Im Vergleich zu den ersten beiden Etappen der Telstra Rally Australia war der dritte Tag eher ruhig. Alle WRC-Werkspiloten hielten nahezu ihre Positionen und fuhren taktisch der Zielrampe entgegen. Nach 26 Wertungsprüfungen freute sich Ford-Pilot Mikko Hirvonen über seinen ersten WRC-Sieg. Teamkollege Marcus Grönholm wurde nach seinem Überschlag vom ersten Tag nur fünfter und krönte somit den verletzten Sebastian Loeb vorzeitig zum Weltmeister.
Hirvonen und Petter Solberg (Subaru) markierten erneut abwechselnd die Bestzeiten. Der Norweger machte permanent Druck auf den Spitzenreiter, ohne ihn ernsthaft zu gefährden. Insgesamt veränderte sich der Abstand nur um 4,8 Sekunden während des heutigen Tages, Hirvonen siegte am Ende doch deutlich mit 37,1 Sekunden.
Der Finne war super zufrieden mit seinem ersten WRC-Sieg: „Es war ein fantastisches Wochenende“, strahlte der WM-Dritte. „Wir haben die Führung früh übernommen, aber der Druck der Verfolger war konstant. Auf der einen Seite wollte ich gewinnen, auf der andern Seite möglichst viele Punkte für die Hersteller-Wertung holen. Ein Riesendank an meinen Beifahrer Jarmo Lehtinen und das gesamte Team, welches nach dem Problem im Shakedown den Focus perfekt hinbekommen hat!“
Teamchef Malcolm Wilson war ebenfalls voll des Lobes: „Ein traumhaftes Ergebnis fürs Team. Mikko ist vom ersten Meter an hervorragend gefahren und hat das Geschehen nach Marcus´ Problem kontrolliert. Klasse, wie er Petters Druck standgehalten hat.“
Der Norweger seinerseits war zufrieden mit Rang zwei. Und das ein Subaru auch mal mit einem guten Ergebnis ins Ziel kommen kann. Der Weltmeister von 2003 jagte während der gesamten Rallye Hirvonen und hatte ausnahmsweise mal keine technischen Probleme am sonst so anfälligen Impreza. Eine kleine Vorentscheidung war auf WP acht gefallen, als Solberg einen Abzweig verpasste und rund 15 Sekunden einbüßte. Einen Rückstand, den er nicht mehr wettmachen konnte. „Ein gutes Ergebnis, welches zeigt, daß wir in die richtige Richtung arbeiten. Vielleicht können wir in Neuseeland und bei der RAC hieran anknüpfen.“
Der Österreicher Manfred Stohl (Peugeot) behielt gegenüber Xavier Pons im Citroen die Oberhand bei Platz drei. Für den Bozian-Piloten war es bereits der zweite Podiumsplatz in Australien. Manfred Stohl ging mit einem Vorsprung von 20,1 Sekunden vor Pons auf die letzte Etappe. Dieses Guthaben wollte er so schnell wie möglich ausbauen. Bereits auf der zweiten Sonderprüfung des Tages zerstörte er die Hoffnungen seines spanischen Konkurrenten, der Spanier büßte gleich 22,6 Sekunden ein. Stohl: „Ich hatte mir für diese Sonderprüfung sehr viel ausgerechnet. Dass es dann so gut geht hat mich selbst überrascht. Aber damit war die Angriffslust von Xavi gebrochen.“ Nach Mexico war es Stohls zweites Podium in diesem Jahr.
Zu Beginn der Rally Australia gab es für Stohls Bozian-Racing anlässlich des 100. Einsatzes in der WRC eine Riesentorte. Manfred Stohl versüsste das Fest mit dem dritten Platz. „Wir sind auf Manfred sehr stolz. Er hat uns für unser Jubiläum das schönste Geschenk gemacht. Dieser Podiumsplatz festigt unsere Position als erfolgreichstes Herstellerteam in der M2 in dieser Saison. Und ich denke, dass wir auch in Neuseeland und Wales sehr viel Freude haben werden“, meint Jackie Bozian, Teamchef des OMV Peugeot Norway WRT.
Marcus Grönholm hatte sich auf der dritten WP bereits überschlagen und rund 12 Minuten verloren. Der Finne hätte mindestens vierter werden müssen, um Loebs vorzeitigen Titelgewinn zu verhindern. „So kann ich in Ruhe gesund werden und muß dieses Jahr nicht mehr ins Geschehen eingreifen“, freute sich Loeb in seiner Schweizer Heimat.
In der Hersteller-Wertung konnte Ford seine Führung gegenüber Citroen weiter ausbauen. Das Blue Oval hat mittlerweile 16 Punkte Vorsprung auf das Kronos-Team.
Gesamtklassement nach 26 Wertungsprüfungen:
1. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 3:15.11,8 Stunden
2. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 37,1 Sekunden
3. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 3.58,6 Minuten
4. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) + 4.45,4 Min.
5. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) + 12.23,8 Min.
6. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Subaru Impreza) + 17.09,2 Min. (1. Gruppe N)
7. Mirco Baldacci/Giovanni Agnese (Mitsubishi Lancer) + 17.42,9 Min.
8. Dean Herridge/Bill Hayes (Subaru Impreza) + 18.22,0 Min.
9. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 27.05,5 Min.
10. Aki Teikonen/Miikka Teiskonen (Subaru Impreza) + 27.06,5 Min.
WP-Bestzeiten:
Grönholm 10; P.Solberg und Hirvonen je 6; Atkinson 3; Pons 1.
wichtige Ausfälle:
Ziel: Sebastian Beltran/Ricardo Rojas (Mitsubishi Lancer) Disqualifikation
WP 6: Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) Unfall
WP 6: OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307) Unfall
WP 4: Stobart M-Sport: Luis Perez Companc/Jose Maria Volta (Ford Focus 04) Überschlag
WP 3: Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) Getriebe
WP 3: Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) Unfall
Stand in der Fahrer-WM nach 14 von 16 Läufen:
1. Loeb (Citroën) 112 ; 2. Grönholm (Ford) 91; 3. Hirvonen (Ford) 57 ; 4. Sordo (Citroën) 43; 5. Stohl (Peugeot) 40 ; 6. P.Solberg (Subaru) 31; 7. H.Solberg (Peugeot) 25 ; 8. Pons (Citroen) 23 ; 9. Gardemeister (Peugeot/Citroen) 20 ; 10. Atkinson (Subaru) 17 ; 11. Galli (Mitsubishi/Peugeot) 15 ; 12. Bengue (Peugeot) 9; 13. Kopecky (Skoda) & Katajamäki (Ford) je 7 ; 15. Carlsson (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru) und Valimäki (Mitsubishi) je 6; 18. Radström (Subaru) und Duval (Skoda) je 4; 20. Sohlberg (Subaru), MacHale (Ford), Aigner (Skoda), Tuohino (Citroen), Arai (Subaru) und Latvala (Subaru) je 3; 26. Baldacci (Mitsubishi) 2 ; 27. Wilson (Ford) 1, Nutahara (Mitsubishi) und Herridge (Subaru) je 1.
Stand in der Marken-WM nach 14 von 16 Läufen:
1. BP-Ford 167 ; 2. Kronos-Citroën 151; 3. 555 Subaru 94
Stand in der Marken-WM 2 (nur 11 Läufe insgesamt):
1. OMV Peugeot Norway 73; 2. Stobart-Ford 37; 3. Red Bull Skoda 23.