ADAC Procar: Engstler und Radermecker siegen beim Finale
Holte beim Finale einen Laufsieg: Franz Engstler
Das letzte Rennen des Jahres 2006 war für die ADAC Procar gewissermaßen bereits der Aufgalopp der Saison 2007. Mit Gaststarter Franz Engstler (BMW 320i E46) war einer der Hauptdarsteller an der Spitze des Feldes in der Motorsport Arena Oschersleben mit dem Ziel angetreten, für den Einsatz im kommenden Jahr zu werben. Es gelang ihm perfekt, wechselte er sich doch bei den beiden Läufen mit dem frisch gekürten Champion Vincent Radermecker (Chevrolet Lacetti) als Rennsieger ab. Der Vorjahresmeister Mathias Schläppi (Toyota Corolla T-Sport) holte sich mit zwei ungefährdeten dritten Plätzen den Vizemeistertitel. Aufregend ging es in der Division 2 für 1.600-ccm-Tourenwagen zu, in der sich Guido Thierfelder (Citroën Saxo VTS) den Titel sicherte. In der Division 3 fuhr Daniel Keilwitz (Alfa 147 JTD) einen Doppelsieg vor Martin Zondler (VW Golf TDI) ein, der allerdings wegen schwebender Proteste nur vorläufigen Charakter hat.
Division 1: Engstler und Radermecker glänzen mit Windschattenduellen
Für Franz Engstler war das Wochenende in Oschersleben ein voller Erfolg: „Wir wollten beweisen, dass man in der ADAC Procar auch mit Vorjahresmaterial konkurrenzfähig ist“, beschrieb der Allgäuer – und schritt zur Tat: Nach der Pole Position holte er sich in den beiden Procar-Läufen den zweiten und den ersten Platz – mit einem Fahrzeug aus dem Jahr 2004. Im kommenden Jahr soll die Procar in der Division 1 für Fahrzeuge des Homologationsstandes 2005 ausgeschrieben werden. „Es werden viele Fahrzeuge wie unser BMW angeboten“, beschreibt Engstler, „das gibt auch Neueinsteigern die Möglichkeit, kostengünstig an ein konkurrenzfähiges Auto zu kommen.“ Im ersten Heat lieferte er sich dabei ein spektakuläres Duell mit Maurer-Pilot Vincent Radermecker im Chevrolet Lacetti, bei dem die beiden zeitweise nur 0,3 Sekunden voneinander getrennt waren. Nachdem Engstler den Start gewinnen konnte, heftete sich sein belgischer Konkurrent an seine Fersen und ging nach fünf Runden vorbei. Anschließend tauschten beide die Rollen, doch Radermecker setzte sich schließlich durch. „Im ersten Lauf hatte ich ein übles Untersteuern“, beschreibt der Procar-Meister 2006, „wir haben in der Pause vieles geändert. Vermutlich sogar zu viel, denn im zweiten Lauf übersteuerte der Lacetti dann. Aber ehrlich gesagt: Wenn man das Ergebnis betrachtet, lief das Auto natürlich gut – ich bin eben nur nie ganz zufrieden.“ Dabei konnte sein Team alle Pläne verwirklichen: Das Maurer-Team setzte sich in der Teamwertung gegen die Toyota-Mannschaft von TFS-Yaco durch, Radermeckers Teamkollege Rainer Bastuck konnte mit einem vierten und einem fünften Platz im Rennen den dritten Tabellenplatz holen. Bastuck profitierte dabei auch vom Pech des Toyota-Piloten Philip Geipel, der bereits im ersten Lauf alle Hoffnungen auf den dritten Platz aufgeben musste, als er mit gebrochener Schwungscheibe auf der Start-Ziel-Geraden ausrollte. „An einen Start im zweiten Lauf war nicht mehr zu denken“, sagt der Plauener. „Aber immerhin: der vierte Platz in der ersten Procar-Saison ist auch nicht übel. Auch sein Teamkollege Mathias Schläppi, der in beiden Läufen Dritter wurde, fand zum Saisonabschluss versöhnliche Worte: „Nach dem Ausfall in Salzburg haben wir erst in der vergangenen Woche beschlossen, dass wir hier antreten. Danach haben meine Mechaniker richtig gute Arbeit abgeliefert und mir ein gutes Auto hingestellt. Ich bin zwei Mal sauber durchgefahren – und das war mir wichtig.“ Lohn der Arbeit: Schläppi reiste aus Oschersleben als Vizechampion der Division 1 ab.
Division 2: ETH-Doppelmeisterschaft nach ereignisreichen Rennen
Einen spektakulären Verlauf nahm das Wochenende in der Procar-Division 2 für Tourenwagen mit 1,6-Liter Hubraum. Der als Tabellenführer angereiste Guido Thierfelder (Troisdorf) sicherte sich im Qualifying die Division-2-Pole, während sein schärfster Verfolger, Thomas Mühlenz (Recklinghausen, beide Citroën Saxo VTS) sich nur auf Platz vier qualifizieren konnte. In einem spannenden Duell mit vier Fahrzeugen im Pulk konnte sich Mühlenz bis zum Rennende auf die zweite Position verbessern und nutzte in der letzten Runde eine hauchdünne Chance in der letzten Kurve: In einem beinharten Duell ging er an Thierfelder vorbei und holte den Rennsieg – der ihm allerdings nicht lange blieb. Die Sportkommissare ahndeten seine Aktion mit 30 Strafsekunden, die ihn bis auf Platz sieben zurückrutschen ließen. Thierfelder gewann den Lauf und damit die Meisterschaft. „Es war einfach die letzte Chance“, entschuldigte sich Mühlenz anschließend. „Sicher – die Aktion war hart, aber Tobias Pfister hätte in meiner Situation vermutlich genau so gehandelt. Die Entscheidung der Sportkommissare fand ich zu hart.“ Im zweiten Lauf holte Mühlenz den Rennsieg vor Michael Bohrer (Merzig) und Pfister, der ihm allerdings nicht mehr half: Thierfelder und sein ETH-Teamkollege Bohrer holten sich den Meister- und Vizemeistertitel. „Riesig! Der Gewinn der Meisterschaft war für uns das Allerwichtigste“, sagte Thierfelder anschließend. Teamkollege Bohrer ergänzt: „Jetzt haben wir den ersten und zweiten Platz geholt und zudem noch die Teamwertung gewonnen. Das war eine tolle Ausbeute.“