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2007-03-27 13:11:56 - ks
VLN: Hilgeland: „Großartige Saison steht uns bevor“

Am Samstag geht es auf dem Nürburgring endlich wieder rund
Noch vier Tage, dann hat das Warten ein Ende. Mit der 55. ADAC Westfalenfahrt startet die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring in das Rennsportjahr 2007. Die Vorzeichen stehen gut, denn die erfolgreichste Breitensportserie Europas avanciert in ihrer 31. Saison schon vor dem Auftakt zum Rekordbrecher. „Uns steht ein großartiges Jahr bevor“, sagt VLN-Vorstandssprecher Hans Jürgen Hilgeland (Ennepetal). „Wir haben vor dem ersten Rennen bereits mehr als 190 feste Einschreibungen für die Langstreckenmeisterschaft vorliegen – das ist ein neuer Rekord.“ Die Fans rund um die 24,433 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife dürfen sich auf zehn spannende Rennen freuen, denn eine Vielzahl an spektakulären Fahrzeugen wird auch 2007 für Action in der „Grünen Hölle“ sorgen.

Ebenfalls rekordverdächtig sind die Vorbestellungen für Boxenplätze – 210 Fahrzeuge wollen zum aktuellen Stand untergebracht werden, für 180 Fahrzeuge bieten die 30 Boxen am Nürburgring Platz. „Man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt Horst Golombeck (Bochum), bei der VLN für die Vergabe der Boxenplätze zuständig. „Aber wir haben bislang immer Lösungen gefunden, so auch in diesem Jahr. Viele Teams waren zu Kompromissen bereit.“ Das große Interesse seitens der Teilnehmer lässt die Verantwortlichen hoffen, dass die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, als im Schnitt 183 Fahrzeuge am Start waren, auch 2007 bestätigt werden können. „Den Level aus dem Vorjahr zu halten, wäre ein großer Erfolg“, sagt Hilgeland.

Alzen, Hahne, Stuck & Co: die Topstars
Immer mehr Topstars der deutschen und europäischen Motorsportszene zieht es in die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Zu den prominenten Neuzugängen zählt Ex-DTM-Fahrer Armin Hahne (Monaco), der zusammen mit Christian Harmann (Aachen) die Saison im Porsche 911 GT3 MR von Manthey-Racing bestreitet. Der Rennstall aus Meuspath am Nürburgring bringt insgesamt acht Fahrzeuge an den Start, davon einen Cup-Porsche für einen weiteren Ex-DTM-Piloten – Marc Gindorf (Schweiz) – und Frank Kräling (Winterberg). Die Manthey-Speerspitze bildet der neue Porsche 911 GT3 RSR (Version 997), den sich Marcel Tiemann (Monaco) im Wechsel mit den beiden Porsche-Werksfahrern Timo Bernhard (Homburg/Saar) und Marc Lieb (Ludwigsburg) teilt.

Neuigkeiten gibt es auch von Jürgen und Uwe Alzen (beide Betzdorf) zu vermelden. Das Brüderpaar bringt 2007 einen neu aufgebauten Porsche Cayman an den Nürburgring – ein ehrgeiziges Vorhaben. „Wir müssen zunächst einmal abwarten, wie sich unser neuer Wagen im Vergleich zur Konkurrenz schlagen wird“, sagt Jürgen Alzen. „Unser langfristiges Ziel sind Siege, aber die können wir mit dem neuen Projekt nicht von Beginn an erwarten.“

Mit einem neuen Spitzenfahrer geht Land-Motorsport in diesem Jahr an den Start. Neben dem Stammpiloten Marc Basseng (Leutenbach) nimmt mit Marc Hennerici (Bonn) der Meister der Privatfahrerwertung in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2005 am Volant des Porsche 911 GT3 RSR Platz. „Basseng und Hennerici starten mit dem Vorjahres-Porsche, den wir über den Winter weiterentwickelt haben“, sagt Teamchef Wolfgang Land. „Damit wollen wir an die Erfolge aus 2006 anknüpfen, als unser Team fünf Rennsiege eingefahren hat.“ Auch Christian und Peter Mamerow (beide Castrop Rauxel) setzen auf das 996er-Modell des Porsche 911. „Für die Langstreckenmeisterschaft haben wir das Einsatzfahrzeug aus dem vergangenen Jahr vor allem aerodynamisch optimiert und auch einige mechanische Details überarbeitet“, so Peter Mamerow. „Alles in allem ist es aber der 911, mit dem wir zum Ende der vergangenen VLN-Saison erfolgreich waren. Das Auto ist vom Konzept, vom Speed und der Standfestigkeit her gut und wir versprechen uns einiges damit.“

