Macau Grand Prix: Kobayashi gewinnt Qualifikationsrennen
Ein Este und zwei Japaner auf dem Podium: Asmer, Kobayashi und Hirate
Bei drückender Schwüle absolvierten die 32 weltbesten Formel-3-Piloten ihr Qualifikationsrennen zum 53. Macau Grand Prix. Das Ergebnis dieser zehn Runden auf dem 6,2 Kilometer langen Stadtkurs entscheidet über die Startaufstellung am morgigen Sonntag (19. November 2006). Damit stellt der Grand Prix in der ehemaligen portugiesischen Kolonie eine weitere Hürde: nach den beiden Zeittrainings fährt man im Qualifikationsrennen vor allem auf Ankommen, ohne jedoch eine optimale Platzierung zu vernachlässigen. Denn eines ist sicher, im Spielerparadies vor den Toren Hongkongs: der Startplatz entscheidet nirgends mehr über Sieg oder Niederlage; Macau bietet halt nur eine einzige gute Überholmöglichkeit.
Die Tatsache, dass derjenige vorne bleibt, der einmal vorne ist, unterstrich Kamui Kobayashi. Der Japaner knallte im Dallara-Mercedes des ASM Teams einen blitzsauberen Start- und Zielsieg hin und unterstrich mit 3,333 Sekunden Vorsprung im Ziel seine deutliche Anwartschaft auf den Sieg im 53. Macau Grand Prix. Auf dem zweiten Platz kam Marko Asmer (Dallara-Mecedes) ins Ziel. Der Este, von Platz vier gestartet, stach schon als Zweiter in die gefürchtete Lisboa-Kurve und behauptete diese Position souverän. Auf dem dritten Platz wurde Kohei Hirate (Dallara-Mercedes) abgewinkt. Für den Japaner bot sich nach einem eher mäßigen Start von der zweiten Position noch ein versöhnliches Ergebnis. Viel schlimmer war es dem Trainingsdritten ergangen: Romain Grosjean (Dallara-Mercedes) würgte beim Start den Motor ab, hetzte dem Feld hinterher und war oftmals der schnellste Pilot im Feld. Am Ende konnte sich der Franzose aber nur noch bis auf Platz 15 nach vorne arbeiten.
Hinter dem Briten Paul di Resta (Dallara-Mercedes) erreichte Kodai Tsukakoshi den fünften Platz. Der Japaner zeigte vor allem eine starke Leistung in der Startphase: aus der ersten Runde kam der von Platz zehn gestartete Asiate bereits als Dritter zurück. Anschließend musste sich Tsukakoshi allerdings zuerst dem konsequenten Angriff von Kohei Hirate und anschließend von Adrian Sutil (Dallara-Toyota) beugen. Jedes Mal war die rechtwinklige Lisboa-Kurve, die auf die lange Gerade folgt, der Schauplatz des Ausbremsmanövers. Vor allem der aus Gräfelfing stammende Sutil, der als Japanischer Formel-3-Meister in Macau antritt, beeindruckte. Hatte der 14. Startplatz noch wenig Hoffnung für ihn geboten, so konnte Sutil im Rennen glänzen und Platz sechs erreichen - keine schlechte Ausgangsposition für das Hauptrennen.
Ungleich schlechter lief es bei den beiden anderen Deutschen. Maro Engel steuerte bereits nach einer Runde mit defektem Dallara-Honda die Box an und Sebastian Vettel (Dallara-Honda) rutschte auf Platz elf liegend in der neunten Runde in die Wand. Somit werden die beiden Teamkollegen den 53. Macau Grand Prix vom Ende des Feldes an aufnehmen.
Viel besser lief es für das Ombra Team aus dem ATS Formel-3-Cup. Ihr Fahrer, der Italiener Mauro Massironi konnte sich vom 26. Startplatz auf den 17 Platz nach vorne arbeiten. Bei allen Unwägbarkeiten, die das Rennen vor den Toren Hongkongs in jedem Jahr bietet, hat Massironi nun die Chance, sogar in den Top-Ten ns Ziel zu kommen
Kamui Kobayashi: Ich habe versucht, in den ersten Runden einen möglichst großen Vorsprung zu erreichen. Danach war mein Rennen eigentlich einfach. Mein Auto war perfekt.
Marko Asmer: Der Windschatten war in der Anfangsphase entscheidend, so konnte ich schnell auf Platz zwei vorkommen. Die Strecke war vor allem in den ersten Runden sehr rutschig. Ich bin mit dem zweiten Platz zufrieden, da ich im Qualifikationsrennen nicht so viel riskieren wollte.
Kohei Hirate: Ich habe die Wand ein klein wenig berührt. Danach war es nicht einfach, den Speed an der Spitze mitzugehen. Ich bin allerdings recht zuversichtlich für das morgige Rennen.