folge. Und die nächsten Verfolger in der Meisterschaft fielen entweder aus oder sammelten weniger Punkte. „Im bisherigen Saisonverlauf passte alles und mein Ziel ist natürlich der Titel. Aber es wird noch ein langer Weg und ich muss noch dreimal gewinnen, um ganz sicher zu sein!“

Bei der Vergabe des Gesamtsieges machten Schalk/Alzen vom ersten Meter an klar, wer Herr im Hause ist. „Es war meine erste Fahrt mit dem Turbo auf der Nordschleife und es war herrlich“, strahlte Startfahrer Schalk nach seinem Stint. „Das tolle Wetter, die vielen Zuschauer, der von Jürgen bestens vorbereitete Porsche. Nur der Verkehr war ein bisschen viel, man musste ganz schön aufpassen.“ Als Jürgen Alzen das Ziel erreichte und für den ersten Turbo-Gesamtsieg seit 2003 sorgte – damals Johannes Trimborn im Audi S2 – lag sich das gesamte H&R-Alzen-Team in den Armen. Schalk: „Die erste Zielankunft für das neue Auto, dazu Jürgens tolle Zeit von 7.11. Es war ein perfekter Tag!“

Im Kampf um Gesamtrang zwei mischten neben Salzer und Karlsson auch Niklas Steinhaus (Wermelskirchen) mit dem Steinhaus Motorsport-BMW M3 GT und Matthias Holle aus Diez im Mathol-Honda S2000 kräftig mit. Am Ende wurde Holle – sogar punktegleich mit Salzer – dritter vor Carlsson sowie dem Euskirchener Harry Ley, dem Sieger der Gruppe G, im Porsche GT2. Dirk Steinhaus, Vater von Niklas, konnte in seinem Stint das Tempo nicht mehr ganz mitgehen. Mit Platz elf im Gesamt und Rang drei in der Klasse war das BMW-Team dennoch zufrieden, die Arbeiten an Fahrwerk und Motorelektronik hatten sich bezahlt gemacht.

Mit 32 Fahrzeugen war die Gruppe H bis 2000 ccm erneut am stärksten besetzt. Mit einem Sieg hätten Thomas Krüger (Stolberg) und auch Ulrich Stiefel/Norbert Troesken (Lüdinghausen/Selm) den Abstand zu Salzer verkürzen können. Honda Civic-Pilot Krüger kam schon nach der ersten Runde an die Boxen, wechselte Räder, kam aber dennoch nicht so ruhig in Schwung und wurde nur fünfter. Noch schlimmer erwischte es Stiefel/Troesken: mit einem technischen Defekt rollte das VW Golf GTi-Team in Runde vier in Breidscheid von der Strecke. Übrigens: Auch die nächsten in der Tabelle, die beiden Kölner Michael Schmidtke und Kuno Kuttenkeuler, kassierten nach technischem Defekt am Ford Focus RS eine „Nullnummer“.

Somit freuten sich Frank Diehl/Stefan Plate (Hof/Neunkirchen) im Plate Autotechnik-Opel Manta 16V über den zweiten Saisonsieg in der Gruppe H bis 2000 ccm vor Maic Hagenloch aus Ofterdingen, der sich am Volant des BMW 320iS über sein bestes Challenge-Ergebnis freute. Nur zehn Sekunden später kreuzten die Markenkollegen Ulrich Kabel/Markus Schaufuss (Erbach/Feldkirchen) die Ziellinie. Gerhard Diel (Wermelskirchen) lenkte den Kissling-Opel Astra GSi auf Rang vier und rückte in der Tabelle auf Rang fünf vor.

Dramatik pur bei den VLN-Serienwagen bis 1850 ccm: In der 14. von 15 Runden fiel in Führung liegend Torsten Kratz (Mönchengladbach) mit Motorschaden am BMW 318iS aus. Jürgen Glath/Bojan Ferk (Grafschaft/Gelsdorf) übernahmen nun die Führung, parkten aber drei Kilometer vor dem Ziel mit gebrochener Antriebswelle den Opel Corsa. Lachende Dritte waren somit Bela Molnar/Lars Fredrik Berg (Markgröningen/Karlsruhe), die vor Olaf Schulz aus Brühl, beide im BMW 318iS, siegten.

