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2007-07-03 21:58:49 - ks
Le Mans Serie: Doppelsieg für Peugeot – heißer Kampf um die Plätze

(c) Jan Philipp Brucke
Souveräner Sieg auf dem Nürburgring für Peugeot
Beim 1000km-Rennen auf dem Nürburgring feierte Peugeot den dritten Sieg in Folge. Das siegreiche Auto, gefahren von Stephane Sarrazin und Pedro Lamy, legte im Verlauf des Sechs-Stunden-Rennens die volle Renn-Distanz zurück: 195 Runden. 10.000 Zus-chauer waren vor Ort und erlebten, wie im ganzen Feld heiß um den dritten Platz in der Gesamtwertung sowie die Siege in den anderen Kategorien, LM P2, LM GT1 und LM GT2, gekämpft wurde.

Die beiden Peugeot jedoch fuhren einen ungefährdeten Doppelsieg heraus, wobei die Sieger, Stephane Sarrazin / Pedro Lamy, mit mehr als einer Runde Vorsprung auf ihre Teamkollegen Nicolas Minassian / Marc Gene ins Ziel kamen. In der ersten Stunde fuhren die beiden schwarzen Autos im Doppelpack, doch kurz nach den ersten regulären Boxenstopps musste Minassian erneut die Box anlaufen um Öl nachzufassen. Von da an füllte das Team bei jedem der folgenden Stopps erneut Öl nach. Ein Schaltproblem – das durch einen Lenkradwechsel behoben werden konnte – vergrößerte den Rückstand des Autos mit der Startnummer sieben und in der Schlussphase des Rennens machte dann auch noch eines der vorderen Radlager Sorgen. Damit hatten Minassian / Gene keine Siegchance mehr und mussten sich mit dem zweiten Platz vor dem Pescarolo Jean-Christophe Boullion / Emmanuel Collard begnügen.

Um den dritten Platz lieferten sich die Teams Courage, Pescarolo, Creation und Charouz einen verbissenen Kampf. Der Pescarolo kam ohne Probleme durch und belegte letztlich – mit vier Runden Rückstand auf den siegreichen Peugeot – Platz drei. Der Charouz Lola hingegen schob sich erst in der letzten Runde am Creation von Shiniji Nakano vorbei auf den vierten Platz. Nach dem Quali¬fying hatte der Lola einen Airbox-Test nicht bestanden und wurde deshalb ans Ende der Startaufstellung versetzt, doch Stefan Mücke arbeitet sich während der ersten zwei Stunden schnell nach vorne und lag zum Zeitpunkt seines Boxenstopps – nach zwei Stunden – bereits auf Platz sieben der Gesamtwertung. Anschließend fiel der Lola allerdings wegen eines Reifenschadens wieder zurück, schaffte es aber auf der trockenen Strecke zurück an die Box, ohne eine Safety-Car-Phase auszulösen.

Lange sah es danach aus, als sollte der Courage von Jean-Marc Gounon / Guillaume Moreau sich Platz drei sichern können, doch 35 Minuten vor dem Ziel drehte sich Gounon ins Kiesbett, fuhr sich fest und verlor durch die notwendige Bergung 15 Minuten. Platz acht in der Gesamtwertung ging an den Zytek von Tom Chilton / Hayanari Shimoda. Chilton war zeitweise der schnellste Mann auf der Strecke, doch aufgrund eines Elektronik-Problems musste er anschließend bei jedem Schaltvorgang die Kupplung betätigen, bis es dem Team gelang, das Problem zu beheben. Jan Lammers Team ‚Racing for Holland’ holte Platz neun in der Gesamtwertung und wurde Siebter in der „LM“P1-Kategorie, scheinbar mit Peter Kox am Steuer. Jan Lammers war auf dem Weg zum Nürburgring sein Helm gestohlen worden, deshalb musste er die ersten zwei Stints mit dem Helm von Jeroen Blekemolen bestreiten. „Ich habe seinen Helm dann in den Reifen-Ofen gelegt um das Futter zu trocknen, doch unglücklicherweise habe ich das Innenleben des Helms damit zum Schmelzen gebracht. Darum musste er die letzten zwei Stints mit Peter Kox’ Helm fahren.“

