Rallye nat.: Husarenritt von Kleinwächter in der Dunkelheit
Die Eheleute Kleinwächter zeigten der Konkurrenz das Heck
Thomas und Andrea Kleinwächter aus Moers waren die strahlenden Gesamtsieger der 12. ADAC-Taunus-Rallye. Nach fünf Wertungsprüfungen hatte das Subaru Impreza-Duo 9,4 Sekunden Vorsprung auf Ronny Amm/Thomas Fuchs im Mitsubishi Lancer Evo VII. Mit Dirk Riebensahm, Rainer Noller und Wolfgang Günther folgten drei weitere Mitsubishi-Piloten.
Mit 116 Startern gegenüber 88 im letzten Jahr gab es eine Steigerung von über 30 Prozent rund um Riedelbach. Begünstigt wurde dies auch, weil die Taunus Rallye den Saisonstart in Deutschland bildete und einige Teams zu Testzwecken für die anstehende Saison kamen.
Lokalmatador und Rundstrecken-Spezialist Jürgen von Gartzen rollte gleich auf WP 1 den von Gassner Rallisport gemieteten Mitsubishi ab, der nur noch Schrottwert hatte. Mitfavorit Kleinwächter verpasste in der Auftaktprüfung einen Abzweig, büßte zehn Sekunden ein und glaubte bereits, alle Siegeshoffnungen eingebüßt zu haben.
Zwar markierte Ronny Amm die erste Bestzeit, doch Vorjahressieger Marco Koch (Opel Kadett C) nahm auf WP zwei dem Rest der Welt mindestens zehn Sekunden oder mehr ab und auch in Prüfung drei landete Koch nur knapp hinter Kleinwächter. Vor den letzten beiden WPs führte Koch mit 14 Sekunden vor Amm, Noller (25,4) und Kleinwächter (27,4).
Dann überschlugen sich die Ereignisse: Kurz nach dem Start von WP 4 touchierte Koch einen Stein, ein Hinterrad machte sich selbständig und der Kadett landete im Acker – Out. Mit seiner ersten Bestzeit machte Noller Boden gut auf Amm, während Kleinwächter erneut Zeit einbüßte.
Auf der anspruchsvollen letzten Prüfung drehte Kleinwächter den Spieß um und bewies, dass man auch mit einem zehn Jahre alten und seriennahen Subaru gegen moderne Mitsubishis bestehen kann: 23 Sekunden verlor Amm, Noller 32, so dass sogar noch Dirk Riebensahm auf Gesamtrang drei vorrückte. Ronny Amm zog vor dieser unglaublichen Leistung den Hut und gratulierte den Gewinnern: „Wir waren einfach zu vorsichtig und wollten den Wagen nicht riskieren. Hinzu kommt, dass ich im Dunkeln einfach nicht so viel sehe. Thomas hat verdient gewonnen!“.
Mit 42 Startern war die Gruppe N/F bis 2000 ccm die stärkste Klasse. Während Jörg Schuhej/Tanja Timmer im Opel Astra an der Spitze dominierten und einen ungefährdeten Sieg einfahren konnten, kämpften dahinter die Honda-Piloten Jochem Möller/Bianca Pfaff (Integra) und Andreas Mansfeld/Björn Leifert (S2000) um Rang zwei. Während Möller auf Slicks vertraute, war Mansfeld aufgrund des hohen Schotteranteiles (40 Prozent) mit M&S-Reifen gestartet.
Nach einem Plattfuß am S2000 in WP drei konnten Möller/Pfaff aber davonziehen und Mansfeld/ Leifert blieb am Ende der dritte Podiumsplatz. "Das war ein schöner Kampf auf tollen Sonderprüfungen vor einer riesigen Zuschauerkulisse. Mit Rang zwei und drei für Honda in dieser BMW-dominierten Klasse sind wir sehr zufrieden. Gratulation an Jörg, Tanja, Jochen und Bianca - im nächsten Jahr werden wir es noch mal versuchen!" bilanzierten Mansfeld/Leifert im Ziel.
Hinter den beiden Siegern im BMW 318iS-Cup, Sascha Kilb und Andreas Kraus, lenkten Günter Werner/Michael Bieg (Lohmar/Lindlar) ihren 3er auf Rang sechs in der Klasse. Die Remscheider Johann Jerlitschka/Heiko Bender kamen mit ihrem BMW 318iS auf Platz 13. Heinz-Robert Jansen/Hans-Peter Schmitz (Lohmar/Björn Leifert) waren bestes Youngtimer-Team. Mit dem Opel Manta kam das Duo zudem auf den hervorragenden 20. Gesamtrang.