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2008-04-26 20:58:49 - ks
BFG LM: Die Stunde der Underdogs: Premierensieg für HISAQ

(c) Jan Philipp Brucke
208 Fahrzeuge starteten zum zweiten Lauf des Jahres
Beim zweiten Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft schlug die Stunde der Underdogs. Nach Unfällen und technischen Defekten der Topteams waren Frank Stippler (Bad Münstereifel) und Marino Franchitti (Schottland) im Porsche 911 GT3 RSR zur Stelle, und sicherten HISAQ-Competition den ersten Sieg auf der Nordschleife. Erst vor zwei Wochen feierte das Team beim Auftaktrennen der Langstreckenmeisterschaft sein Debüt – noch nie konnte ein neues Team so schnell einen Gesamtsieg erzielen. Auf Platz zwei wurden Klaus Dieter Frers (Delbrück), Jörg Hardt (Bonn) und Patrick Bernhard (Magdeburg) im Porsche 911 GT3 RSR der Paragon AG abgewinkt. Der Rückstand nach 27 gefahrenen Runden betrug 1:22.164 Minuten. Georg Weiß (Monschau), Michael Jacobs (Roetgen) und Peter-Paul Pietsch (Leonberg) machten im 911 GT3 den Porsche-Dreifachsieg perfekt. Bei frühlingshaften Bedingungen rund um den Nürburgring nahmen 230 Fahrzeuge das Zeittraining zum 50. ADAC ACAS H&R-Cup auf, zum Jubiläumsrennen des AC Altkreis Schwelm starteten 208 Fahrzeuge.

„Das ist einfach unglaublich: von einem Sieg auf der Nordschleife habe ich geträumt, seitdem ich das erste Mal von dieser außergewöhnlichen Rennstrecke gehört habe“, freute sich Marino Franchitti, der beim zweiten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft sein drittes Rennen in der ‚Grünen Hölle‘ fuhr. „Wir haben einen Podiumsplatz angestrebt und stehen nun ganz oben – fantastisch.“ Stippler verriet, dass der Sieg nicht so deutlich war, wie auf den ersten Blick vermuten lässt: „Nachdem die Porsche von Land und Manthey ausgeschieden waren, hatten wir an der Spitze etwas Luft. Zum Ende des Rennens mussten wir jedoch sehr taktieren, da wir ein Problem mit der Kraftstoffzufuhr hatten.“ Für Stippler war es der vierte Sieg in der Meisterschaft, für Porsche der 135. Erfolg in der populärsten Breitensportserie Europas. Frers/Hardt/Bernhard fuhren zum ersten Mal in der Langstreckenmeisterschaft auf das Podium. „Beim Auftakt waren wir mit unserem Fahrzeug nicht zufrieden“, sagte Frers. „In den vergangenen 14 Tagen haben wir daran gearbeitet und das Ergebnis zeigt, dass wir offensichtlich alles richtig gemacht haben.“ Über die Wintermonate weiterentwickelt wurde auch der Porsche des Wochenspiegel Team Manthey. Beim zweiten Lauf ernteten die Fahrer nun die Früchte. „Ein Langstreckenrennen gewinnt man nicht in der ersten Kurve“, sagte Pietsch. „Wir sind heute mit konstant schnellen Rundenzeiten und einer guten Portion Gelassenheit durchgefahren – das Geheimnis unseres Erfolges.“

Bert Lambrecht, Jean Francois Hemroulle (beide Belgien) und Lance David Arnold fuhren in einem weiteren Manthey-Porsche auf Platz vier. Als Fünfte beendeten Stefan Kissling (Schuld) und Hannu Luostarinen (Finnland) den zweiten Lauf des Jahres in der Chevrolet Corvette von Kissling-Motorsport. „Unsere Zielsetzung für die erste Saisonhälfte war, mit der Corvette Erfahrungen zu sammeln“, so Kissling. „Dass wir bereits im zweiten Einsatz auf Platz fünf im Gesamtklassement gefahren sind und zudem den Klassensieg in der SP8 herausfahren konnten, zeigt das Potential dieses Projekts.“ Ein weiteres Kissling-Fahrzeug, der Opel Astra GTC der Vorjahresmeister Marco Wolf (Lohmar), Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche (beide Hückeswagen), rettete sich mit einem nahenden Motorschaden als Klassensieger bei den VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum ins Ziel.

Die Liste der Ausfälle beim 50. ADAC ACAS H&R-Cup ist lang –am Ende wurden 141 Fahrzeuge gewertet. Nach Setup-Problemen im Zeittraining nutzte Land-Motorsport das Rennen als Test, um die Entwicklung des neuen Porsche weiter voranzutreiben. Nach nur sechs Runden war die Fahrt der Trainingsschnellsten, Tom Coronel, Duncan Huisman (beide Niederlande) und Sascha Bert (Ober-Ramstadt), beendet. Das Zakspeed-Trio fiel nach einem technischen Defekt an der Dodge Viper GTS-R aus. Ein Auspuffschaden am Porsche 911 GT3 RSR von Timo Bernhard (Dittweiler), Romain Dumas (Schweiz) und Marcel Tiemann (Monaco) bedeutete das Aus für Manthey-Racing nach zehn Runden. Einem Unfall fiel nach 16 Runden das Opel Astra V8 Coupé von Volker Strycek (Dehrn), Andreas und Ralf Schall (beide Dornstadt) zum Opfer.

Wechsel an der Tabellenspitze der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft
Die neuen Tabellenführer der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring sind Timo Schupp und Andreas Herwerth (beide Bretzfeld). Zusammen mit Werner Gusenbauer (Plochingen) fuhr das Duo im BMW M3 zum zweiten Klassensieg bei den VLN-Serienwagen bis 3.000 ccm Hubraum. Auf Platz zwei in der Meisterschaft liegen nach zwei Läufen Jürgen Nett (Mayen) und Rolf Schütz (Andernach), die sich auch den zweiten Sieg in der Honda Civic Cup-Klasse sicherten. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde, als sich Nett an den lange Zeit führenden Peter Venn (Großbritannien), Marcel Hoppe (Lennestadt) und Harald Thönnes (Mülheim-Kärlich) vorbeischob.
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