RCN: Basseng/Stuck mit der zweitschnellsten Runde aller Zeiten
Tagesschnellster auf der Nordschleife: Der Land-Porsche von Basseng/Stuck
Traditionell ist der Lauf zur BMW Driving Experience Challenge im Rahmen der ADAC Zurich 24 Stunden der Saisonhöhepunkt. Und ebenfalls normal am Start ist ein großes Feld, einige Promis, zahlreiche 24 Stunden-Teams und - last but not least – Nordschleifen-Liebhaber, die sich einmal im Jahr die einmalige Atmosphäre vom weltweit größten Motorsportspektakel aus der Fahrerperspektive anschauen wollen.
„Dieses Jahr war nur alles noch eine Nummer größer, wichtiger, eiliger oder einfach bekloppter, wie es im Rheinland heißt“, sagte RCN-Sportleiter Karl-Heinz Breidbach aus Roetgen. „Wir mussten etliche Nennungen ablehnen, da wir einfach voll waren. Das Interesse an der Challenge hat Dimensionen erreicht, die teilweise den Rahmen sprengen.“ Nichts desto trotz gab es einen reibungslosen Ablauf, auch während der Tankphase in dem recht knapp bemessenen Areal vor der Tribüne 13. „Die Aufteilung in drei Startgruppen und das disziplinierte Verhalten der Teilnehmer waren gut. Ein Dank an alle, die dazu beigetragen haben!“
Die weiteste Anreise hatten zweifelsohne die Teams von Subaru NBR Challenge, Falken Motorsport und Lexus. Alle drei japanischen Mannschaften unternahmen einen letzten Funktionstest ihrer Fahrzeuge, um besonders gut für die anschließenden 24 Stunden gerüstet zu sein. Mit exakt 8.00 Minuten in Runde vier schrammten Kazuki Hoshino/Tesuya Tanaka im Falken-Nissan Z33 haarscharf an der Acht-Minuten-Schallmauer vorbei. Toshihiro Yoshida/Koji Matsuda kamen bei den allerersten Nordschleifen-Metern mit dem brandneuen Werks-Subaru Impreza immerhin auf eine Bestzeit von 8.07 Minuten.
Schnellstes Team aus dem Land der aufgehenden Sonne war aber der Lexus LF-A, ein Fahrzeug, welches so noch gar nicht gekauft werden kann und auf der schönsten und härtesten Rennstrecke der Welt einem Dauertest unterzogen werden sollte. „Wir fahren solange, bis das Auto auseinander fällt“, hieß es aus Lexuskreisen bereits im Vorfeld. Aber so richtig auseinander fallen wollte der schwarze Bolide gar nicht, im Gegenteil: problemlose 12 Runden in der Challenge, dabei gab es konstante Rundenzeiten von unter acht Minuten der beiden Fahrer Akira Iida und Kazuo Shimizu.
Tagesschnellster aber war Mark Basseng (Leutenbach) mit dem Land-Porsche 997. Nach verkorkstem Saisonbeginn – die Mannschaft hatte aufgrund von Reifenproblemen das Nachsehen gegenüber Manthey und HISAQ, außerdem flog Stuck jr. einmal im Metzgesfeld ab – brauchte der GT3-RSR noch dringende Testkilometer. Und dieses nutze das Land-Duo: Mit 7.14 Minuten drehte Basseng die schnellste Runde des Tages. Es war überhaupt die zweitschnellste jemals in der Challenge gefahrene Rundenzeit nach Uwe Alzens 7.04 Minuten am 29.05.03 am Steuer des H&R-Turbinchens.
Apropos Turbinchen: Jürgen Alzen hat die letzten Monate wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet und einen neuen Porsche Turbo sprichwörtlich auf die Beine gestellt. „Der Antriebsstrang mit Vierradantrieb stammt eins zu eins aus unserem Turbinchen“, erklärte Jürgen Alzen. „Der Rest ist Baureihe 997 sowie dem aktuellen Reglement angepasst. Der Turbo braucht kaum mehr Kraftstoff, hat aber mehr Leistung, mehr Drehmoment und die wir bekommen die Kraft besser auf den Boden.“
Wie gut das neue Turbinchen lief, zeigten Jürgen Alzen (Betzdorf) sowie der Kelberger Christian Menzel in der Challenge nur ansatzweise, da jede Runde in der Boxengasse beendet wurde. Bei der Jagd zweimal rund um die Uhr lag der H&R-Porsche 12 Runden in Führung und hielt sich bis nach Mitternacht in den Top Fünf, ehe eine Antriebswelle im Bereich Kesselchen ihren Dienst quittierte.
Nicht ganz so verheißungsvoll verlief der letzte Funktionstest des Cup-Porsches von Martin Tschornia (Bestwig) und Roland Asch (Atingen). Nur drei langsame Runden drehte das Duo mit dem Besaplast-GT3. Mit einem Mini Cooper von Schirra Motoring starteten der Heidelberger Friedrich von Bohlen und Hallbach, ein direkter Nachkomme der Thyssen-Dynastie, sowie Steffi Halm (Ammerbuch).
Mit einem ähnlich großen und bunt gemischten Starterfeld findet am 23. Juni der vierte Lauf zur BMW Driving Experience Challenge statt. Dann geht es um Punkte und Pokale auf der belgischen Formel 1-Rennstrecke von Spa-Francorchamps.