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2006-08-18 22:33:24 - ju
WRC: Grönholm knapp vor Loeb

Die Subaru-Piloten Solberg (links) und Atkinson konnten endlich wieder das Tempo an der Spitze mitgehen
Nach dem Ende der ersten Etappe zur Neste Oil Rally Finland kehrte Marcus Grönholm – wie erwartet – als Spitzenreiter in den Parc ferme zurück. Aber Tabellenführer Sebastien Loeb war nah dran, näher als wohl auch die größten Loeb-Fans gehofft hatten. Nach 150 Wertungsprüfungskilometern waren es gerade einmal 12 Sekunden, die den Franzosen vom fünffachen Finnland-Sieger trennten. Mikko Hirvonen im zweiten Ford Focus ist dritter, hat aber schon 43,5 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen.

In der Nacht zuvor hatte es stark geregnet. Und auch die Auftaktprüfung des heutigen Tages fand bei sintflutartigem Niederschlag statt. Sicherlich ein Vorteil für Sebastien Loeb, der als erster auf die Strecke ging und nicht unbedingt die Rolle des Strassenfegers hatte. Der Citroen-Pilot war auf den schnellen Schotterstrecken rund um Jyväskylä jedenfalls nicht mehr gegenüber den späteren Startern benachteiligt.

Somit war es fast logisch, daß sich Loeb und Grönholm die Bestzeiten aller bisherigen neun Prüfungen teilten. Bis zur abschließenden Super Special „Killeri“ stand es vier zu vier und mit 0,1 Sekunden Vorsprung entschied der Lokalmatador die letzte Prüfung dann für sich.

Auf den ersten drei Prüfungen des Tages hatte der Finne mächtig aufgedreht und erst einmal elf Sekunden zwischen sich und den Rest der Rallyewelt gelegt. Hirvonen folgte trotz eines kleinen Ausrittes in WP vier als zweiter, Petter Solberg war im Subaru dritter vor Loeb. Der Norweger freute sich, endlich wieder das Tempo an der Spitze mitgehen zu können.

Aber in WP fünf, der mit 36,38 Kilometer längsten „Vellipohja“, wendete sich das Blatt. Loeb markierte eine Bestzeit und nahm alleine Petter Solberg 15,9 Sekunden ab. Der Franzose blies zur Attacke und außer Grönholm mussten sich alle anderen geschlagen geben. „Meine Reifen waren zu weich“, versuchte Solberg eine Erklärung zu finden. Und Hirvonen beklagte ein übersteuerndes Auto. Beide mussten Loeb jedenfalls ziehen lassen.

Für den Rest des Tages sollte sich an der Spitze nichts Entscheidendes mehr ändern. Loeb und Grönholm knallten sich abwechselnd die Bestzeiten um die Ohren, während Hirvonen und Solberg konstant Boden einbüßten. Ab Platz fünf gab es dann schon Minutenabstände. Im zweiten Durchgang von Vellipohja war übrigens Grönholm der Schnellste, der sich auf heimatlichem Boden nicht wieder geschlagen geben wollte.

Chris Atkinson fand in Finland ebenfalls zu alter Form zurück und verlor auf den ersten Prüfungen nicht viel Zeit auf Subaru-Leader Petter Solberg. Doch die alte Anfälligkeit der Subaru bremste den Australier bald: In WP sieben drohte der Boxer-Motor zu überhitzen und Atkinson fiel noch hinter Henning Solberg (Bozian-Peugeot) auf Rang sechs zurück. „Es läuft perfekt. Wir fühlen uns sehr wohl“, freute sich Petters älterer Bruder. „Jetzt stimmt auch der Speed. Die drittbeste Gesamtzeit auf Wertungsprüfung sechs hat uns zusätzlich Selbstvertrauen gegeben. Jetzt wollen wir alles daran setzen noch weiter nach vorne zu kommen.“ Damit greift Henning seinen Bruder Petter an, der auf Platz vier liegt.

