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2006-09-18 15:01:07 - ks
ADAC Procar: Radermecker steht als erster Procar-Champion fest

Podium in Salzburg: Rainer Bastuck, Vincent Radermecker und Rustem Teregulov
Mit zwei turbulenten Läufen glänzte die ADAC Procar bei ihrem Auftritt in Österreich. Auf dem 4,255 km langen Salzburgring gab es quer durch die Divisionen harte und spannende Fights. 14.000 Zuschauer konnten beim ADAC Rennsport-Festival anschließend die erste Titelentscheidung der Saison bejubeln: Vincent Radermecker (Chevrolet Lacetti) sicherte sich in beiden Läufen die Höchstpunktzahl und wurde damit ADAC Procar-Champion der Division 1. Sein schärfster Verfolger, Mathias Schläppi (Toyota Corolla T-Sport), musste hingegen ein punkteloses Wochenende hinnehmen. Beim Procar-Finale in zwei Wochen in Oscherseben (30. September bis 1. Oktober) geht es für Schläppi um die Vizemeisterschaft und die Verteilung der Plätze in der Division 1.

Division 1: Kissling und Radermecker holen die Rennsiege
Die Hauptdarsteller der Rennen in der Division 1 waren der neue Champion Vincent Radermecker (Lüttich/B) und Gaststarter Stefan Kissling (Schuld, Opel Astra GTC). Kissling, der als Gast für die Punkteverteilung nicht berücksichtigt wurde, ging von der Pole Position in das erste der beiden 20-Minuten-Rennen. Mit seinem lang übersetzten Getriebe musste er sich beim Start aber den Chevrolet des Maurer-Teams beugen. Im ersten Rennen entbrannte anschließend ein spannender Fight mit Radermecker, den der Eifeler nach fünf Runden für sich entscheiden konnte. Im Formationsflug setzte sich das Duo ab, während der Meister des vergangenen Jahres ein rabenschwarzes Rennen erlebte: Nach einem verpatzten Start kämpfte sich Mathias Schläppi (Toyota Corolla TSport) bis auf die sechste Position vor, landete aber nach einem kapitalen Verbremser im Kiesbett der Fahrerlagerkurve. Sein Toyota wurde so stark beschädigt, dass an einen Start im zweiten Lauf nicht mehr zu denken war. Auch sein Teamkollege Philip Geipel war nicht glücklich: „Wir sind hier einfach aerodynamisch im Nachteil“, so der Youngster, der im ersten Lauf als Fünfter abgewinkt wurde.

Die Rennpause zum zweiten Lauf entwickelte sich für zwei Piloten zum Drama: Bei Chevrolet-Pilot Rainer Bastuck (Lebach), der im ersten Lauf als Dritter ins Ziel einlief, verabschiedete sich in der Auslaufrunde die Kupplung. Er musste beim Start zum zweiten Lauf von seinen Mechanikern angeschoben werden und aus der Boxengasse starten – ebenso wie Rustem Teregulov (BMW 320i E46). Im BMW des Russen zündete in der Pause die Feuerlöschanlage und bescherte dem Team überraschende Mehrarbeit. Trotzdem lief es für die beiden Piloten im zweiten Lauf perfekt, denn sie konnten beide auf einen Podiumsplatz vorfahren. Sie profitierten dabei auch von einer Ausfallserie kurz vor Schluss, die die letzten Rennrunden in einen dramatischen Showdown verwandelten: Der Schweizer Peter Rikli (Honda Accord) lief mit technischem Defekt die Box an. Lokalmatador Wolfgang Treml (Ford Focus ST) schied in Runde 10 mit einem Motorschaden aus. Stefan Kissling, zu diesem Zeitpunkt Führender, rutschte in der vorletzten Runde in der Fahrerlagerkurve wegen eines Reifenschadens geradeaus, ebenso wie Philip Geipel (Toyota Corolla T-Sport), der das Rennen in der letzten Runde nach einem Reifenschaden und anschließendem Dreher vorzeitig beenden musste. So war der Weg frei für den Doppelsieg der Maurer-Mannschaft, die mit Vincent Radermecker den vorzeitig gekürten Meister feierte. „Ich hatte gehofft, den Vorsprung auf Mathias Schläppi hier vergrößern zu können“, sagte ein strahlender Champion nach dem Zieleinlauf. „Großartig, dass jetzt sogar der Titelgewinn dabei herausgekommen ist! Das ist viel mehr als ich erwartet hatte.“ Sein Teamkollege Rainer Bastuck freute sich: „Das war ein verrücktes Rennen – »Welt der Wunder« live.“ Strahlen konnte auch Teamchef Beat Maurer: „Das war der schönste Sieg in der ganzen Saison.“


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