Rallye Kempenich: Färber-Doppelsieg nach Brunken-Flug
Dritter Kempenich-Sieg für Frank Färber
Zum 30. Mal wurde die ADAC-Rallye Kempenich ausgerichtet. Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung präsentierte Rallyeleiter Berthold Hantel den Teilnehmern sein neues kompaktes Konzept mit vier verschiedenen Wertungsprüfungen, die je einmal gefahren wurden. 91 Teams, darunter 38 Youngtimer, rollten über die Startrampe in Kempenich.
Aufgrund von starkem Regen und viel Dreck auf der Piste übernahm ein Mitsubishi die Spitze. Anstelle der Färber-Brüder Frank und Marc war es allerdings Wilfried Brunken. Zwar überraschend, aber dafür deutlich. Sowohl in Müllenbach als auch hoch nach Reifferscheid war der Pfälzer schnellster.
Und auch bis 100 Meter vor dem Ziel von WP 3 war Brunken – handgestoppt vom Chronisten – sechs Sekunden vor Marc Färber, ehe ihm die Strasse ausging. Nach 25 Metern freiem Flug mit harter Landung auf der Langlaufloipe an der Hohen Acht verabschiedete sich nur der Ölwannenrammschutz, während der Rest des Lancers nach etwas über einer Minute den Weg zurück zur Strecke fand. Mehr als Gesamtrang acht war somit für Brunken nicht mehr möglich.
Im Duell der Färberbrüder konnte der "Kleine" (Marc) dem "Großen" (Frank) 4,5 der 4,9 Sekunden aus WP 1 bis zur WP 4 abnehmen. Mit einem Abstand von 0,4 Sekunden ging es in die WP 4 Kempenich die damit zur "Königs-WP" wurde. Schlussendlich konnte sich Frank Färber, begünstigt durch einen Fahrfehler von Marc, mit einem Vorsprung von 3,6 Sekunden durchsetzen und die Rallye Kempenich nach 2002 und 2004 zum dritten Mal gewinnen.
Bereits auf dem dritten Gesamtrang führten die Ergebnismonitore den 1600er VW Golf GTi von Willi Bus, es folgte Darius Drzensla im Ford Escort RS 2000 und Stefan Moses, der im BMW 320iS nach einem Dreher auf WP 4 noch vom dritten auf den fünften Rang zurückfiel. „Beim Hochschalten vom fünften in den sechsten Gang brach uns auf Aquaplaning das Heck aus. Gott sei Dank war dort ein Acker ohne Hindernisse“, atmete Moses tief durch. Mit dem Debüt nach rund zwei Jahren Pause war der BMW-Pilot dennoch zufrieden.
Mit großen Erwartungen waren vier bergische Teams in die Eifel gereist. Am Ende war der 13. Platz von Norbert Zaremba/Fred Tiebe (Remscheid/Gummersbach) im Opel Ascona das beste Ergebnis. Etwas traurig standen die Remscheider Stefan Schlesack und Rudi Küfner im Vorstart-Bereich. „Wir warten auf die neue Auspuffanlage für unseren BMW M3“, sagte Schlesack. „Trotz des Sieges bei der Köln-Ahrweiler waren wir mit der Leistungsentfaltung nicht zufrieden. Auf dem Prüfstand haben wir festgestellt, dass das Abgasrohr zu schwach dimensioniert ist. Wir wären hier gerne gefahren, wenn auch der starke Regen eher etwas für Allradler und nicht für heckgetriebene BMWs ist…“
Zumindest mit seinem Ford Escort RS2000 stand der Remscheider Paul Jerlitschka im Vorstart, konnte aber aufgrund von Motorproblemen nicht antreten. Bruder Johann Jerlitschka mit Beifahrer Heiko Bender lag in der mit 19 Fahrzeugen am stärksten besetzten Klasse N/F bis 2000 ccm nach zwei Prüfungen auf Platz sechs, als die Remscheider zweimal Pech hatten.
Auf WP drei „erwischte“ das BMW-Duo einen Wolkenbruch, während die meisten Klassenkonkurrenten auf nur feuchter Strasse unterwegs waren. Auf der letzten Prüfung landeten Jerlitschka/Bender abseits der Strecke in einem Acker und brauchten helfende Zuschauerhände, den den BMW 318iS nach sechs Minuten zurück auf die Strecke hievten. „Alles Trophäen …“, meinte Zuschauer Marcel Ebeling, der von Kopf bis Fuss eingeschlammt wurde. Mehr als Platz 15 war somit nicht mehr möglich.
Vor genau einem Jahr starteten die Teilnehmer des Honda Civic Cups zu ihrem ersten Langstreckenrennen - jetzt endlich feierte der neue Civic Type-R von Schmack Motorsport seinen Einstand auch im deutschen Rallyesport gleich mit einem Klassensieg. DRS-Meister Michael Abendroth und Sohn Christoph Franke - auch für ihn war es der erste Rallyeeinsatz - erzielten drei Bestzeiten und waren vom neuen Civic begeistert: "Tolles Handling und viel Fahrspaß!"
Den zweiten Klassenrang belegten Andreas Mansfeld/Gerd Ottenburger, die mit ihrem heckangetriebenen Fugel-Honda S2000 auf den teilweise engen und sehr schlammigen Prüfungen voll auf Angriff fuhren. "Auf den schnellen WPs konnten wir fast die Zeiten den neuen Civic erreichen, aber auf der Kehrenstrecke von Fuchshofen und im strömenden Regen des letzten Rundkurses wären fast noch Paulus/Zens mit ihrer tollen 5. Gesamtzeit vorbeigekommen“, sagte Mansfeld.
Schnellste Youngtimer waren die Lokalmatadoren Darius Drzensla und Peter Schaaf, die mit dem Ford Escort RS 2000 sogar den vierten Platz der Gesamtwertung belegen konnten! Bereits auf der ersten Prüfung auf den Verbindungswegen rund um den Nürburgring gaben die beiden mit der drittbesten Zeit ihre Visitenkarte ab! Auf der dritten WP der „Hohen Acht – Prüfung“ fuhren sie sogar die zweitschnellste Zeit des Feldes.
„Das ist genau mein Wetter“, so Oliver Rohde, der zusammen mit Jan Wolff wieder im schnellen Porsche 924 Carrera GT die Klasse der Gruppe 4 Fahrzeuge gewann und als Zehnter der Gesamt- und zweiter der Youngtimer-Wertung nach Kempenich kam. Georg Berlandy brachte zum zweiten Mal nach seinem Auftritt bei der Köln-Ahrweiler, wo er zeitweise die Rallye anführte, seinen neu aufgebauten Opel Ascona A an den Start. Mit Co Julian Pinnensprang mit 42 Sekunden Rückstand Rang drei heraus. Klassenrang drei hinter Drzensla und Berlandy ging an den Lohmarer Heinz-Robert Jansen mit Hans-Peter Schmitz aus Neunkirchen-Seelscheid.