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2007-04-23 11:34:18 - ks
Rallye-DM: Deutsche Rallye-Meisterschaft mit spannendem Saisonauftakt

(c) Jan Philipp Brucke
Gassner/Schrankl siegten beim Saisonauftakt
Mit einem fulminanten Auftakt hat sich die Deutsche Rallye-Meisterschaft bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg nach einjähriger Pause zurückgemeldet. Hermann Gassner / Siggi Schrankl im Mitsubishi Lancer Evo 9 trugen sich als erste in die Siegerliste ein und übernahmen damit auch die Meisterschaftsführung. Nach neun anspruchsvollen WPs und 138 WP-Kilometern (Gesamtdistanz: 434 km) hatte das bayerische Duo auf der Zielrampe in Schlitz einen Vorsprung von 43,9 Sekunden auf Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer im Subaru Impreza Sti. Gassner / Schrankl hatten sich insbesondere auf der ersten Hälfte der Samstagsetappe einen offenen Schlagabtausch mit Anton Werner / Ralph Edelmannd geliefert, bei dem das Porsche-Team zwischenzeitlich über eine halbe Minute Führung herausfuhr. Doch auf WP 4 versenkte Werner seinen GT im Straßengraben – und mit ihm die Hoffnung auf den Gesamtsieg und schied aus.

„Ich wollte hier gewinnen“, fasste Gesamtsieger Gassner nach dem Auftakterfolg zusammen. Trotz seiner ersten Bestzeit vor 15.000 Zuschauern bei der stimmungsvollen Abend-WP in Willofs am Freitag war er dabei vor dem ersten von fünf DRM-Läufen alles andere andere als siegessicher: „Uns war schon vor der Rallye klar, dass es sehr schwer werden würde, denn die Spitzengruppe hier war extrem gut besetzt. Erst als Toni Werner ausfiel, waren wir sicher, dass wir den Sieg vom vergangenen Jahr wiederholen können.“ Sein schärfster Konkurrent im GT3-Porsche haderte trotz des Ausfalls nicht mit seinem Schicksal. „Für uns waren die Nachmittagsprüfungen mit den höheren Schotteranteilen von vorneherein der Knackpunkt“, erklärte Toni Werner. „Wir wollten uns deshalb am Vormittag auf den reinen Asphaltprüfungen ein Zeitpolster sichern.“ Und genau dieser Plan ging nicht auf: Beim zweiten Durchgang auf dem ultraschnellen Schottenring, der letzten Prüfung der Vormittagsrunde, trug es das Porscheteam von der Piste. An eine Weiterfahrt war danach nicht mehr zu denken. Gleichwohl bewies schon das Geschehen am Vormittag, das die DRM 2007 über eine ausgeglichene Spitzengruppe verfügt. „Das ausgewogene Reglement wird für eine spannende Saison sorgen“, freute sich Werner deshalb auf die kommenden Rallyes.

Die Fans dürfen sich beim zweiten DRM-Lauf (AvD-Sachsen-Rallye vom 17. bis 19. Mai) wieder auf spannende Unterhaltung freuen, weil neben den etablierten Rallyepiloten starke Youngster antreten. Zwei von ihnen entschieden den Kampf um Platz drei erst auf den allerletzten Metern der Rallye: Der 20-jährige Stefan Schneppenheim setzte in der finalen Prüfung alles auf eine Karte und fuhr wie entfesselt. Am Schluss wurde die schnellste Zeit des gesamten Feldes für ihn notiert und der 22-jährige Rudi Hachenberg hatte um 6,2 Sekunden das Nachsehen. „Das war die beste WP meines Lebens, schneller ging es einfach nicht mehr“, freute sich Schneppenheim anschließend.

