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2006-09-18 21:01:53 - ju
WRC: Möglichst schnell langsam fahren

Peilt den dritten Zypern-Sieg in Folge an: Sebastien Loeb
Die Rallye Zypern ist der zwölfte Lauf zur Rallye-WM 2006. Und gleichzeitig auch der langsamste und einer der materialmordensten. „Auf den zypriotischen Prüfungen erreichen die Piloten nur Durchschnittgeschwindigkeiten von rund 60 km/h“, erklärt Aimé Chatard, Rallye-Leiter von BFGoodrich. „Im Vergleich dazu bringen es die Rallye-Asse in Finnland auf Tempo 120 - ebenfalls im Schnitt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Mensch und Material auf Zypern eine halb so schwere Herausforderung bevorsteht. Im Gegenteil: Gerade die Reifen erwartet auf der Mittelmeerinsel die Hölle.“

Nicht unbedingt die Hölle erwartet Sebastien Loeb. Der Franzose führt mit 33 Punkten in der Fahrer-WM und siegte in den vergangenen beiden Jahren auf der Mittelmeerinsel. Doch in der Herstellerwertung liegt Citroen Kronos Racing nur elf Punkte vor Ford. Hauptsächlich deswegen, weil Teamchef Mac van Dalen viel zu lange am langsamen Xavier Pons festgehalten hatte anstelle von Daniel Sordo. Unlängst verkündete das Citroen-Werk übrigens sein Fahrerduo für 2007: Loeb und Sordo bilden – wie erwartet - das Fahrerteam am Steuer des neuen C4.

Marcus Grönholm hat zwar den Fahrer-Titel 2006 ad acta gelegt, doch den einen oder anderen Laufsieg peilt der Finne schon noch an. Zumal mit Colin McRae in 2001 und Carlos Sainz ein Jahr zuvor das Blue Oval bereits auf Zypern triumphierte. Grönholm seinerseits siegte 2002 – damals allerdings noch mit dem Peugeot 206. Mikko Hirvonen pilotiert wie gewohnt den zweiten Werks-Ford Focus.

Zu den absoluten Top-Favoriten neben Loeb, Grönholm und Hirvonen zählt heuer Toni Gardemeister mit seinem privaten Astra Racing-Citroen Xsara. Der Finne startete heuer nur dreimal und wurde jedes Mal wenigstens vierter oder besser! Mit 16 Punkten liegt Gardemeister derzeit auf Rang sieben in der Tabelle und wird sicherlich alles daran setzen, sich mit einer weiteren Top-Leistung für ein Werks-Cockpit in 2007 zu empfehlen.

Das Subaru-Team schickt wie gewohnt Petter Solberg und Chris Atkinson ins Rennen. Nach den vielen technischen Defekten, zahlreichen Unfällen und mit den viel zu langsamen Pirelli-Reifen hofft die Prodrive-Truppe auf einen Achtungserfolg. "Wir haben dort immer gute Leistungen gezeigt und ich würde gerne wieder gewinnen. Doch wir müssen in diesem Jahr realistisch bleiben und die Probleme lösen, mit denen wir bei vergangenen Rallyes kämpfen mussten", so Solberg. Mit Matthew Wilson, Luis Perez Companc und Juan Pablo Raies starten gleich drei Piloten für Stobart-Ford.

Manfred Stohl hat die Rallye Zypern des vergangenen Jahres in bester Erinnerung. Der Bozian-Pilot überraschte damals mit dem zweiten Platz. Auch der Veranstalter hatte seine liebe Not, als man bis kurz vor der Siegerehrung fieberhaft nach einer rot-weiß-roten Fahne suchte. Für 2006 hat man sie schon vorbereitet und der 34-jährige Wiener wird alles daran setzen, dass diese auch verwendet wird. "Unser Spitzenresultat im Vorjahr in Zypern hat uns extrem motiviert. Aber entscheidend ist dennoch, was in diesem Jahr passiert. Im Gegensatz zu 2005 wurde die Strecke ein wenig entschärft. Somit gibt es gerade zu Beginn der Rallye keine überlangen Sonderprüfungen. Mein erklärtes Ziel ist jedoch ein Podiumsplatz", so Stohl.

Natürlich denkt auch Team-Kollege Henning Solberg gerne an Zypern zurück. Der vierte Platz 2005 war seine bis dahin beste WM-Platzierung. Vor wenigen Wochen konnte er dieses Resultat in Finnland wiederholen. Red Bull Skoda war in Japan nicht am Start und absolvierte stattdessen wichtige Testkilometer, um den Fabia WRC zu verbessern. Am kommenden Wochenende werden die Stammpiloten Andreas Aigner und Harri Rovanperä wieder mit dabei sein.

BF Goodrich – Ausrüster aller Werks-WRC-Teams mit Ausnahme von Subaru – feierte auf Zypern übrigens zuletzt vor 22 Jahren einen Sieg. Damals war es der Amerikaner John Buffum, der mit einem Audi Quattro den damaligen zur EM zählenden Lauf gewann.

Wichtige Starter Rallye Zypern:
1 Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara)
2 Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara)
3 Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06)
4 Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06)
5 Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06)
6 Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06)
7 OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307)
8 OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307)
9 Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04)
10 Stobart M-Sport: Luis Perez Companc/Jose Maria Volta (Ford Focus 04)
11 Red Bull Skoda: Harri Rovanperä/Risto Pietiläinen (Skoda Fabia)
12 Red Bull Skoda: Andreas Aigner/Klaus Wicha (Skoda Fabia)
14 Astra Racing: Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Citroen Xsara)
15 Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara)
16 First Motorsport: Francois Duval/Patrick Pivato (Skoda Fabia)
17 Stobart M-Sport: Juan Pablo Raies/Jorge Perez Companc (Ford Focus 04)

Stand in der Fahrer-WM nach 11 von 16 Läufen:
1. Loeb (Citroën) 102 ; 2. Grönholm (Ford) 69; 3. Sordo (Citroën) 41; 4. Hirvonen (Ford) 33 ; 5. Stohl (Peugeot) 28 ; 6. P.Solberg (Subaru) 22; 7. Gardemeister (Peugeot/Citroen) und H.Solberg (Peugeot) je 16 ; 9. Galli (Mitsubishi/Peugeot) 15 ; 10. Atkinson (Subaru) 14 ; 11. Pons (Citroen) 11; 12. Bengue (Peugeot) 9; 13. Kopecky (Skoda) 7 ; 14. Carlsson (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru) und Valimäki (Mitsubishi) je 6; 17. Radström (Subaru) und Duval (Skoda) je 4; 19. Sohlberg (Subaru), Katajamäki (Ford), MacHale (Ford), Aigner (Skoda), Tuohino (Citroen) und Arai (Subaru) je 3; 25. Wilson (Ford) 1.

Stand in der Marken-WM nach 11 von 16 Läufen:
1. Kronos-Citroën 132; 2. BP Ford 121; 3. 555 Subaru 74, 4. OMV Peugeot Norway 54; 5. Stobart-Ford 26; 6. Red Bull Skoda 22.


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