Der in den Niederlanden lebende Chinese Ho-Pin Tung ist Meister des RECARO Formel-3-Cup 2006. Der 18-Jährige machte beim 18. Saisonlauf auf dem Salzburgring mit seinem Sieg schon zwei Rennen vor dem Saisonende alles klar. Mit einem grandiosen Finish und einem optimal genutzten Windschatten in den letzten Runden übernahm Tung von Rang drei aus die Führung. Sein cooles und abgebrühtes Verhalten beweist erneut: Ho-Pin Tung hat den Meistertitel in seinem dritten Formel-3-Jahr redlich verdient. Der englischen Traditionsfirma Lola bescherte der sympathische Asiate einen wichtigen Erfolg: Lola erzielte beim Debüt im RECARO Formel-3-Cup auf Anhieb den Titelgewinn im Feld der Chassismarken Dallara, Lola, SLC und Ligier.
Neben Tung, der nun eine Karriere in der amerikanischen Monoposto-Serie ChampCar anstrebt, belegten die beiden Niederländer Renger van der Zande und Tungs Teamkollegen Ferdinand Kool die weiteren Podestplätze auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Salzburg.
Von Rang sechs aus ins Rennen gegangen, lag Ho-Pin Tung nach der ersten Runde bereits auf Rang vier hinter seinem Teamkollegen Kool. Die beiden wechselten zwar immer wieder die Plätze, aber Tung konnte sich erst in Runde 14 durchsetzen. Drei Runden zuvor wurde das gesamte Feld durch eine Safety-Car-Phase wieder zusammengeführt. Michael Klein hatte sich gedreht und war auf der Strecke zum Stehen gekommen. Doch bereits nach zwei Umläufen konnte das Safety Car wieder die Box ansteuern. Eine Vorentscheidung in der Meisterschaft gelang Ho-Pin Tung dann in der 15. Rennrunde, als er Renger van der Zande die zweite Position abluchste. In der letzten Runde machte er mit dem Überholmanöver gegen Harald Schlegelmilch seinen Erfolg komplett.
Für Harald Schlegelmilch brachte die letzte Runde die große Enttäuschung. Der Lette hatte das komplette Rennen angeführt, diverse Angriffe pariert, um sich am Ende mit Platz vier und dem Trophy-Sieg begnügen zu müssen. Noch schlimmer erwischte es seinen Teamkollege und Polemann Nathan Antunes, der beim Start den Motor abgewürgt hatte und später sogar mit beschädigtem Hinterrad die Box ansteuern musste.
Doch nicht nur die beiden Fahrer von HS Technik hatten Pech, auch Nico Hülkenberg traf es heftig. Vor dem Start in die Einführungsrunde sprang sein Motor nicht an. Als das Feld schon unterwegs war brachte sein Team den Opel zum Laufen und Hülkenberg kam so noch zu einem Start aus der letzten Position. Eine tolle Aufholjagd bis auf Platz 13 und die schnellste Rennrunde konnten den Trainingsfünften nicht recht befriedigen. Für Hülkenberg wäre eine Menge mehr drin gewesen, wäre sein Motor beim Start angesprungen und hätte sich der spätere Boxenstop mit beschädigtem Frontflügel vermeiden lassen. Einen der wenigen Unfälle, dafür aber einen heftigen, absolvierte Johnny Cecotto. Der Venzulaner flog vehement in die Leitplanken der schnellen Fahrerlagerkurve. Während sein SLC mit abgerissenen Rädern arg beschädigt wurde, kletterte Cecotto völlig unverletzt aus dem Monoposto.
Ho-Pin Tung: "An die Meisterschaft hatte ich während des Rennens nicht gedacht. Ich war mit Rang vier eigentlich zufrieden. Aber durch den Windschatten hatte ich doch noch die Möglichkeit das Rennen zu gewinnen. Jetzt freue ich mich umso mehr und heute wird richtig gefeiert."
Renger van der Zande: "Die letzte Runde war super - fast wie im Oval. An Schlegelmilch kam ich zwar ran aber nicht vorbei. Ich bin dann Ho-Pin gefolgt und konnte mir noch den tollen zweiten Platz holen."
Ferdinand Kool: "Ich habe es versucht und mein bestes zu geben, aber den Fehler habe ich gestern gemacht. Jetzt konzentriere ich mich auf die Vizemeisterschaft. Ich freue mich sehr für das Team und Ho-Pin."