ADAC Nürburgring Classic: Walter Röhrl gibt sich am Nürburgring die Ehre
Einer der drei Silberpfeile im Austellungszelt: Der W196, das Weltmeisterauto von Juan-Manuel Fangio
Motorsportlegende Walter Röhrl greift noch einmal ins Volant: Bei der ADAC Nürburgring Classic vom 22. bis 24. September auf dem Nürburgring startet der 59-Jährige auf einem Porsche 911 RSR von 1974. Wie viele Teilnehmer am Herbsthighlight im Klassikkalender kann der zweifache Rallye-Weltmeister der Versuchung der Nordschleife nicht widerstehen. Dabei ist die Action auf der Strecke bei weitem nicht der einzige Höhepunkt bei der ADAC Nürburgring Classic: Von klassischen Motorrädern über Oldtimermarkenclubs und Feuerwehrfahrzeuge bis zu historischen Traktoren wird die ganze Bandbreite nostalgischer Mobile präsentiert. Absolutes Highlight: das Ausstellungszelt für besonders wertvolle Exponate, das unter anderem den Mercedes-Benz W25 zeigt, der die legendäre Geschichte der Silberpfeile 1934 begründete.
Action auf und neben der Strecke
Rallye-Ikone Röhrl startet in der Gleichmäßigkeitsprüfung. Als Schirmherr der Classic Masters geht der Regensburger auf einem Porsche RSR ins Rennen. Auch wenn Röhrl wohl die schnellsten Runden des Tages über die Nordschleife drehen dürfte, ist er in dieser speziellen Motorsportdisziplin noch lange nicht der ausgemachte Sieger. Denn bei Gleichmäßigkeitswettbewerben geht es nicht um Höchstgeschwindigkeit, sondern um das möglichst punktgenaue Treffen einer selbst vorgegebenen Rundenzeit. Damit haben auch ältere Klassiker und kleinere Fahrzeuge die Möglichkeit, die Prüfung zu gewinnen. Um Vollgas geht es hingegen beim Zurich 500km-Rennen: Tourenwagen der sechziger und siebziger Jahre stellen sich der Konkurrenz, Porsche, BMW und Ford kämpfen wie eh und je um die Vorherrschaft auf der längsten und schönsten Rennstrecke der Welt. Ein Blick auf die Frühzeit der motorsportlichen Nachwuchsförderung können die Besucher beim Graf Berghe von Trips Pokal werfen. Der Adelige gilt als Begründer der Formel Junior, aus der später die Formel 3 und damit Grand-Prix-Stars wie Michael Schumacher hervorgingen.
Markenclubs, Traktoren und Feuerwehrfahrzeuge laden zur Zeitreise ein
Doch die Rennen und Prüfungen auf Nordschleife und Grand-Prix-Kurs sind natürlich nur ein Teil der Aktivitäten rund um die altehrwürdige Nürburg. Hunderte weiterer klassischer Fahrzeuge finden sich im Fahrerlager und auf den umliegenden Parkplätzen. Dabei ist das Fahrerlager neben den Rennfahrzeugen für die Markenclubs vorgesehen. Dort präsentieren sich die Freunde von AC Cobra, Austin Healey, Marcos, Morgan Drivers Cup und Porsche. Gerne stehen die Liebhaber der zum Teil einmaligen Fahrzeuge Rede und Antwort, wenn es um Detailfragen zu ihrem Schätzchen geht. Genauso halten es auch die Besitzer der Traktoren, Trecker und Schlepper auf der Eventfläche A8. Dort sind etliche Jahrzehnte Landwirtschaftsgeschichte zu bestaunen – Über-die-Schulter-Gucken und Schlaue-Fragen-Stellen ausdrücklich erwünscht! Ergänzt werden die rund 400 Agrarfahrzeuge durch Leiterwagen und historische Löschfahrzeuge, die einen Abstecher auf den Platz hinter der Haupttribüne auf jeden Fall lohnenswert machen.
Silberpfeile im ADAC-Ausstellungszelt
Die schönsten der Schönen finden sich im ADAC-Ausstellungszelt: Hier werden besonders seltene und dementsprechend wertvolle Preziosen dem Publikum präsentiert. Glanzpunkte der Ausstellung sind vor allem drei Silberpfeile, die nur selten außerhalb der Mauern des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart zu bewundern sind: Ein W25, der Urvater aller Silberpfeile, ein W154, der schnellste Vorkriegs-Mercedes, und ein W196, das Weltmeisterauto von Juan-Manuel Fangio von 1954. Tickets ab neun Euro gibt es am Rennwochenende an den Tageskassen.