In Abwesenheit des weiterhin verletzten Sebastien Loeb, der aber bereits als Weltmeister feststand, dominierte Marcus Grönholm auch den 16. und letzten Lauf zur Rallye-WM 2006. Nach 16 Wertungsprüfungen bei der Wales Rally Great Britain verwies der finnische Ford-Pilot Manfred Stohl im Peugeot 307 sowie Petter Solberg (Subaru Impreza) auf die weiteren Plätze.
Nach zwei von drei Tagen waren noch nicht alle Entscheidungen in den walisischen Wäldern gefallen. An der Spitze konnte es Marcus Grönholm jedoch ruhig angehen, eineinhalb Minuten Vorsprung schienen beruhigend. Aber trotz des vermeintlich großen Vorsprungs verpasste „Bosse“ einen Abzweig und drehte sich in einen Parallelweg. Der Sieg geriet dennoch nicht mehr in Gefahr. Für Ford war es der erste RAC-Sieg seit 1979, nachdem das Blue Oval zuvor achtmal in Folge mit den legendären Ford Escort gewonnen hatte!
Richtig Feuer war noch im Kampf um Platz zwei zwischen Stohl und Solberg. Nach zwei Fehlern auf der zweiten Etappe war der Österreicher am Norweger vorbeigezogen. Und der Bozian-Peugeot ließ sich auch auf der letzten Etappe die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Solberg startete zwar mit einer Bestzeit in den Tag (WP 14), drehte sich dann aber in WP 15 und büßte erneut 35 Sekunden ein. In der gleichen Kurve hatte sich wenige Minuten zuvor auch Citroen-Pilot Daniel Sordo gedreht. Damit sicherte sich Stohl auch den vierten Platz in der Fahrer-Wertung 2006. Nach Zypern 2005 kam Stohl zum zweiten Mal auf Rang zwei bei einem WRC-Lauf.
„Dieser Erfolg ist jedoch höher einzustufen, da der Rückstand auf den Sieger lediglich 1:35 Minuten sind. In Zypern damals waren es über vier Minuten“, strahle der Wiener im Ziel.“ Vor dem Triumph war die Anspannung aber kaum mehr zu überbieten. „Am letzten Tag hörst du auf jedes Geräusch. Der Gasfuß zittert permanent. Dennoch musst du absolut konzentriert bleiben, damit du den Speed auf Recht erhalten kannst. Wenn alles vorbei ist, brauchst du einige Zeit, damit du realisierst, was da gerade passiert ist. Jetzt ist die Freude natürlich riesengroß.“
Im Kampf um Platz vier zog am letzten Tag Jari-Matti Latvala noch an Xavier Pons vorbei. Der Finne am Steuer des Stobart-Fords erreichte somit sein bestes WRC-Ergebnis. Für den Spanier stand im Vordergrund, vor allem Punkte für die Fahrer- und Marken-Wertung zu ergattern. Pons war zum fünften Mal in Folge besser als sein Teamkollege Daniel Sordo. Seit der Vertragsunterzeichnung für 2007 hat Sordo mächtig abgebaut und konnte bei weitem nicht mehr an die Leistungen der ersten Saisonhälfte anknüpfen. Während Pons nach schwacher erster Saisonhälfte zum Schluß mächtig aufdrehte.
Chris Atkinson hatte auch am letzten Tag seinen obligatorischen Dreher, kam aber noch als Sechster ins Ziel. Sordo schaffte trotz des Drehers Platz sieben und Francois Duval ergatterte im Skoda als Achter den ersten WM-Punkt seit Sardinien. Der Belgier beklagte vor allem verhakte Scheibenwischer.
Für Henning Solberg verlief die Wales Rally GB nicht ganz nach Wunsch. Schon am ersten Tag rutschte der Norweger mit dem Bozian-Peugeot von der Straße, lag auf der Seite und verlor fast vier Minuten. Danach drückte Solberg das Gaspedal durch und verbesserte sich noch auf den elften Gesamtrang.
Gesamtklassement nach 17 Wertungsprüfungen:
1. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) 3:20.24,8 Stunden
3. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 1.35,5 Minuten
3. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 1.55,2 Min.
4. Stobart M-Sport: Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Ford Focus 06) + 2.37,1 Min.
5. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) + 3.19,9 Min.
6. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 3.27,5 Min.
7. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 4.08,3 Min.
8. First: Francois Duval/Patrick Pivato (Skoda Fabia) + 4.22,6 Min.
9. Red Bull: Harri Rovanperä/Risto Pietiläinen (Skoda Fabia) + 8.00,3 Min.
10. Czech RT:Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 8.27,8 Min.
11. OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307) + 8.48,3 Min.
12. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 10.21,9 Min.
13. Anton Alén/Timo Alanne (Mitsubishi Lancer) + 20.24,8 (1. Gruppe N)
WP-Bestzeiten:
Grönholm 9; P.Solberg 4; Stohl 2; Sordo und Pons je 1.
wichtige Ausfälle:
WP 5: Red Bull: Andreas Aigner/Klaus Wicha (Skoda Fabia) Überschlag
nach WP 3: Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) Sicherheitsgründe (Käfig angebrochen)
Endstand in der Fahrer-WM nach 16 Läufen:
1. Loeb (Citroën) 112; 2. Grönholm (Ford) 111; 3. Hirvonen (Ford) 65; 4. Stohl (Peugeot) 54; 5. Sordo (Citroen) 49; 6. P.Solberg (Subaru) 40; 7. Pons (Citroen) 32; 8. H.Solberg (Peugeot) 25 ; 9. Gardemeister (Peugeot/Citroen) und Atkinson (Subaru) je 20; 11. Galli (Mitsubishi/Peugeot) 15; 12. Bengue (Peugeot) und Latvala (Subaru/Ford) je 9; 14. Kopecky (Skoda) und Katajamäki (Ford) je 7 ; 16. Carlsson (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru) und Valimäki (Mitsubishi) je 6; 19. Duval (Skoda) 5 ; 20. Radström (Subaru) 4; 21. Sohlberg (Subaru), MacHale (Ford), Aigner (Skoda), Tuohino (Citroen), Arai (Subaru) je 3; 26. Baldacci (Mitsubishi) und Perez-Companc (Ford) je 2 ; 28. Wilson (Ford) 1, Nutahara (Mitsubishi) und Herridge (Subaru) je 1.
Endstand in der Marken-WM nach 16 Läufen:
1. BP-Ford 195 ; 2. Kronos-Citroën 166; 3. 555 Subaru 106
Endstand in der Marken-WM 2 nach 11 Läufen:
1. OMV Peugeot Norway 89; 2. Stobart-Ford 44; 3. Red Bull Skoda 23.