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2006-09-30 20:06:48 - ks
VLN: Porsche Doppelsieg: Das Imperium schlägt zurück

(c) Jan Philipp Brucke
Souverän sicherten sich Basseng/Simon den dritten Saisonsieg
Der siebte Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft war von einem packenden Kampf in der Spitzengruppe des Feldes geprägt. Hinter den Siegern Marc Basseng (Leutenbach) und Patrick Simon (Wiesbaden), die im Porsche 911 GT3 RSR mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg zum dritten Saisonerfolg für Land-Motorsport fuhren, entbrannte in der Schlussphase des Rennens ein spannender Kampf um die weiteren Podiumsränge. Mit einem Vorsprung von 0,079 Sekunden hatten Christian und Peter Mamerow (beide Castrop-Rauxel) im Porsche 911 GT3 RS am Ende hauchdünn die Nase vor Michael Bäder (Ofterdingen), Tobias Hagenmeyer (Köln) und Markus Gedlich (Frankfurt), die im BMW M3 den sechsten Lauf für sich entschieden haben und damit eine lange Porsche-Siegesserie beendeten. Platz vier ging an Jürgen Alzen (Betzdorf) und Thomas Messer (Schmitten) im Porsche 911 GT3. Vor 24.000 Zuschauern rund um die 24,433 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife sahen beim 38. ADAC Barbarossapreis 126 der 186 gestarteten Teams die Zielflagge.

„Der Wagen lief einfach perfekt“, freute sich Sieger Patrick Simon. „Wir haben das Rennen über die komplette Distanz souverän kontrolliert, unser Porsche hat nicht einen Kratzer abbekommen.“ Marc Basseng räumte hingegen ein: „Gut, dass das Rennen heute nur über 3,5 Stunden ging, denn in der letzten Runde musste ich mit einem schleichenden Plattfuß etwas Speed rausnehmen. Schwamm drüber – wir haben schließlich gewonnen!“

Dramatik in der Schlussphase: Vor der letzten Runde überquerten Mamerow/Mamerow, Bäder/Hagenmeyer/Gedlich und Alzen/Messer im Abstand von gerade mal vier Sekunden die Ziellinie für ihren finalen Umlauf. Chris Mamerow hatte kurz zuvor Messer für Platz zwei passiert, der Versuch zu kontern endete noch auf dem GP-Kurs in einem Dreher. Hagenmeyer hatte sich fast schon mit seinem dritten Rang abgefunden, als im Verlauf der Nordschleife auf einmal Mamerow vor ihm auftauchte, der es auf dem Weg ins Ziel ruhig angehen ließ. „Auf der Döttinger Höhe konnte ich eine Rauchentwicklung am Porsche erkennen und dachte an einen Motorschaden“, so Hagenmeyer. „Daher habe ich auf meine Chance gewartet, ohne Probleme vorbeizukommen.“ Diese Chance blieb dem Kölner verwährt, denn es handelte sich um eine defekte Radnarbe am Porsche. Mamerow: „Ich musste tief in die Trickkiste greifen, um den BMW hinter mir zu halten – die letzten Meter des Rennens waren wirklich dramatisch.“ Hagenmeyer ärgerte sich: „Ich hätte vorbeikommen müssen.“

Bereits in der Startphase des Rennens blieben zahlreiche Favoriten auf der Strecke. Arno Klasen (Karlshausen) und Armin Hahne (Monaco) schieden im Manthey-Porsche mit einem Motorschaden in der ersten Runde aus. Nur drei Runden hielt das sonst standfeste Opel Astra V8 Coupé von Andreas und Ralf Schall (beide Dornstadt) und dem langjährigen Opel-Sportchef Volker Strycek (Dehrn). Eine defekte Antriebswelle bremste den ehemaligen DTM-Wagen genauso, wie den Porsche 911 GT3 von Sabine Schmitz und Klaus Abbelen (beide Bahrweiler), die zuletzt zwei Mal auf dem Podium gestanden hatten.

Die beiden Porsche-Junioren Lance David Arnold (Duisburg) und Jan Seyffarth (Querfurt-Leimbach) hielten als Sieger der Porsche-Cup-Klasse und einem hervorragenden sechsten Platz im Gesamtklassement für Manthey-Racing die Fahnen hoch. „Nach dem Pech bei unserem letzten Rennen war es heute wichtig, auch mit einem Ergebnis zu untermauern, dass wir schnell sind“, sagte Arnold. Hinter den beiden Porsche-Teams Kersten Jodexnis (Hannover) / Wolfgang Destreé (Zornheim) und Michael Irmgartz (Neuwied) / Georg Berlandy (Stromberg) sahen Johannes Scheid (Kottenborn), Oliver Kainz (Kottenheim) und Dennis Rosteck (Porta Westfalica) im BMW M3 „Eifelblitz“ nach viel Pech in den letzten Rennen als Neunte die Zielflagge.

Neben Arnold/Seyfarth gab es auch in den weiteren Cup-Klassen Premieren-Siege. Bernd Schneider (Hagen) und Gerd-Michael Schumacher (Euskirchen) gewannen souverän die Honda Civic Klasse vor dem VLN Honda Junior-Team mit Christoph Breuer (Nettersheim) und Demian Schaffert (Aachen) auf Platz zwei. Im Peugeot 206 RC Cup triumphierten zum ersten Mal Guido Michels (Kempenich) und Harald Weckbecker (Weilbrunn). Die Klasse Cup 1 – Seat Leon Supercopa – gewannen Jörg Viebahn (Engelskirchen) und Andre Picker (Minden).

In der Meisterschaft verteidigten Claudia Hürtgen (Aachen) und Marc Hennerici (Bonn) im BMW 120 d mit dem siebten Klassensieg in der SP10 die Tabellenführung vor Wolf Silvester. Der Nürnberger fuhr seinerseits zusammen mit Mario Merten (Nürburg) zum fünften Sieg in der Klasse V2. Alex Böhm (Kruft) belegt im BMW 325 i nach seinem sechsten Erfolg in der Klasse V4 Platz vier in der Meisterschaft vor den in der Klasse V3 ungeschlagenen Jürgen Schulten (Hamminkeln), Ludger Henrich (Schmitten) und Helmut H. Engelbracht (Rheurdt) im Opel Astra OPC.

Der nächste Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet bereits in zwei Wochen statt. Das 30. DMV 250-Meilen-Rennen des AC Monheim e.V. DMV startet am 14. Oktober und führt über die Distanz von vier Stunden.
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