Vom ersten bis zum letzten Meter dominierte das Ford-Team die Rallye Neuseeland, den 15. von 16 Läufen zur Rallye-WM. Mit der Aussicht auf den ersten Hersteller-Titel seit 27 Jahren ließen die beiden Piloten Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen auch am dritten Tag nichts mehr anbrennen und fuhren den Doppelsieg taktisch klug nach Hause. Teamchef Malcolm Wilson war die große Freude und gleichermaßen auch die Erleichterung anzumerken.
In der Nacht zu heute hatte Regen die Wertungsprüfungen rutschig gemacht, die Reifenwahl wurde erneut zur Lotterie. Druck machten vor allem die beiden Kronos-Citroen-Piloten Xavier Pons und Daniel Sordo, die Manfred Stohl noch unbedingt vom dritten Rang verdrängen wollten. Erstaunlich vor allem einmal mehr, daß Pons erneut schneller unterwegs war als Sordo, der seit der Vertragsunterzeichnung für 2007 gehemmt wirkt und bei weitem nicht an die starken Leistungen der ersten Saisonhälfte anknüpfen kann.
Aber Stohl ließ aber nichts mehr anbrennen. „Wir konnten den Erfolg von Australien bestätigen. Der Kampf mit Pons und Sordo hat mich voll gefordert. Noch dazu zählt die Neuseeland-Rallye zu meinen Lieblingsveranstaltungen. Wir hatten aber auch viel Glück und Jesus wollte, dass wir es schaffen.“ In der Fahrer-WM ist der Bozian-Pilot damit vom fünften Platz nicht mehr zu verdrängen. Aber auch Platz vier wäre noch möglich. Da fehlt ein Punkt auf Sordo. Stohl: „Wir werden in Wales alles daran setzen Sordo noch zu überholen. Uns liegt die RAC und wir fahren ohne Druck.“
Nach dem Überschlag am zweiten Tag, der mit seinen Folgeerscheinungen über 16 Minuten kostete, rettete Henning Solberg mit einer beherzten Fahrt am Schlußtag noch einen Punkt für die Marken-WM. Der norwegische OMV Pilot hielt trotz Bremsproblemen Matthew Wilson (Ford Focus) auf Distanz.
Pons startete in die letzte Etappe als fünfter, kam Sordo zunächst auch näher, drehte sich dann aber in der zweiten Prüfung des Tages. Anschließend landete Pons richtig bei der Reifenwahl, während sich Sordo für zu harte Pneus entschied. Im innerspanischen Duell behielt somit Pons die Oberhand. Petter Solberg (Subaru) folgte als sechster vor Luis Perez-Companc, der im Stobart-Ford die ersten WM-Punkte der Saison holte. Jari-Matti Latvala landete im Gruppe N-Subaru zum zweiten Mal in Folge in den Top Acht.
Mit 25 Zählern Vorsprung ist Ford in der Marken-Wertung (M1) der Titel nicht mehr streitig zu machen. Citroen steht ebenfalls als zweiter fest vor Subaru. Bei den M2-„Privatteams“ ist Bozian Racing der Champion.
Gesamtklassement nach 17 Wertungsprüfungen:
1. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) 4:02.30,7 Stunden
2. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 56,0 Sekunden
3. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 2.39,3 Minuten
4. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) + 2.56,1 Min.
5. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 3.20,7 Min.
6. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 4.57,1 Min.
7. Stobart M-Sport: Luis Perez Companc/Jose Maria Volta (Ford Focus 04) + 10.51,6 Min.
8. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Subaru Impreza) + 16.22,4 Min. (1. Gruppe N)
12. OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307) + 21.17,9 Min.
13. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 22.01,0 Min.
WP-Bestzeiten:
Grönholm 12; Atkinson und Pons je 2; Hirvonen 1.