Führender in der Division 1 der ADAC Procar: Vincent Radermecker
Fast acht Wochen Sommerpause in der ADAC Procar neigen sich dem Ende zu: Am 16. und 17. September starten die Produktionswagen auf dem Salzburgring, schon zwei Wochen später geht es zum Saisonfinale in die Motorsport Arena Oschersleben. Vier Läufe, das sind maximal 40 Punkte, die in jeder der drei Divisionen noch zu holen sind. Der Blick auf die Punktestände ergibt ein eindeutiges Bild: Zwar haben sich sowohl bei den Superproduktionswagen, als auch bei den 1.600-Kubik-Rennern und in der Dieseldivision schon Spitzengruppen etabliert. Doch noch ist völlig offen, wer sich schließlich als Champion feiern lassen kann. Die Fans dürfen sich auf zwei besonders spannende Rennwochenenden freuen.
Division 1: Drei Neuzugänge
Trotz Sommerpause keine Spur von Urlaub: Die Piloten der Procar-Division 1 nutzten die Unterbrechung im Rennkalender für vielfältige Aktivitäten. So war eine kleine Delegation als Gaststarter beim Lauf der Tourenwagen-WM (WTCC) in Brünn dabei. Erfolgreichster Pilot: Procar-Tabellenführer Vincent Radermecker, der im Chevrolet Lacetti in einem der beiden Läufe als Drittplatzierter der Independent Trophy Wertung abgewinkt wurde. Auch sein Teamkollege im Schweizer Maurer-Team, Rainer Bastuck (Nalbach) sowie TSF-YACO-Pilot Philip Geipel machten beim Abstecher nach Tschechien mit. Das gute Ergebnis bedeutet nun zusätzliche Motivation für Radermecker: „Ich hatte eine Menge Probleme mit dem Auto und fuhr in allen Trainingssitzungen insgesamt nur vier Runden. Um so zufriedener war ich natürlich mit dem Ergebnis.“ Der nun anstehende Kurs nahe der Mozartstadt bedeutet Neuland für den mit 82 Zählern Führenden der Division 1: „Ich bin noch nie in Salzburg gefahren. Aber mich macht zuversichtlich, dass wir bislang auf jedem neuen Kurs sehr gut zurecht kamen. Wenn wir mit dem Lacetti keine technischen Probleme haben wie in Brünn, bin ich sehr optimistisch, dass wir ein gutes Ergebnis einfahren.“
In der Favoritenrolle sieht auch der bestplatzierte Verfolger den Belgier: Der amtierende Procar-Meister Mathias Schläppi rangiert mit sechs Punkten Rückstand an zweiter Stelle, ist aber für Salzburg skeptisch: „Wir sind aerodynamisch vermutlich im Nachtiel. Mein Ziel ist deshalb, den Abstand zu Vincent nicht zu groß werden zu lassen und die Titelentscheidung bis Oschersleben offen zu halten. Dort haben wir mehr Erfahrung mit dem Set-up und die Strecke kommt uns auch eher entgegen.“ Zusätzliche Spannung erhält das Wochenende, weil sich gleich drei zusätzliche Starter für die Division 1 angemeldet haben. Wolfgang Treml hat nach dem Motorschaden auf dem EuroSpeedway seinen Ford Focus ST fertig gestellt und freut sich nun auf sein Heimspiel: „Gott sei dank, wir sind wieder dabei“, grinst der Pilot und Teamchef aus Leoben. „Mein Ziel war, zumindest am Salzburgring fahren zu können, und das ist jetzt geschafft. Ich freue mich auf die Strecke, auf der ich so oft gefahren bin. Die fehlende Praxis mit dem Procar-Focus schreckt mich dabei nicht: Ich kenne das Auto, kenne die Strecke und um beides in Einklang zu bringen, sollten ein paar Runden im Training reichen.“ Verstärkt hat sich für den Salzburgring das schweizer Rikli-Team. Neben Teamchef Peter Rikli im Honda Accord bringen die Eidgenossen den Vorjahres-Honda Civic Type R mit nach Österreich. Am Steuer sitzt der Zollikofer Stephan Zbinden, der allerdings mit Gaststarterstatus antritt und bei seinem Procar-Debüt damit punktelos bleiben wird. Gleiches gilt für einen alten Procar-Bekannten: Stefan Kissling wird mit einem Opel Astra GTC antreten und die Procar-Division 1 damit um die sechste Marke bereichern.