Zum dritten Mal ist die Rallye-WM in Japan zu Gast und zum dritten Mal machen viele Top-Teams einen großen Bogen um das Land der aufgehenden Sonne. Gerade einmal elf World Rally Cars werden über die Startrampe rollen, nachdem Xavier Pons seine Nennung zurückgezogen hat. Im Mittelpunkt des Interesses dürfte das Duell Grönholm gegen Loeb stehen und wie lange die Subaru Impreza dabei sein werden.
Die Rallye Japan, elfter Lauf der Saison, wird wie immer rund um Tokachi ausgetragen. Es ist die nordöstlichste Insel des Landes. Die schnellen und flüssigen Schotterstraßen ähneln denen in Neuseeland. Sollte es regnen, könnte man allerdings meinen, man wäre bei der RAC Rallye in Wales. Beim japanischen WM-Debüt in 2004 siegte der spätere Weltmeister Petter Solberg mit dem Subaru, im Vorjahr hatte Marcus Grönholm mit dem Peugeot 307 die Nase vorn.
„Letztes Jahr war ich darauf programmiert, den dritten Rang zu holen, der uns sechs Punkte und den zweiten WM-Titel brachte. In diesem Jahr fällt es schwer zu sagen, was passieren wird“, ist Loeb bescheiden. Der Tabellenführer wird am Freitag erneut als erster Fahrer auf die Strecke gehen, ein Nachteil wie sich in der Vergangenheit herausstellte, denn seine Verfolger profitieren dann von einer frei gefahrenen Strecke. "Ich denke ich werde so schnell losfahren wie immer und versuchen nicht viel Zeit zu verlieren, wenn ich für den Rest des Feldes die Straße kehren muss. Dann sehen wir einfach, was passiert.“
Nach seinem heftigen Unfall in Finland musste Xavier Pons kurzfristig seinen Start in Japan absagen, da das Kronos-Team seinen Xsara nicht rechtzeitig fertig bekommt. Ursprünglich sollten am kommenden Wochenende erstmals alle drei Citroen in blau an den Start gehen, auch Sordos Xsara, der im bisherigen Saisonverlauf rot-weiß-gelb beklebt war. Für Sordo ist nun eine Mixtur aus Gauloise-blau und seinen persönlichen Sponsoren vorgesehen.
Erstmals mit 2006er Ford Focus rückt das Stobart VK Ford M-Sport Team mit seinen Piloten Matthew Wilson und Luis Perez Companc aus. Fords M2-Team hatte bis einschließlich Finland noch auf die 2004er Spezifikation vertraut.
Für Manfred Stohl beginnt am Dienstag eines seiner letzten großen Abenteuer in der Rally-Weltmeisterschaft. Nach 104 Starts in der Königsklasse dieses Sports steht eine Veranstaltung an, die der 34-jährige OMV Pilot zum ersten Mal bestreitet. Stohl: „Ich war schon öfters dort, liebe das Essen in Japan, doch eine Rally habe ich noch nie bestritten. Es wird sicher ein tolles Erlebnis. Unserem Bozian-Peugeot 307 WRC sollte die Japan-Rally liegen. Immerhin hat Marcus Grönholm im Vorjahr auf diesem Auto gewonnen.“
Neben dem Österreicher haben aber auch Matthew Wilson, Luis Perez Companc, Gareth MacHale und Daniel Sordo keinerlei Japan-Erfahrungen. Daher sieht auch Stohl seine Chancen recht gut: „Wir sollten in den Punkten mitfahren können. Im Optimalfall ist vielleicht sogar ein Podiumsplatz drin. Das wäre hinsichtlich der WM-Fahrerwertung sehr wichtig.“ Derzeit liegt der OMV Pilot mit 24 Punkten auf dem fünften Platz.
Das Testverbot bei Überseeläufen macht die richtige Reifenwahl für die Rallye Japan nicht einfach. Bereits zwei Monate zuvor müssen die Fahrer eine Entscheidung treffen. "Die Anforderungen der Rallye Japan sind nicht einfach zu lösen", erklärt BFGoodrich Rallye-Programmmanager Aimé Chatard. "Einige Prüfungen weisen extrem festgefahrene Oberflächen mit einer dünnen, weichen Schotterauflage auf, andere sind eher sandig. In letzteren entstehen beim ersten Durchfahren auch noch tiefe Spurrillen. Wir dürfen hier nicht testen, und in Europa gibt es kaum vergleichbare Strecken." Für die Rallye Japan durften die FIA-Prioritätsfahrer in diesem Jahr lediglich einen Reifentyp nominieren.
Wichtige Starter Rally Japan:
1 Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara)
2 Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara)
3 Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06)
4 Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06)
5 Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06)
6 Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06)
7 OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307)
9 Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 06)
10 Stobart M-Sport: Luis Perez Companc (Ford Focus 06)
12 Gareth MacHale/Paul Nagle (Ford Focus WRC 04)
14 Subaru WRT: Toshihiro Arai/Tony Sircombe (Subaru Impreza 06)
Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb (Citroën) 92 2. Grönholm (Ford) 61; 3. Sordo (Citroën) 41; 4. Hirvonen (Ford) 27 ; 5. Stohl (Peugeot) 24 ; 6. P.Solberg (Subaru) je 20; 7. Gardemeister (Peugeot/Citroen) und H.Solberg (Peugeot) je 16 ; 9. Galli (Mitsubishi/Peugeot) 15 ; 10. Pons (Citroen) ; 11. Bengue (Peugeot) und Atkinson (Subaru) je 9; 13. Kopecky (Skoda) 7 ; 14. Carlsson (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru) und Valimäki (Mitsubishi) je 6; 17. Radström (Subaru) und Duval (Skoda) je 4; 19. Sohlberg (Subaru), Katajamäki (Ford), MacHale (Ford), Aigner (Skoda) und Tuohino (Citroen) je 3; 24. Wilson (Ford) 1.
Stand in der Marken-WM:
1. Kronos-Citroën 122; 2. BP Ford 107; 3. 555 Subaru 65, 4. OMV Peugeot Norway 54; 5. Stobart-Ford 19 ; 6. Red Bull Skoda 22.