Entscheidung in der Börde: Wer wird hinter Radermecker Vizemeister?
Die meisten Entscheidungen fallen beim Finale
Ein Meister und viele Anwärter auf Meister- und Vizetitel – das ist die kurze Bilanz des vorletzten Rennwochenendes der ADAC Procar und die Ausgangslage für das Finale furioso: Am 30. September und 1. Oktober kommen die Piloten der drei Divisionen in der Motorsport Arena Oschersleben zusammen, um die vakanten Titel auszufahren. In der Division 1 kommen noch drei Piloten für die Vizemeisterschaft in Frage. Beste Aussichten also auf ein Rennwochenende, das es in sich hat.
Einen frisch gebackenen Meister konnten die Zuschauer beim vergangenen Beru-Top-10-Wochenende in Salzburg feiern: Vincent Radermecker holte sich im Chevrolet Lacetti den Titel in der Division 1 der ADAC Procar. 14 Tage nach seinem vorzeitigen Titelgewinn kommt er nun frisch motiviert in die Motorsport Arena Oschersleben, mit der sein Team noch eine Rechnung offen hat: Beim Saisonauftakt an gleicher Stelle ließ Radermecker zwar im ersten der beiden Rennen die volle Punktzahl für den zweiten Platz hinter Gaststarterin Claudia Hürtgen notieren, im zweiten Heat bremsten ihn aber Zündaussetzer. „Der Doppelsieg und der vorzeitige Titelgewinn in Salzburg versöhnen auch mit der Saison“, fasst der Belgier zusammen. „Wir haben in diesem Jahr viel auf und ab erlebt. Jetzt kann ich beim Finale ganz frei aufspielen. Dort kann kommen, wer will: Ich werde fighten.“ Mit einer gehörigen Portion Zusatzmotivation dürfte auch sein Kollege Rainer Bastuck in die Magdeburger Börde reisen. Der Lebacher holte bei den turbulenten Rennen in der Alpenrepublik einen dritten und einen zweiten Platz – und will nun beim Finale den Saisonauftakt ausgleichen, wo ihn ein Kabelbrand lahmlegte. „Diese Saison war auch für mich sehr wechselhaft“, resümiert der saarländische Unternehmer. „In Oschersleben und beim Rennen in Assen hatte ich Probleme, die richtig viele Punkte gekostet haben. Jetzt möchte ich versuchen, mich noch auf die dritte Position zu verbessern. Das wäre dann ein perfekter Abschluss.“
Dass das Finale kein Sololauf der Chevrolet-Fraktion wird, dafür will das Team des entthronten Meisters sorgen: Mathias Schläppi lag vor dem Salzburgrennen noch in Schlagdistanz auf Radermecker, rutschte aber nach einem Reifenschaden im ersten Procar-Lauf geradeaus und steckte danach im Kies. „Es war nichts zu machen“, erklärt der Schweizer. „Das Auto hatte viel Kies abbekommen, der auch bis in den Zahnriemen gekommen war. Die Schäden waren nicht groß, aber wir hätten keine Zeit gehabt, den Corolla gründlich durchzuchecken – ich hätte einen Riesen-Motorschaden riskiert.“ So blieb ihm nur die Rolle des Zuschauers und die Gewissheit, dass er sich in Oschersleben wenigstens den Vizetitel sichern kann – mit 78 Punkten führt er vor seinem Teamkollegen Philip Geipel (67) und Bastuck (64). Auch für Geipel nahm das Wochenende in Österreich keinen guten Ausgang: Nach dem fünften Platz im ersten Lauf lag er im zweiten Rennen auf einer Podiumsplatzierung, als er auf dem Öl eines Konkurrenten ins Kiesbett rutschte. Dort hatte er soviel Steine aufgesammelt, dass beim Weiterfahren die Hinterachse blockierte. „Ich bin froh, dass der Ausfall in der letzten Runde kam“, macht der Youngster das Beste daraus. „So habe ich noch fünf Punkte geerntet und die dritte Position in der Meisterschaft halten können. Und in der Motorsport Arena dürfte der Corolla auch wieder besser funktionieren als auf dem Salzburgring – das macht mich zuversichtlich.“