Des weiteren sind Olaf Dobberkau und sein Copilot Helmar Hinneberg erfolgreich in die neue Saison der Deutschen Rallye-Meisterschaft gestartet. Beim Debut mit ihrem Porsche 911 GT3 fuhren sie auf einen guten sechsten Platz. Obwohl er den bärenstarken Porsche erst seit ein paar Wochen hat, zeigte Olaf Dobberkau eindrucksvoll, dass er sich mit dem Auto schnell anfreunden konnte. Das Prorallye Team war auf den neun Wertungsprüfungen ständig unter den besten zehn Teams zu finden. Zweimal konnte der Porsche dabei die drittbeste Zeit für sich verbuchen.
"Es war ein prima Einstand für uns. Ich bin mit dem Auto sehr gut zurecht gekommen", zieht Olaf Dobberkau sein Resümee. "Ich habe mich erst langsam herangetastet, wurde dann sicherer und habe mich immer mehr gesteigert. Man muss beachten, dass alle fünf Autos vor uns Allradantrieb haben und wir nicht. Die Schotterabschnitte liegen denen natürlich besser. Außerdem war dieses Jahr viel Dreck auf dem Asphalt. Diese Rallye war für mich im neuen Auto eine wunderschöne Lernphase. Der GT 3 ist wirklich klasse, absolut zuverlässig - es ist eben ein Porsche."
Auch Copilot Helmar Hinneberg ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden: "Es hat alles gut funktioniert. Wir sind kein Risiko eingegangen und haben versucht, soviel über das Auto zu lernen wie möglich. Unser Team hat gut gearbeitet und den Porsche optimal vorbereitet. Ein großer Dank an alle."

Mit einer Menge Problemen kämpften sich Tim Stebani und Ferdinand Heindlmeier durch die Auftaktveranstaltung. Der 30. Gesamtrang und viel gewonnene Erfahrung sind das Ergebnis beim Auftakt zur DRM.
Schon am Donnerstagabend bei Shakedown rutsche der Corsa Super 1600 in genau denselben Graben, den schon Jaan Mölder vor zwei Jahren nutze um auf sich aufmerksam zu machen. „Wir waren noch nicht voll da und da passiert so was schneller als man glaubt. So etwas kann man sich bei solch einem Fahrzeug nicht mehr erlauben. Du musst jeder Zeit voll konzentriert und fit sein, sonst brauchst du da nicht einzusteigen“, schlussfolgerte Stebani.
Die erste Prüfung dann am Freitagabend verlief sehr gut für die beiden Youngster und sie platzierten sich nur 4 Sekunden hinter Ihrem stärksten Konkurrenten.
Der Samstagmorgen stand dann nicht unter guten Sternen und es platze ein Reifen am Corsa Super 1600. Auch der späte Vormittag verlief nicht ohne Probleme. „Irgendwie hat uns der Fehlerteufel nicht losgelassen und uns ging erneut ein Reifen verloren. Diesmal allerdings beim zweiten Umlauf vom Schotten Ring. Diesen mussten wir allerdings noch auf der Prüfung wechseln. Außerdem scheint es, dass wir irgendetwas Härteres getroffen haben müssen. Denn die Aufhängung hat auch Ihren Teil abbekommen, wodurch wir ca. 4 Minuten verloren haben“, erklärt der 20 jährige.
Somit hieß es für die beiden nur noch durchkommen und weiter Erfahrung sammeln. Co Pilot Ferdinand Heindlmeier: „Sobald wir kein größeres Problem hatten, waren wir mit unseren Zeiten sehr zufrieden. Wir wissen natürlich, dass wir noch viel zu lernen haben, aber die Richtung stimmt.“
Ein kleiner Ausrutscher, in einen Graben, auf der letzten Prüfung verschlimmerte die Situation nicht mehr wirklich. „In einer Spitzkehre lag viel zu viel Schotter, mit dem wir absolut nicht gerechnet haben. Die Fahrt endete darauf hin relativ schnell im Graben. Allerdings standen an dieser Stelle sehr freundliche und eifrige Zuschauer bei denen wir uns ganz herzlich bedanken möchten. Zum Glück konnten sie uns zurück auf die Straße hieven sodass wir unsere Fahrt wieder aufnahmen.

Die Führung in der DRM hat vor der AvD-Sachsen-Rallye Hermann Gassner mit Co-Pilot Siggi Schrankl (30 Punkte) vor Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (23 Punkte). Auf Platz drei folgt Lars Mysliwietz (20 Punkte), der im Honda Civic Type R die Division 3 für Gruppe-N-Fahrzeuge bis 2.000 ccm gewann.


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