Bozian-Teamkollege Manfred Stohl schnitt in WP sechs eine Linkskurve zu eng und traf einen Stein. Stohl: „Das ärgert mich ganz besonders, da ich beim Kurven schneiden normalerweise sehr vorsichtig bin. Doch da zeigten alle Spuren nach innen. Das ist wirklich Pech.“ Dabei brach der Querlenker links vorne. Das ergab zu rund fünf verlorenen Minuten auf der Prüfung nochmals 70 Sekunden Strafzeit. Stohl: „Damit kannst du nichts mehr gewinnen. Aber nach dem Ausfall von Katajamäki werde ich schauen, dass ich noch Wilson erwische. Dann wäre zumindest ein Herstellerpunkt gesichert. Und wer weiß, was morgen und am Sonntag noch passiert.“

Daniel Sordo, auf Asphalt eigentlich zu Hause und in Deutschland hervorragender zweiter, ging es zunächst ruhig an. Der Spanier wusste, daß man in Finnland eigentlich nur verlieren kann. Der Citroen-Pilot fand es „mächtig rutschig“ und hatte in WP drei auch noch mit dem Ausfall des Scheibenwischers zu kämpfen. Platz sieben ist mehr als der Kronos-Pilot nach dem Ende des ersten Tages erwartet hatte. Sein Temkollege Xavier Pons ist jedenfalls nur 12. und liegt eineinhalb Minuten hinter Sordo zurück.

Gianluigi Galli im Pirelli-Peugeot und Daniel Carlsson lieferten sich während des gesamten Tages einen tollen Kampf. Das Duell erinnerte stark an Schweden im Februar dieses Jahres. Galli sorgte in WP fünf mal wieder für die italienischen Momente im Leben und drehte sich. Carlsson konnte sich aber nicht lange am gewonnen Platz erfreuen: In WP acht haute der Schwede seinen Mitsubishi ins finnische Unterholz.

Jussi Valimäki kam mit seinem Mitsubishi als Neunter ins Etappenziel. Bei einer harten Landung hatte sich der Finne etwas den Nacken verstaucht. Nur 3,7 Sekunden dahinter folgt Janne Tuohino in einem vier Jahre alten Citroen Xsara. Zweimal wechselten Tuohino und Beifahrer Mikko Markkula die Helme, doch die Probleme in der Gegensprechanlage blieben. Matthew Wilson musste bereits in WP drei einen Reifen am Stobart-Ford wechseln, Kristian Sohlberg bremste in WP sechs ein Motorschaden am Subaru Impreza.

Ergebnis nach 9 von 21 Wertungsprüfungen:
1. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) 1:12.59,6 Stunden
2. Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara) + 12,0 Sekunden
3. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 43,5 Sek.
4. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 52,9 Sek.
5. OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307) + 1.47,2 Minuten
6. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 2.17,1 Min.
7. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 2.45,0 Min.
8. Gianluigi Galli/Giovanni Bernacchini (Peugeot 307) + 2.49,6 Min.
9. Jussi Valimäki/Jarkko Kalliolepo (Mitsubishi Lancer) + 3.02,3 Min.
10. Janne Tuohino/Mikko Markkula (Citroen Xsara) + 3.06,0 Min.
11. Juho Hänninen/Marko Sallinen (Mitsubishi Lancer) + 3.58,0 Min.
12. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroën Xsara) + 4.19,3 Min.
13. Czech RT Skoda: Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 4.42,2 Min.
14. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Toyota Corolla) + 4.45,3 Min.
15. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 8.04,6 Min.
16. Anton Alén/Timo Hantunen (Subaru Impreza) + 8.38,4 Min.
17. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 9.03,5 Min.
38. Kosti Katajamäki/Timo Alanne (Ford Focus 04) + 16.53,3 Min.

wichtige Ausfälle :
WP 8: Daniel Carlsson/Tomas Thorszelius (Mitsubishi Lancer) Unfall
WP 6: Kristian Sohlberg/Kaj Lindström (Subaru Impreza) technischer Defekt
WP 6: OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) Unfall





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