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2006-08-13 21:11:45 - ju
WRC: 26. Sieg für Sebastien Loeb

26. Gesamtsieg insgesamt, fünfter Sieg in Folge rund um Trier: Sebastien Loeb hatte wieder einmal ein Wochenende nach Maß. Beim neunten Saisonlauf – der OMV ADAC Rallye Deutschland - war es gleichzeitig der sechste Saisonsieg. In der WM baute der Franzose natürlich weiter seine Führung aus. In der ewigen Bestenliste hat Loeb nun mit 26 Erfolgen mit Carlos Sainz gleichgezogen.

Nach 19 Wertungsprüfungen hatte der Titelverteidiger 36,1 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Daniel Sordo. Dritter wurde nach einem dramatischen Finish Marcus Grönholm (Ford Focus) knapp vor seinem Landsmann Toni Gardmeister (Citroen Xsara). Loebs Sieg geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, zumal der zweifache Weltmeister auch bei der Reifenwahl immer richtig lag.

Sordo überzeugte ebenfalls bei seinem Debüt am Steuer des zweiten für die Marken-WM nominierten Citroen Xsara des Kronos-Teams. Mit dem Maximum von 18 Zählern vergrößerte das französische Team natürlich auch seinen Vorsprung in der Tabelle. Und die Mannschaft wurde bestätigt, Xavier Pons gegen Daniel Sordo ausgetauscht zu haben. Pons wurde am Ende nur 14.

Neben dem Kronos-Duo beeindruckte vor allem Toni Gardemeister. Der Finne geigte am Steuer des privat eingesetzten vier Jahre alten Citroen Xsara mächtig auf und lag sogar lange Zeit auf Podiumskurs. Vom Start an hatte Gardemeister vor allem zum x-ten Mal seinen Landsmann Mikko Hirvonen im Griff, der ihm zu Beginn der Saison das Cockpit im Ford-Werksteam weggeschnappt hatte.

Am Schlusstag markierte Gardemeister drei von vier möglichen Bestzeiten und war immer schneller als Grönholm. Doch der Citroen-Pilot machte nur 11,1 Sekunden gut, zu wenig, um Marcus Grönholm noch vom dritten Rang zu verdrängen. Grönholm hat jetzt bereits 33 Punkte Rückstand auf Loeb und kann den WM-Titel wohl endgültig abhaken. Hirvonen lag am Ende der letzten Prüfung auf Rang fünf, schaffte aber aufgrund von Problemen an der Lichtmaschine nicht mehr den Weg zurück zur Zielrampe nach Trier. Der Finne kassierte fünf Strafminuten und rutschte auf Platz neun zurück.

Manfred Stohl profitierte am meisten von Hirvonens Pech: In der Gesamtwertung rückte der OMV-Pilot von Rang sechs auf fünf vor. Und auch in der Fahrer-WM zog der Peugeot-Pilot am Finnen vorbei und ist jetzt vierter. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir heuer in Deutschland eine gute Vorstellung abgeliefert haben. Die OMV ADAC Rally ist ein sehr schwerer Lauf, wo du dich permanent am Limit bewegst. Der Grad zwischen Erfolg und Niederlage ist enorm schmal. Entscheidend für den Erfolg war, dass die Testarbeit im Vorfeld Früchte getragen hat“, freute sich Stohl. Der Angriff am Schlusstag auf den vor ihm liegenden Hirvonen war ursprünglich auf der ersten Sonderprüfung des Tages nach einem Dreher gestoppt worden, doch am Ende hatte Stohl doch das bessere Ende für sich.

Ein Wochenende zu vergessen hatte einmal mehr Subaru. Wie auch im bisherigen Saisonverlauf, glänzten die Impreza nicht gerade mit Zuverlässigkeit. Petter Solberg schied am zweiten Tag mit Motorschaden aus, bei Stephane Sarrazin streikte heute nach einem Abflug das Getriebe. Chris Atkinson holte als achter wenigstens noch einen WM-Punkt.

