Schaffen Schmidt/Weidauer den dritten Kempenich-Sieg in Folge?
Am kommenden Sonntag heißt es zum 29. Mal Start frei zur ADAC-Rallye Kempenich. Das Starterfeld ist so stark wie noch nie besetzt. Die maximale Anzahl von 150 Fahrzeugen wird erreicht. Und es ist nicht nur die Masse, sondern auch die Klasse, die den Weg nach Kempenich gefunden hat. Bis auf wenige Ausnahmen (Stumpf, Richert, Kübler, Kleinwächter) steht die versammelte nationale deutsche Rallyeelite am Start.
Vielleicht auch ein Grund des riesigen Interesses ist die Tatsache, daß die drei Wertungsprüfungen, die je zweimal gefahren werden, vor Wochen bereits auf der Veranstalter-Homepage veröffentlicht wurden. Somit konnten nicht nur die üblichen Insider vorher heimlich trainieren, sondern auch alle anderen. Die Chancengleichheit ist ungemein höher, die Belastung für die Anwohner entlang der Strecken aber auch.
Den dritten Gesamtsieg in Folge peilt Markus Schmidt an. Wunschgemäß mit Startnummer drei auf der Tür will der Giessener den himmelblauen Ford Escort RS 2000 auch in diesem Jahr zum Erfolg pilotieren. Aber vor allem bei Regen oder Mischwetter dürfte es schwierig werden mit dem blauen Wunder. Vor allem auf der dritten Prüfung rund um Weibern ist Traktion gefragt, und hiervon haben Allradler bekanntlich wesentlich mehr.
Als einer der letzten ganz großen Namen hat Saarland-Express Frank Reiter genannt. Vergessen sind die letzten verkorksten Jahre mit diversen BMW M3. Nach den goldenen Neunzigern am Toyota Corolla-Volant folgten viele Pleiten. Im letzten Jahr wurde dann der BMW M3 gegen einen Mitsubishi getauscht und jetzt kehrt Reiter in die Erfolgsspur zurück. Unlängst bei der Rallye Losheim fuhr der Saarländer mit dem Talent eines Finnen alles in Grund und Boden und mußte nur wegen eines Motorproblems kurz vor Schluß auf den Gesamtsieg verzichten.
Ebenfalls auf einen Mitsubishi vertraut Rudi Hachenberg. Das Nachwuchstalent aus dem Bergischen Land lenkte den Färber-Lancer zum Sieg bei der Rallye Freisen im Januar und wird auch rund um Kempenich ganz hoch gehandelt. Rundstreckenspezialist Dirk „Rübe“ Riebensahm sowie Teamchef Frank Färber lenken weitere Lancer von Färber-Motorsport.
Eine ganze Reihe hochkarätiger Hecktriebler scharrt mit den Hufen, um dem Mitsubishis das Leben schwer zu machen. Vor allem auf der – überwiegend bergab gefahrenen - WP 2/5 dürften sich die bis zu 500 Kilogramm Gewichtsunterschied bemerkbar machen. Neben Markus Schmidt im Ford Escort RS brennen die hessischen Landleute Marco Koch und Uwe Kiehm mit ihren Opel Kadett C auf den Sieg. Ebenfalls im C-Coupé – aber in der Klasse über 2000 ccm – ist Michael Schmiemann unterwegs. Ein großer Unbekannter ist Altmeister Stefan Schlesack, der mit einem BMW M3 über die Startrampe rollen wird.
Vielleicht gelingt einem Youngtimer die Sensation? Mit Christoph Schleimer (Vauxhall Astra) und Oliver Rohde (Porsche 924 Carrera GT) gibt es zwei Teams aus der ADAC-Youngtimer-Trophy, die es mit den moderneren Wettbewerbern aufnehmen können. Schleimer konnte dieses Jahr bereits die Rallye Heidenrod gewinnen. Oli Rohde, dessen Porsche das optimale Gewichtsverhältnis von fifty-fifty hat, hofft auf trockenes Wetter. „Für Regen habe ich leider noch nicht die idealen Reifen gefunden.“
wichtige Starter 29. ADAC-Rallye Kempenich:
1 F.Färber/Freiberger (Mitsubishi Lancer) N/F über 3000 ccm
2 Reiter/tba (Mitsubishi Lancer) N/F über 3000 ccm
3 Schmidt/Weidauer (Ford Escort RS 2000) H bis 2000 ccm
4 Hachenberg/Neidhöfer (Mitsubishi Lancer) N/F über 3000 ccm
5 Koch/Assmann (Opel Kadett C Coupé) H bis 2000 ccm
6 Bus/Beck (VW Golf GTi) H bis 1600 ccm
7 P.Jerlitschka/Moch (Ford Escort RS 2000) H bis 2000 ccm
8 Riebensahm/Laux (Mitsubishi Lancer) N/F über 3000 ccm
9 Schlesack/Küfner (BMW M3) H über 2000 ccm
10 Schmiemann/Feldmann (Opel Kadett C Coupé) H über 2000 ccm
11 Kiehm/Döhring (Opel Kadett C Coupé) H bis 2000 ccm
14 Rohde/Wolff (Porsche 924 Carrera GT) 4 über 2000 ccm
15 Schleimer/tba (Vauxhall Astra GTE) A bis 2000 ccm
65 Mansfeld/Leifert (Honda S2000) N/F bis 2000 ccm