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2006-08-13 09:23:36 - ju
WRC: Citroen auf Doppelsiegkurs in Deutschland

Aus nach Motorschaden für Petter Solberg
Der zweite Tag der OMV ADAC Rallye Deutschland hatte es einmal mehr in sich: Die berühmten Prüfungen auf dem Truppenübungsplatz Baunholder, die jeweils doppelt gefahrenen WPs „Panzerplatte“ und „Erzweiler“, erzeugten ihre üblichen Dramen. Erst die letzten beiden Prüfungen des Tages, der zweite Durchgang in Bosenberg sowie die Super Special in St. Wendel, verliefen ruhig und ohne Positionsveränderungen in den Top Ten. Für die Überraschung des Tages sorgte Jan Kopecky, der im Skoda Fabia gleich zwei Bestzeiten markierte, beide in Bosenberg.

Weiter souverän in Führung ist das Citroen-Duo Sebastien Loeb und Daniel Sordo. Manchmal hat man das Gefühl, die beiden spielen nur mit der Konkurrenz. Das Paket des Xsara WRC in Verbindung mit den BFGoodrich-Reifen und dem Ausnahmekönnen dieser beiden Piloten ist auf Asphalt einfach unschlagbar. Positiv erwähnenswert ist aber vor allem, wie locker Sordo das Tempo des zweifachen Weltmeisters mitgehen kann.

"Ich kämpfe aber nicht gegen Sébastien, ich halte nur die Verfolger zurück", so Sordo, der am Samstag eine Bestzeit fuhr. Aufgrund des großen Vorsprungs lautet nun die Vorgabe von Kronos Racing, beide Fahrzeuge auf den ersten beiden Positionen ins Ziel zu bringen. Loeb, der ebenfalls eine Bestzeit markierte: "Es gibt keine Teamorder, nur die Auflage, das Auto nicht zu zerstören.“

Am frühen Morgen gab es die üblichen dicken Fragezeichen in den Augen der WRC-Piloten hinsichtlich der Reifenfrage. Dunkle Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes, Regen schien jede Sekunde möglich zu sein im Gebiet zwischen Trier, Baumholder und Bosenberg. Die meisten Piloten entschieden sich für Trockenreifen oder Intermediates, welches sich am Ende auch als richtig herausstellen sollte.

Während die beiden Kronos-Piloten vornehmlich darauf bedacht waren, ihren zwei Minuten Vorsprung vor dem Drittplatzierten zu halten, tobte dahinter der Kampf. Und um so trockener die Pisten wurden, um so mehr knabberte Marcus Grönholm im Ford Focus seinem Landsmann Toni Gardemeister die Sekunden von dessen Vorsprung ab. Gardemeister hatte aber auf WP 9 noch ein anderes Problem: Der Finne touchierte einen Stein und beschädigte die Felge hinten links. Danach rodelte er durch einen Graben. Auf der nächsten Prüfung Panzerplatte landete er nach einem Sprung zu hart. "Das hat uns leider einige Sekunden gekostet.“

Auf WP 12 markierte Grönholm seine erste Bestzeit und zog erstmals an Gardemeister vorbei auf Rang drei. "Ich hatte im Trockenen ein besseres Gefühl. Wir haben einiges am Auto geändert. Wenn das Wetter so bleibt, habe ich gute Chancen, den dritten Platz zu sichern", so Grönholm, der bereits 2.14 Minuten hinter Spitzenreiter Loeb liegt. Grönholm behauptet Rang drei, obwohl er sich die Hand prellte, nachdem er einem Stein auswich und von der Strecke abkam. Mit einer weiteren Bestzeit in WP 13 vergrößerte der Ford-Pilot den Abstand zu Gardemeister im vier Jahre alten Xsara. Gardemeister: "Eigentlich habe ich nur bei Regen Chancen, noch aufs Podium zu kommen.“

Der fünftplatzierte Mikko Hirvonen im zweiten Werks-Ford plant ebenfalls noch den Angriff auf Gardemeister: „Wenn es am Sonntag wieder trocken ist, wollen wir Toni noch einholen.“

Prächtig läuft es für Andreas Aigner, für den die OMV-Rallye der erste WRC-Lauf ist, wo der Österreicher über Erfahrungswerte verfügt. Aigner liegt auf Rang sieben. Nun gilt es, die letzten vier Prüfungen der dritten Etappe erfolgreich zu absolvieren. Dann könnte Aigner seine ersten WM-Punkte einfahren. "Es macht mir sehr viel Spaß. Natürlich ist es toll, die Zeiten mitgehen zu können, die an der Spitze auch gefahren werden. Das habe ich vorher noch nie so erlebt", so Aigner, der auf der 13. Prüfung sogar schneller als Spitzenreiter Loeb war.

Der Skoda-Pilot kommt besonders bei trockenen Verhältnissen gut mit den Strecken rund um Trier zurecht. Bei seiner starken Leistung konnten ihn auch zwei Reifenschäden nicht stoppen. "Jetzt möchte ich schon gerne die Position halten. Doch das ist sehr schwer, denn Stéphane Sarrazin und Jan Kopecky sind schnell", so Aigner. Unterstützung erfährt der 21-Jährige auch von seinen Fans: "Ich habe mich über die vielen österreichischen Fahnen am Rundkurs gefreut."

In der 13. Prüfung mussten sowohl Xavier Pons nach Getriebeschaden im Kronos-Citroen und auch Jari-Matti Latvala (Stobart-Ford) aufgeben. Mattias Ekström büßte eineinhalb Minuten aufgrund einer defekten Antriebswelle am Red Bull-Skoda ein. Bereits in der Auftaktprüfung hatte Petter „Hollywood“ Solberg einen Filmriss, als der Motor im Subaru Impreza seinen Dienst quittierte und der Norweger aufgben musste.

Ergebnis nach 15 von 19 Wertungsprüfungen:
1. Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara) 2:47.53,5 Stunden
2. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 34,3 Sekunden
3. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) + 2.14,1 Min.
4. Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Citroen Xsara) + 2.39,8 Minuten
5. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 2.56,4 Min.
6. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 3.20,0 Min.
7. Red Bull Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia) + 4.42,1 Min.
8. Subaru WRT: Stephane Sarrazin/Stephane Prevot (Subaru Impreza 06) + 4.54,7 Min.
9. Czech RT Skoda: Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 5.11,7 Min.
10. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 5.23,1 Min.
11. Gareth MacHale/Paul Nagle (Ford Focus) + 11.01,6 Min.
12. Eric Wevers/Frank Godde (Toyota Corolla) + 16.01,7 Min.
13. Stobart Ford: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus) + 16.17,6 Min.

wichtige Ausfälle:
WP 13: Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroën Xsara) Getriebe
WP 11: Matthias Kahle/Peter Göbel (Skoda Fabia) Motor
WP 9: Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) Motor
WP 8: First Motorsport: Francois Duval/Patrick Pivato (Skoda Fabia) technischer Defekt


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