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2007-08-17 11:14:16 - ks
WTCC: Interview mit Tabellenführer Jörg Müller

Einziger Deutscher in der WM: Jörg Müller
Der Titelkampf in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft geht in die heiße Phase: Beim einzigen Gastspiel der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft in Deutschland vom 24. bis 26. August in der Motorsport Arena Oschersleben trennt die ersten drei Fahrer in der Meisterschaftswertung jeweils nur ein Punkt. Mit Jörg Müller führt der einzige fest eingeschriebene deutsche Fahrer mit hauchdünnem Vorsprung vor seinem BMW-Markenkollegen Augusto Farfus und Titelverteidiger Andy Priaulx die Tabelle an. Im Interview steht der Hückelhovener Rede und Antwort – ein Gespräch über Motivation, Faszination Tourenwagen-WM und die Herausforderung Oschersleben.

Sie reisen als einziger fest eingeschriebener Deutscher mit der Tabellenführung in die Motorsport Arena Oschersleben – braucht es da noch einen Heimvorteil?
„Eine hohe Motivation muss man als Rennfahrer in jedem Rennen der Saison haben, die ist in Oschersleben deshalb sicher nicht höher als bei anderen Veranstaltungen. Aber als einziger permanent startender Deutscher ausgerechnet als Führender zum Heimrennen zu kommen, macht mich natürlich besonders stolz. Der Vorsprung ist zwar nur sehr klein, aber die Motorsport Arena lag BMW bisher immer gut. Deswegen bin ich auf jeden Fall zuversichtlich.“

Was sind die emotionalen Nebeneffekte eines Heimspiels?
„Besonders angenehm ist es, von vielen Freunden und Bekannten vor Ort unterstützt zu werden, die sonst nicht die Gelegenheit haben, mal eben nach Brasilien zu fliegen. Gerade die Nähe zum üblichen Umfeld ist eine besonders schöne Sache.“

Sie haben an allen Rennen der Tourenwagen-EM und -WM in Oschersleben teilgenommen. Kann es für Sie deshalb einen Erfahrungsvorsprung gegenüber den Gegnern geben?
„Ich denke, dass das nicht so ist. Diejenigen, die mit mir um die Meisterschaft fahren, sind alle ebenfalls schon in der Tourenwagen-EM und -WM gestartet, kennen also Oschersleben und die Gesetze der Meisterschaft ebenso gut wie ich selbst.“

In dieser Saison gibt es mit der im Winter umgestalteten ersten Kurve eine neue Herausforderung, die Sie bei Testfahrten bereits ausprobieren konnten. Wie bewerten Sie den Umbau?
„Zunächst einmal ist die Stelle enger und langsamer geworden und erfordert deshalb einen anderen Rhythmus als bisher. Ziel des Umbaus war es, dort eine zusätzlich Stelle zum Übrholen zu schaffen. Das war vorher dort beinahe unmöglich. Ob sich das in der Tourenwagen-WM bewährt, wird sich nach den ersten beiden Rennen zeigen.“

Ihr Vorsprung in der Meisterschaft ist sehr gering. Was müssen Sie beim Heimspiel dafür tun, dass Sie ihn weiter ausbauen können?
„Wichtig ist vor allem, zu punkten und an den ersten drei, vier der Meisterschaft dranzubleiben. Ich gehe nicht unbedingt mit dem Ziel nach Oschersleben, den Vorsprung auszubauen. Denn es gibt bis zum Saisonende noch vier Veranstaltungen mit jeweils zwei Rennen – also noch 80 maximal zu vergebene Punkte. Das ist eine ganze Menge. Ankommen und Punkte zu machen ist das oberste Ziel, wenn man auf die direkte Konkurrenz ein, zwei Punkte verliert oder gewinnt ist das nicht das Entscheidende im Moment.“

In Oschersleben haben Sie reglementbedingt auch 55 Kilogramm Platzierungsgewicht an Bord. Wie sehr bremst Sie das ein?
„Unsere Ingenieure rechnen immer mit 1,5 Zehntelsekunden Zeitverlust bei zehn Kilogramm Zusatzgewicht. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Fahrer, die mit um die Meisterschaft kämpfen, alle in etwa so viel Ballast dabei haben wie ich selbst. Von daher wird dieser Kampf sehr ausgeglichen sein, auch wenn es vielleicht dabei nicht um Siege geht. Gaststarter, wie mein Landsmann Peter Terting bei SEAT, haben da schon eine bessere Chance gut auszusehen, weil sie einen klaren Gewichtsvorteil haben.“

Das Handicap-System sorgt für eine sehr ausgeglichene Meisterschaft. Was macht für Sie darüber hinaus die Faszination der Tourenwagen-WM aus?
„Dass sich das System bewährt hat, hat schon die Meisterschaftsentscheidung in der letzten Saison gezeigt, als noch neun Fahrer beim letzten Rennen den Titel holen konnten. Das war natürlich sportlich gesehen das Größte, auch wenn es für einen Rennfahrer immer bitter ist, für gute Leistungen mit Platzierungsgewichten ‚bestraft’ zu werden. Technisch gesehen bietet die Tourenwagen-WM verschiedene Fahrzeugkonzepte, die gegeneinander antreten und damit für attraktive Bedingungen für die Hersteller sorgen. Man kann auf diese Weise als Werk technische Kompetenz beweisen.“

Von den letzten zehn Rennen in Oschersleben hat BMW neun Rennen gewonnen. Was macht die Motorsport Arena zu einer echten BMW-Strecke?
„Oschersleben verfügt über viele Kurven, die zwischen langsam und mittelschnell einzustufen sind. Das ist nicht nur für uns Fahrer eine Herausforderung, sondern auch für die Technik. Die Fronttriebler nehmen in den Kurven den Reifen stärker ran als unsere heckgetriebenen BMW. Damit ist die Belastung über die Distanz für die Reifen bei unseren Autos geringer – ich denke, dadurch haben wir einen kleinen Vorteil.“

In der letzten Saison haben Sie in Oschersleben einen Laufsieg gefeiert. Was spricht für einen weiteren anno 2007?
„Der Sieg 2006. Das zeigt, dass mir, meinem Team und meinem Auto die Strecke wirklich liegt. Aber es spricht auch etwas dagegen: mein Zusatzgewicht. Aber das werden wir mit mehr Einsatz wieder wettmachen.“

Drei Gründe für die Zuschauer, die beiden Tourenwagen-WM-Rennen in Oschersleben nicht zu verpassen…
„Auf jeden Fall: die spannendsten Rennen, die man im Tourenwagensport zu sehen bekommt – das haben die letzten drei Jahre gezeigt. Ein weiter Grund sind natürlich die traumhaften Bedingungen, die man als Fan in Oschersleben vorfindet, denn man kann aus dem Infield große Teile der Rennstrecke einsehen. Und Grund drei: ein deutscher Meisterschaftsführender.“


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