In der Klasse bis 2500 ccm freute sich das in Kelberg am Nürburgring beheimatete Team von Black Falcon über einen Doppelsieg der BMW 325i: Kai Riebitz/Marc Colell (Bochum/Valbella) vor Wolfgang Ternes/Martin Wagner (München/Bonefeld). Überlegener Gruppensieg und neuer Klassenrekord allerdings für Thomas Ahles aus Unterschleißheim. Dank seiner spektakulären Fahrweise avancierte der BMW M3-Pilot zu einem der Lieblinge der rund 5.000 Zuschauer. Insgesamt gab es vier neue Rundenrekorde: in den Klassen V3, V5, G5 und SP5.

Weiterhin mit intakten Titelchancen unterwegs ist Sascha Gies aus Wallenhorst. Zum vierten Mal in Folge war der Honda Civic-Pilot in der Gruppe F bis 2000 ccm nicht zu schlagen. Dank Gruppensieg gab es sogar noch ein paar Pünktchen mehr. Die Titelverteidigung abgehakt haben hingegen Ludger Henrich/Jürgen Schulten (Schmitten/Hamminkeln) vom Pink Power Team: Der Meister-Honda Civic steht zum Verkauf, dafür wechselte das Duo zurück zur ihrer angestammten Marke Opel. Mit einem Astra OPC siegten die beiden bei den Serienwagen bis 2000 ccm, bei nur vier Startern gab es allerdings nicht viele Punkte.

Trotz Motorproblemen triumphierte der Aachener Wilhelm Dohmen mit dem KRS-VW Polo Coupé zum dritten Mal in Folge bei den Specials bis 1400 ccm. Rang zwei ging an Marco Fragale/Eberhard Schreckert (Gevelsberg/Ennepetal) mit einem Toyota Yaris vor den Brüdern Karl-Heinz und Georg Teichmann (Barweiler/Dormagen) im Suzuki Swift.

Den zweiten Klassensieg der Saison feierte Matthias Holle (Diez). Mit einer Bestzeit von 7.57 Minuten war Holle am Steuer des Mathol-Honda S2000 bei den Specials bis 2000 ccm das Maß der Dinge und kam zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Markenkollege Torsten Platz aus Solingen war lange zweiter, parkte aber in Runde zehn für über eine halbe Stunde mit technischen Problemen. Töne Stallmeyer/Mike Stursberg (Münster/Wermelskirchen) übernahmen Rang zwei, doch Stallmeyer kam zwei Runden zu spät zum Fahrerwechsel an die Boxen und das Renault-Duo kassierte über 1200 Strafpunkte. Somit freute sich Bastian Hüttinger aus Neuenstein am Steuer des Hüttinger Motorsport-Ford Escort RS2000 über Klassenrang zwei und Platz drei in der Meisterschaft.

Kaputt, aber glücklich, war nach acht Runden Nordschleife David Hengst. „Ich habe in meinem Modultec-Renault Megané keine Servolenkung und auf der Döttinger Höhe mußte ich mich vom Fahrtwind kühlen lassen“, sagte der 29jährige. Der Hückeswagener hatte zum zweiten Mal in der Michaela-Lochmann-Trophy (MLT) die Nase vorn und drehte in 8.39,3 Minuten eine neue persönliche Bestzeit. „Heute hat alles gepasst, meine Testfahrten letzte Woche haben sich ausbezahlt.“ Hengst rückte in der MLT auf Rang drei vor und liegt nun unmittelbar hinter Holger Träger/Karl-Heinz Zammert (Bochum/Düsseldorf), die mit dem Benninghofen-VW Golf GTi heute dritte wurden. Mit nur 0,03 Punkten Rückstand auf Hengst mussten sich Volker und Michael Geburek (beide Rommerskirchen) im BMW 318iS knapp geschlagen geben.


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