Wie erwartet, verteidigte Sebastien Loeb auch am letzten Tag zur Rallye Zypern die Führung. Für den Citroen-Piloten war es der 28. WM-Sieg und der Ausbau der ewigen Bestmarke. Marcus Grönholm attackierte zwar den Spitzenreiter, konnte aber den Abstand nicht entscheidend verkürzen und wurde mit 21,2 Sekunden Rückstand dritter. Ford-Teamkollege Mikko Hirvonen belegte zum dritten Mal in Folge Rang drei.
Loeb und Grönholm hatten die gleichen Vorzeichen für den letzten Tag wie zuletzt. Wieder hatte Grönholm nach einem Dreher und falscher Reifenwahl auf der zweiten Etappe die Spitze abgegeben, wieder wollte der Finne am Finaltag zur Attacke blasen. Doch im Gegensatz zum Land der aufgehenden Sonne konnte Loeb dieses Mal den Vorsprung in vollem Umfang halten. BP Ford war dennoch zufrieden mit dem Ergebnis, denn Mikko Hirvonen sorgte dafür, daß zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Läufe beide Werks-Fahrer auf dem Podium standen. In der Marken-WM führt Kronos-Citroen nur noch mit sieben Punkten auf das Blue Oval.
Das OMV Peugeot Norway Team stellte erneut seine Position als bestes Privatteam unter Beweis. Manfred Stohl holte den bereits dritten vierten Platz in dieser Saison, Bozian-Teamkollege Henning Solberg wurde Sechster. „Wir haben alles gegeben und sind eine durchaus zufriedenstellende Rallye gefahren“, freute sich Stohl. „Natürlich wäre ich sehr gerne am Podest gestanden, doch auch der vierte Platz bringt uns in der WM wieder näher an Sordo heran. Die Zypern-Rallye selbst war die erwartet schwere Veranstaltung. Die große Hitze und die extremen Streckenverhältnisse verlangen dir drei Tage lang alles ab.“
Henning Solberg hatte bis zum letzten Kilometer gekämpft. Und es hatte sich bezahlt gemacht. Da Bruder Petter Solberg am Volant des Subaru Impreza auf WP 22 einen Stein traf und die Fahrt verlangsamen musste, überholte Henning den Weltmeister von 2003. Dann blieb Xavier Pons mit dem dritten Kronos-Citroen Xsara kurz vor dem Service mit Getriebeschaden stehen und bekam fünf Strafminuten. Damit landete der Norweger auf dem sechsten Gesamtrang. „Das war die ausgleichende Gerechtigkeit für das Pech, das wir am ersten Tag hatten. Es war eine wirklich schwere Rallye und die ideale Vorbereitung für die Türkei in drei Wochen.“
In der Marken-Wertung nimmt das OMV-Team nun mit 59 Punkten als bestes M2-Team den vierten Rang ein. Auf Subaru konnten vier Zähler gut gemacht werden, womit sich der Abstand auf 16 Punkte verringerte. „Man muss dazu sagen, dass wir für nur zwölf von 16 Läufen in der Herstellerwertung genannt haben. Bis dato haben wir vier Mal pausiert. Dafür ist unser Punktestand sensationell. Es ist eine sehr große Freude als Privatteam mit beiden Piloten mitten in der absoluten Weltspitze zu sein. Manfred und Henning haben einen perfekten Job gemacht“, freute sich Teamchef Jackie Bozian.
Wie schon in Monte Carlo, Griechenland und Deutschland überzeugte „Gelegenheitsfahrer“ Toni Gardemeister mit einer blitzsauberen Leistung. Kleinere Technikprobleme am ersten Tag verhinderten einen Podiumsplatz, ansonsten war der Finne im drei Jahre Citroen Xsara mit Platz fünf super zufrieden.
Pech hatten Loebs Teamkollegen Xavier Pons und Daniel Sordo: Pons blieb auf dem Weg zum Ziel mit Getriebeschaden liegen, Sordo krachte auf WP 19 in einem Kreisverkehr gegen einen Betonklotz und musste ebenfalls aufgeben. WP 20 wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, die ungeduldig gewordenen Zuschauer ließen sich kaum in Zaum halten.
Gesamtklassement nach 23 Wertungsprüfungen:
1. Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara) + 4:40.50,4 Stunden
2. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) + 21,2 Sekunden
3. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 5.16,1 Minuten
4. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 6.39,7 Min.
5. Astra Racing: Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Citroen Xsara) + 8.40,4 Min.
6. OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307) + 14.40,0 Min.
7. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) + 14.46,7 Min.
8. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 15.21,5 Min.
9. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 17.15,0 Min.
10. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 25.21,0 Min.
11. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 27.26,1 Min.
15. Stobart M-Sport: Luis Perez Companc/Jose Maria Volta (Ford Focus 04) + 40.00,9 Min.
WP-Bestzeiten:
Loeb 10; Grönholm 9; P.Solberg 1.
wichtige Ausfälle:
nach WP 21: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) Getriebe
WP 20: Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) Unfall
WP 15: Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) Unfall
WP 15: Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) Unfall
WP 7: Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) Motor
nach WP 6: Stobart M-Sport: Juan Pablo Raies/Jorge Perez Companc (Ford Focus 04) Elektronik
nach WP 1: Red Bull Skoda: Harri Rovanperä/Risto Pietiläinen (Skoda Fabia) Elektronik
nach WP 1: Red Bull Skoda: Andreas Aigner/Klaus Wicha (Skoda Fabia) Elektronik
Stand in der Fahrer-WM nach 12 von 16 Läufen:
1. Loeb (Citroën) 112 ; 2. Grönholm (Ford) 77; 3. Sordo (Citroën) 41; 4. Hirvonen (Ford) 39 ; 5. Stohl (Peugeot) 33 ; 6. P.Solberg (Subaru) 23; 7. Gardemeister (Peugeot/Citroen) 20 ; 8. H.Solberg (Peugeot) 19 ; 9. Galli (Mitsubishi/Peugeot) 15 ; 10. Atkinson (Subaru) 14 ; 11. Pons (Citroen) 13; 12. Bengue (Peugeot) 9; 13. Kopecky (Skoda) 7 ; 14. Carlsson (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru) und Valimäki (Mitsubishi) je 6; 17. Radström (Subaru) und Duval (Skoda) je 4; 19. Sohlberg (Subaru), Katajamäki (Ford), MacHale (Ford), Aigner (Skoda), Tuohino (Citroen) und Arai (Subaru) je 3; 25. Wilson (Ford) 1.
Stand in der Marken-WM nach 11 von 16 Läufen:
1. Kronos-Citroën 142; 2. BP Ford 135; 3. 555 Subaru 75
Stand in der Marken-WM 2 (nur 12 ausgesuchte Läufe):
1. OMV Peugeot Norway 59; 2. Stobart-Ford 28; 3. Red Bull Skoda 22.