24 Stunden Nürburgring: Das Rennen der Superlative
Die wohl größte Motorsportveranstaltung der Welt: Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring
Mit 35 Auflagen seit 1970 zählt das ADAC Zurich 24h-Rennen nicht nur auf dem Nürburgring längst zu den Klassikern. In den mehr als viereinhalb Jahrzehnten ihres Bestehens hat sich die Veranstaltung auch zur wohl größten Motorsportveranstaltung der Welt entwickelt. Die Kombination aus den rund 200.000 Fans rund um dem Kurs, der legendären 24-km-Berg-und-Tal-Bahn der Nürburgring-Nordschleife und dem Schlagabtausch von weit über 200 Fahrzeugen, die hier gleichzeitig auf der Strecke sind, machen das Endurance-Rennen zum Großereignis. Aber es gibt auch andere Gründe, den 24 Stunden auf dem Nürburgring eine Sonderstellung einzuräumen. Denn wohl nirgendwo sonst steht ein Motorsportveranstalter vor der Aufgabe, so viele Teilnehmer auf einer so langen Strecke sicher durch Tag und Nacht zu führen und darüber hinaus noch Fanströme im Umfang einer mittleren Großstadt zu koordinieren, deren Einwohner sich für vier Tag mitten im Herzen der Eifel häuslich einrichten – weil für sie das größte Rennen der Welt vor allem eines ist: Die beste Party, die man im Motorsport feiern kann.
Über 2.000 haupt- und ehrenamtliche Helfer benötigen die Organisatoren für das ADAC Zurich 24h-Rennen, um die Veranstaltung durchzuführen. Von den 250 Polizisten, die die Verkehrsströme weiträumig leiten und für die Sicherheit in Außenbereichen zuständig sind bis zum Rennleiter, auf dessen Signal das Rennen beginnt und endet sind sie tagelang unermüdlich im Einsatz – oft schon ab Dienstags vor dem Rennen. Denn dann beginnen nicht nur die Fans damit, ihre „Claims“ entlang der Strecke abzustecken, auch die Rennvorbereitungen gehen in die heiße Phase. Das Herzstück des Rennens ist ein Orgateam, dem rund 130 Personen angehören: 30 Helfer bilden die eigentliche Rennleitung, die – vom Renn- und Orgaleiter über den Leiter der Streckensicherung über Rennsekretäre und Zeitnahmekommissare bis hin zu den Einsatzleiter dern Hilfsdienste reicht. Weitere 100 Personen sind in angrenzenden Bereichen tätig – von den Sportkommissaren und Technischen Kommissaren über die Streckensprecher bis hin zum Team im Welcome Center.
Fast 900 Posten entlang der Nordschleife
Rund 700 Rennfahrzeuge, in denen geschätzte 1.000 bis 1.200 Rennfahrer ins Volant greifen, bekommen die Fans an den vier Veranstaltungstagen am Nürburgring zu sehen: 230 Fahrzeuge und 700 Piloten sind es alleine im Hauptrennen! Klarer Fall: Bei diesen Zahlen und einer Streckenlänge von 25,378 km muss die Organisation gigantische Ausmaße haben. Etwa bei den Streckenposten: Fast 900 Marshals die im Schichtbetrieb für Sicherheit sorgen, wechseln sich entlang der Nordschleife ab. Weitere 70 Posten sind in der Boxengasse im Einsatz, 40 Marshals werden im Fahrerlager benötigt. Und das sind nur die größten Positionen auf einer langen Liste von Aufgaben, die auszufüllen sind. Für die vielfältigen Shuttlefahrten etwa sind alleine 45 Helfer notwendig.
Keine Kompromisse bei der Sicherheit
Beeindruckend ist auch die Kombination von Technik und Menschen, die für die Sicherheit beim Rennen sorgt. Knapp 120 Feuerwehrleute und 60 Ärzte und Sanitäter im medizinischen Bereich stehen für Notfälle rund um die Strecke bereit. Für schnelle Hilfe an der Strecke sorgt außerdem die DMSB-Staffel mit rund 60 Personen. Kommt es zu kleineren Vorfällen, kann das Team in der Streckensicherung auf vielfältige Weise reagieren: Sieben Abschleppwagen und fünf Bergetraktoren sind im Einsatz, mit zwei Kleinbussen können zusätzliche Marshals für Aufräum- und Bergungsarbeiten herangeholt werden. Für die Absicherung solcher Einsätze haben die Organisatoren des 24h-Rennens eine besondere Lösung entwickelt. Auf der Nordschleife ist der Einsatz von Safety-Cars schon aus praktischen Erwägungen immens kompliziert, weshalb so genannte „stationäre Safety-Car-Phasen“ eingeführt wurden: Müssen an Streckenabschnitten größere Maßnahmen durchgeführt werden, wird die Piste mit Pylonen verengt und die Teilnehmer mit gelben Flaggen und weiteren optischen Signalen heruntergebremst. Diese Aufgabe übernehmen die vier Intervention-Teams, deren fast 30 Mitglieder aus handverlesenen Rennfahrern und Marshals bestehen, die im 420 PS starken Audi RS4 an den Unfallort eilen und dort die Sicherungsmaßnahmen übernehmen.