Erstmals einen WRC-Zähler ergatterte Andreas Aigner. Doch bevor der Pilot von Red Bull Skoda im Ziel ankam, erlebte der Österreicher eine Schrecksekunde, als er auf der letzten Prüfung von der Strecke abkam und seinen Fabia WRC beschädigte. „Ich hatte auf meinen Verfolger Jan Kopecky vor der letzten Prüfung noch 19,3 Sekunden Vorsprung. Drei Kurven vor dem Ende der letzten WP rutschte ich von der Strecke", so Aigner, der im Ziel nur noch 3,2 Sekunden vor seinem Markenkollegen lag. "Mit dem Ergebnis kann ich mehr als zufrieden sein. Auf den insgesamt 19 Prüfungen konnte ich 15 Mal in die Top Ten fahren, das freut mich ganz besonders", so Aigner.

Sehr zufrieden mit der Leistung des 21-Jährigen zeigten sich auch die Teamverantwortlichen, Raimund Baumschlager und Armin Schwarz: "Andreas ist eine tolle Rallye gefahren und hat das in ihn gesetzte Vertrauen voll gerechtfertigt. Aber auch Mattias hat einen guten Job gemacht und bewiesen, dass er neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als Audi-DTM-Pilot auch ein hervorragender Rallyefahrer ist."

Ekström belegte Rang elf und fuhr damit Punkte für die Marken-WM ein. Für Red Bull Skoda war es in dieser Saison das beste Team-Ergebnis. Ekström wurde durch einige Defekte zurückgeworfen, zog aber dennoch eine positive Bilanz: "Ich habe hier viel gelernt. Das Rallyefahren, speziell bei so unterschiedlichen Wetterbedingungen, ist gewaltig. Natürlich ist derzeit die DTM bei Audi die wichtigste Sache für mich, aber wenn es wieder eine Gelegenheit gibt, bei einer Rallye zu fahren, werde ich diese Chance wieder nutzen."

Endergebnis nach 19 Wertungsprüfungen:
1. Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara) 2:59.34,4 Stunden
2. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 36,1 Sekunden
3. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) + 2.21,0 Min.
4. Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Citroen Xsara) + 2.39,3 Min.
5. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 3.43,6 Min.
6. Red Bull Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia) + 4.52,4 Min.
7. Czech RT Skoda: Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 5.12,6 Min.
8. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 5.29,3 Min.
9. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 8.08,6 Min.
10. Gareth MacHale/Paul Nagle (Ford Focus) + 11.32,3 Min.
11. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 16.42,0 Min.
12. Red Bull Skoda: Mattias Ekström/Jonas Andersson (Skoda Fabia) + 16.50,8 Min.
13. Erik Wevers/Filip Godde (Toyota Corolla) + 16.58,3 Min.
14. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroën Xsara) + 21.47,7 Min.

wichtige Ausfälle:
WP 16 : Subaru WRT: Stephane Sarrazin/Stephane Prevot (Subaru Impreza 06) Getriebe
WP 13: Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroën Xsara) Getriebe
WP 11: Matthias Kahle/Peter Göbel (Skoda Fabia) Motor
WP 9: Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) Motor
WP 8: First Motorsport: Francois Duval/Patrick Pivato (Skoda Fabia) technischer Defekt

WP-Bestzeiten:
Loeb 6; Sordo 5; Gardemeister 3; Kopecky und Grönholm je 2; Hirvonen 1

Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb (Citroën) 84; 2. Grönholm (Ford) 51; 3. Sordo (Citroën) 41; 4. Stohl (Peugeot) 24 ; 5. Hirvonen (Ford) 21; 6. P.Solberg (Subaru) je 20; 7. Gardemeister (Peugeot/Citroen( 16 ; 8. Galli (Mitsubishi/Peugeot), Pons (Citroen) und H.Solberg (Peugeot) je 11 ; 11. Bengue (Peugeot) und Atkinson (Subaru) je 9; 13. Carlsson (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru) und Kopecky je 6; 16. Radström (Subaru), Valimäki (Mitsubishi) und Duval (Skoda) je 4; 19. Sohlberg (Subaru), Katajamäki (Ford), MacHale (Ford) und Aigner (Skoda) je 3; 23. Wilson (Ford) 1.

Stand in der Marken-WM:
1. Kronos-Citroën 114; 2. BP Ford 91; 3. 555 Subaru 63, 4. OMV Peugeot Norway 45; 5. Red Bull Skoda 22 ; 6. Stobart-Ford 19.



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