Becker zum Dritten: Auch bei der ADAC Neustadt-Rallye siegte der Hamburger
Der Hamburger Jan Becker gewann zusammen mit seinem österreichischen Co-Piloten Stefan Eichhorner im Mitsubishi Lancer die vorletzte Runde der ADAC Rallye Masters 2006. Für den Ex-Rallyecross-Meister war dies bereits der dritte Sieg in Folge bei der ADAC Neustadt-Rallye (08.- 09.09.) in Holstein. Auf den folgenden Rängen setzten sich mit Florian Auer (23, Freilassing), Rudi Hachenberg (21, Wermelskirchen) und dem 20-jährigen Stefan Schneppenheim (Alpen) die Youngster in den Masters-Reihen wieder erfolgreich in Szene. Hinter Hermann Gassner, der als Masters-Sieger bereits fest stand, haben nun Auer Platz zwei und der amtierende Champion des ADAC Rallye Junior Cup Rudi Hachenberg den dritten Masters-Rang bereits sicher. Dahinter bleibt es spannend: Die Teams auf den Plätzen vier bis elf trennen vor dem Finale nur 27 Punkte.
„Es war alles andere als locker, aber es hat richtig Spaß gemacht“ freute sich Becker im Ziel über den gelungenen Hattrick in Neustadt. „Ich hatte Angst, beim langsameren Fahren den Rhythmus zu verlieren. Deshalb waren unsere WP-Zeiten auch schneller als im vergangenen Jahr und wir konnten alle Bestzeiten verbuchen.“ Zwei seiner härtesten Konkurrenten traten nicht an: Masters-Seriensieger Hermann Gassner wahrte durch den Start in Österreich seine Chance auf den dortigen Staatsmeistertitel und Markus Moufang musste absagen, da ein Ersatzteil für seinen BMW M3 nicht lieferbar war. Schon auf der ersten Prüfung in Putlos machten allerdings die Youngster klar, dass die Entscheidung im hohen Norden nur über sie laufen würde. Hachenberg vor Auer und Schneppenheim lautete die Reihenfolge, nur der schwedische Mitsubishi-Markenkollege Hans-Erik Weng konnte das Trio zeitweilig sprengen. Sechs Bestzeiten gingen auf das Konto von Hachenberg, viermal gelang Auer die schnellste Zeit der seriennahen Gruppe N. Mit einem zeitraubenden Verbremser im zweiten Durchgang von Putlos verlor Hachenberg die Chance auf seinen ersten Gruppe-N-Sieg.
‚Spitz auf Knopf’ verlief der Kampf um den Sieg in der Division 5 für seriennahe Fahrzeuge bis 2.000 ccm. In ihrem sehenswerten Vergleich schoben sich Olaf Müller (Ahlden, BMW 320is) und Lars Mysliwietz (Piesbach, Honda Civic TypeR) bis auf die Gesamtränge sechs und sieben nach vorn. Den besseren Start hatte Lokalmatador Olaf Müller und sicherte sich vor dem falsch bereiften Mysliwietz ein Polster von knapp 20 Sekunden. Die Aufholjagd des Saarländers brachte ihn bis zur letzten WP im Hafen von Neustadt bis auf zwei Sekunden an Müller heran. Letztlich entschieden 3,3 Sekunden zugunsten von Müller. Durch diesen Sieg und die zusätzlichen Punkte in der Gesamtwertung sicherte sich Müller zudem die Chance auf den Divisionssieg in der Endwertung der ADAC Masters. Nicht weniger spannend ist die Situation in der Division 6 (Gruppe N bis 1.600 ccm). Der Berliner Niels Kunze setzte sich im Citroën Saxo vom Start weg an die Spitze. Junior Cup-Leader Konstantin Keil (Niestetal) konnte sich im VW Polo der heftigen Attacken von Christian Pütz (Wahlrod) im Citroën C2 erwehren. Jetzt liegen Pütz (115 Punkte), Keil (110) und Kunze mit 99 Zählern vor dem Finale in Berlin dicht zusammen.
Zum Saisonbeginn waren Ingo Hanika und Co Peter Bechthold so etwas wie die tragischen Helden der ADAC Masters. Vier Mal in Folge kamen sie nicht ins Ziel. Die Negativ-Serie der Hessen endete in Neustadt. Mit dem fünften Gesamtrang unterstrichen sie, was mit einem funktionierenden VW Golf GTI möglich ist.
Der Finallauf der ADAC Rallye Masters 2006 mit der anschließenden
Siegerehrung wird vom 10.-11.11.2006 bei der ADAC Havelland-Rallye Berlin-Brandenburg ausgetragen.