ADAC Nürburgring Classic: Automobile Nostalgie auf dem Nürburgring
Die historischen Fahrzeuge lassen Männerherzen höher schlagen
Der Nürburgring ist in jedem Jahr Anziehungspunkt für Zehntausende von Oldtimerfreunden. Bei unterschiedlichsten Events ist es immer wieder die legendäre Nordschleife, die Fans und Fahrer gleichermaßen in ihren Bann zieht. Treffpunkt der Oldtimerenthusiasten im Herbst ist die ADAC Nürburgring Classic vom 22. bis 24. September 2006. Dabei stehen nicht nur die klassischen Renn- und Sportwagen auf der Strecke im Vordergrund. Die Veranstalter des ADAC Nordrhein wollen dem Publikum bewusst auch andere Facetten des historischen Fahrzeugbaus präsentieren: nostalgische Feuerwehrfahrzeuge etwa oder bullige Traktoren.
„Bei der ADAC Nürburgring Classic hat der historische Sport genauso seinen Platz wie andere Facetten des klassischen Automobilbaus“, erklärt ADAC-Präsident Peter Meyer das Konzept der Veranstaltung. „So werden wir neben einem riesigen Ausstellungszelt mit besonders wertvollen Exponaten in diesem Jahr rund 400 historische Schlepper auf einer Sonderfläche platzieren.“ Diese Mischung ist es, die Besucher und Besitzer der Schätzchen gleichermaßen anzieht. Dabei kommt der Sport natürlich nicht zu kurz: Rennen und Gleichmäßigkeitsprüfungen stehen am Wochenende auf dem Zeitplan. Der Höhepunkt ist dabei sicherlich das 500-km-Rennen der ADAC Classic Trophy am Sonntagnachmittag. Tourenwagen und GT-Fahrzeuge der Nachkriegszeit geben sich hier ein Stelldichein: Aston Martin DB4, Alfa Romeo Giulietta, Lotus Elan, Porsche 356, Jaguar E-Type – die Liste der Starter reiht Traumauto an Traumauto. Und das Beste: Bei der Hatz über die Nordschleife fighten die heutigen Besitzer genauso ernsthaft um die Vorherrschaft auf der längsten und schönsten Rennstrecke der Welt wie ihre Vorbilder von einst. Beschaulicher geht es bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen zu. Hier sind auch Vorkriegsfahrzeuge am Start, automobile Klassiker, die ein wenig mehr der Schonung bedürfen. Das heißt aber keineswegs, dass die Piloten auf Mercedes-Benz, Veritas oder Bentley ihre Rennfahrzeuge nicht ebenso am Limit bewegt würden. Denn bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen müssen die Fahrer selbst vorgegebene Rundenzeiten möglichst exakt einhalten. Die einzigen Rennläufe, die ausschließlich auf der modernen Grand-Prix-Strecke ausgetragen werden, sind die Rennen der Formelwagen um den Graf-Berghe-von-Trips-Pokal. Hier wird die Geschichte der Nachwuchsförderung im Motorsport wieder lebendig, denn der Graf aus dem rheinischen Kerpen war der Gründervater der Formel Junior.
Vielfältige Exponate aus der mobilen Historie
Treffpunkt der Oldtimerenthusiasten sind das Fahrerlager und die Eventfläche A8 (direkt hinter der Haupttribüne). Hier ist der Ort für die Benzingespräche, die Nacherzählung der Legenden, die sich um die automobilen Raritäten ranken. Wobei nicht immer nur Sportfahrzeuge im Rampenlicht stehen. So präsentieren sich im Fahrerlager zum Beispiel auch die Markenclubs von Austin Healey, AC Cobra, Marcos und Porsche sowie – erstmals in diesem Jahr – der Morgan Gentleman Drivers Cup. Wer hier nach Details der ausgestellten Fahrzeugen fragt, sollte Zeit mitbringen, denn die Besitzer sind mit Recht stolz auf ihre seltenen Exponate und haben meist höchst spannende Geschichten und Anekdoten zu erzählen. Das gleiche gilt auch für die Besitzer der rund 400 Traktoren, Trecker und Schlepper, die am Ring ausgestellt werden. Es handelt sich keineswegs ausschließlich um Landwirte, die dieses exklusive Hobby pflegen – im Gegenteil: die Berufsgruppen sind sehr gemischt, schließlich soll ja auch kein Acker gepfügt, sondern der Nürburgring-Grand-Prix-Kurs in einem Korso umrundet werden. Gleich daneben finden die Oldtimerfreude nostalgische Feuerwehrfahrzeuge und – als weitere Neuerung für die ADAC Nürburgring Classic 2006 – Polizeifahrzeuge der Nachkriegszeit. Ganz gleich also, ob Oldtimerfreund oder Nutzfahrzeugfan: Bei der ADAC Nürburgring Classic gibt es für große und kleine Besucher eine Menge zu bestaunen.