Mike Newton / Tommy Erdos fuhren mit ihrem RML MG Lola ein perfektes Rennen, sicherten sich den Klassensieg sowie Platz sechs in der Gesamtwertung und übernahmen damit die Führung in der Fahrer-Wertung. Von der Pole Position gestartet machten die beiden keinen einzigen Fehler und siegten mit einer Runde Vorsprung auf den Zytek von Juan Barazi / Michael Vergers / Karim Ojjeh. Der Lola des Quifel Teams kam zwar ebenfalls ohne jegliche Probleme durch, war aber einfach nicht schnell genug und musste such deshalb mit Platz drei begnügen.

Es war ein extrem enges Rennen und die Teams auf dem Podium fanden lobende Worte fürein-an¬der. „Wir haben die Sekunden bis zur Zielflagge gezählt“, sagte Newton, der schon mehr als ein Mal in der Schlussphase eines Rennens um einen fast sicher geglaubten Sieg gebracht wurde. „Unsere Konkurrenten hier auf dem Podium waren ebenfalls extrem stark und unser Vorsprung auf die Zweitplatzierten war ja auch nicht gerade riesig.“ Warren Highes und Neil Cunningham im Radical des Embassy Racing Teams lagen zeitweilig ebenfalls viel versprechend im Rennen, doch dann wurden sie durch einen langen Boxenstop und ein kurzes Boxen-Feuer – verursacht durch auf den heißen Auspuff tropfendes Öl – auf Platz sechs hinter Horag Lista Lola zurückgeworfen.

Insgesamt drei verschiedene Hersteller schafften es aufs Podium: Einer davon war der Saleen von Stephane Ortelli / Soheil Ayari, die sich zum zweiten Mal in Folge durchsetzen konnten. Auf dem Weg zum Sieg hatten sie allerdings ihre Probleme, denn nach einem Reifenschaden – als Ayari am Steuer saß – verloren sie vorübergehend die Führung. „Es war wichtig, dass wir heute gepunktet haben“, sagte Ortelli nach dem Rennen. „Nach dem Reifenschaden mussten wir eine Menge Boden gutmachen.“

Platz zwei ging an den Aston Martin von Team Modena. Antonio Garcia / Christian Fittipaldi kamen gerade mal 18 Sekunden vor der Corvette von Jerome Policand / Patrice Goueslard / Luc Alphand ins Ziel, die sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,422 Sekunden gegen den Aston Martin von Christoph Bouchut durchsetzten. Der zweitplatzierte Modena-Aston-Martin bestritt den größten Teil des Rennens mit abgeschalteter Traktionskontrolle. „Als Bouchut mich nach einer halben Stunde überholt hat, beschloss ich, es sei besser, sie abzuschalten“, erklärte Garcia.

Für Virgo Motorsport lief das Rennen perfekt: Allan Simonson und Rob Bell holten mit dem Ferrari des Teams den Sieg. Die Sieger wurden mit 1:30 Minuten Vorsprung auf den Team-Felbermayer-Porsche der Titelverteidiger Marc Lieb und Xavier Pompidou abgewinkt. Letztere verloren bei jedem Reifenwechsel Zeit, weil eines der Hinterräder klemmte. „Wir haben bei jedem unserer Stopps nur nachgetankt und Reifen gewechselt, denn wir hatten keinerlei Probleme mit unserem Auto“, sagte Bell. „Wir hatten jede Menge Pläne und jeder davon hat funktioniert. Wir haben vom Start bis zum Ziel geführt – ein perfektes Rennen.“ Als Dritter kam der Farnbacher-Porsche von Dirk Werner, Pierre Ehret and Lars Eric Nielsen ins Ziel, gefolgt vom GPC-Ferrari mit der Besatzung Matteo Bobbi, Alessandro Bonetti und Fabrizio de Simone.
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