Die Konkurrenz der Porsche-Teams schläft nicht. Ab der Saisonmitte wollen Dirk Adorf (Hennef) und Rennstrecken-Architekt Hermann Tilke (Aachen) mit dem Lamborghini Gallardo von Raeder-Motorsport um den Sieg ein Wörtchen mitreden. „Auch wenn wir aus dem vergangenen Jahr kein wirklich zählbares Ergebnis vorweisen können, waren wir mit der Performance durchaus zufrieden“, so Adorf. „Jetzt gilt es den Gallardo standfest zu machen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir ein ums andere Mal punkten können.“

Eine brisante Mischung startet im BMW Z4 M-Coupé von Schubert-Motors aus Oschersleben. Die Stammbesetzung bilden Claudia Hürtgen (Aachen), die in der Langstreckenmeisterschaft 2005 den Titel holte, und Johannes Stuck (Österreich) – Sohn von Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck (Elmau). So oft es seine Termine zulassen, wird der Senior das Team ergänzen. „Wir haben in den vergangenen Monaten viel an dem Z4 gearbeitet und sehr gute Fortschritte erzielt“, sagt Hürtgen. „Wenn alles gut läuft, können wir im Rennen in die Top fünf fahren.“ Das BMW Z4 M-Coupé von Hürtgen/Stuck/Stuck startet in der Klasse der VLN-Specials bis 3.500 ccm Hubraum und somit eine Klasse unter den favorisierten Porsche.

Zu den prominente Teilnehmern der 55. ADAC Westfalenfahrt gehören auch der amtierende Tourenwagen Weltmeister Andy Priaulx und Jörg Müller. Das Duo startet für BMW-Motorsport mit einem weiteren BMW Z4 M Coupé beim Saisonauftakt der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Bei dem einmaligen Einsatz sollen noch ausstehende Daten im Rennen gesammelt werden. Sie markieren den Abschluss der Entwicklung des BMW Z4 M Coupé für den Kundensport.

Das Salz in der Suppe: Ambitionierte Amateur-Rennfahrer
Neben den zahlreichen Fahrern in der Langstreckenmeisterschaft, die aktuell oder in der Vergangenheit das Rennenfahren zum Beruf gemacht haben, bildet eine Reihe von ambitionierten Hobby-Piloten das Salz in der Suppe. Zu den Sympathieträgern dieser Kategorie zählt Johannes Scheid (Kottenborn), der gemeinsam mit Oliver Kainz (Kottenheim) und Georg Berlandy (Stromberg) den BME M3 GTRS „Eifelblitz“ pilotiert. Scheid – von Beginn der Langstreckenmeisterschaft 1977 mit von der Partie – rechnet sich nicht mehr zum vordersten Favoritenkreis. Dennoch konnte das Eifeler Urgestein in der Vergangenheit ein ums andere Mal die Konkurrenz an der Spitze ärgern.

Ebenfalls einen BMW M3 setzen Michael Bäder (Ofterdingen) und Tobias Hagenmeyer (Köln) ein – seit dem letzten Jahr ergänzt durch den erfahrenen Tourenwagenpiloten Markus Gedlich (Frankfurt). Mit dem viel umjubelten Sieg beim 6-Stunden-Rennen 2006 gewann das Trio nicht nur das wichtigste Rennen des Jahres, sondern unterbrach gleichzeitig auch die lange Porsche-Siegesserie in der Meisterschaft.

Evolution statt Revolution: das Reglement
Das Reglement der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist ein seit Jahren funktionierendes System. Da es praktisch kaum Änderungsbedarf gab, lautete das Motto der Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring für die Saison 2007 „Feinschliff“. Joachim Müller, Vorsitzendes des Arbeitskreises Technik, erklärt: „Wir haben nur wenige Anpassungen im technischen Reglement vorgenommen. So wurden in den Klassen der VLN-Serienwagen die Mindestgewichte zum Teil verändert, um der aktuellen Generation der Serienfahrzeuge gerecht zu werden. Darüber hinaus haben wir zwei neue Klassen ins Leben gerufen.“ VLN-Serienwagen von 3.000 bis 3.500 ccm Hubraum starten künftig in der neuen Klasse V6. Aufgesplittet wurde die Porsche-Cup-Klasse (Cup 4). Fahrzeuge der Version 996 starten künftig in der Cup 4a, die neuen Modelle der 997-Baureihe sind in der Cup 4b zu Hause.

Action garantiert: die „Rennen im Rennen“
Neben der Porsche-Cup-Klasse sorgen in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft vier weitere Cup-Klassen für Wirbel. Egal, ob Honda Civic Type-R, Seat Leon Supercopa, Renault Clio oder Peugeot 206 RC – die Markenwertungen innerhalb der Meisterschaft zeichneten ich in der Vergangenheit stets durch enge Duelle auf der Rennstrecke aus. Neu hinzu kommt eine Wertung für Toyota Yaris Cup-Fahrzeuge. Der Yaris Langstrecken Cup lockt mit einem Preisgeld von 20.000 Euro, die Fahrzeuge starten in der Klasse der VLN-Specials bis 1.600 ccm Hubraum.
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