Schneller Blaublüter: Graf Marcus von Oeynhausen im Jaguar E-Type
Graf Marcus von Oeynhausen sicherte sich im Jaguar E-Type den Sieg beim AvD-Historic-Marathon 400. Der Blaublüter vom Team Gotcha Historic Racing verwies bei wechselhaften Witterungsbedingungen auf der 20,832 Kilometer langen Nürburgring Nordschleife Timm Melnrenken und Hans Schütt im Porsche 911 ST auf den zweiten Platz. Im baugleichen Porsche bestiegen Antonius Planken, Helmut Reis und Uwe Hell als Dritte das Podium. Die beiden Vorjahressieger Michael Eschmann und Paul Hulverscheid nahmen das Rennen von dem letzten Platz aus in Angriff und sahen als Achte die Zielflagge.
Unmittelbar vor dem Start hatte ein monsunartiger Regenschauer weite Teile der Rennstrecke buchstäblich unter Wasser gesetzt. Kurz darauf nahmen 91 Fahrzeuge bei strahlendem Sonnenschein das Rennen auf – dem kurzen Zwischenhoch folgten weitere Schauer, so dass für die Teilnehmer die Reifenwahl zum Glücksspiel geriet. Zu den Verlierern des Rennens zählte unter anderem Polesitter Richard Meins auf Großbritannien, der mit seinem Ford GT 40 am Ende mit drei Runden Rückstand nur auf Platz 68 ins Ziel kam. Peter Scharmach und Wolfgang Krahn, die mit ihrer bärenstarken Chevrolet Corvette in der Anfangsphase das Geschehen an der Spitze dominiert hatten, brachten bei feuchten Bedingungen die Leistung nicht mehr auf den Asphalt und wurden am Ende auf Platz 14 abgewinkt. Insgesamt wurden 79 Teams im Ziel gewertet.
Auf einem Datsun 240 Z von 1971 startete Klaus Fritzinger, Vizemeister der Deutschen Rennsportmeisterschaft im Jahr 1972. Als Fußball-Profi war Fritzinger für den FC Kaiserslautern aktiv, Titel sammelte er ebenso bei Bergrennen und im Rallye-Sport. Mit dem 74-jährigen Freddy Kottulinsky, ältester Fahrer im Marathon-Feld und 1980 auf einem VW Iltis-Geländewagen Sieger bei der Rallye Paris-Dakar, wechselte er sich beim Historic Marathon am Lenkrad ab. „Zusammen mit unserem Auto sind wir bald 180 Jahre alt“, sagt Fritzinger, der mit 69 Jahren der Juniorpartner in der Fahrgemeinschaft war. Am Ende stand Platz 16 für das Duo zu Buche.
Im Vorjahr noch durch einen Renneinsatz in den USA verhindert, griff dieses Mal Stig Blomqvist ins Geschehen ein. Der 60-Jährige Schwede, 1984 auf Audi Quattro Rallye-Weltmeister, ging gemeinsam mit seinem Landsmann Thomas Henrysson im Training auf einem Ford Galaxie von 1963 auf die 400 Kilometer-Distanz. Mit einem 7 Liter großen V8 gehörte der Ford von 1963 zu den Hubraum-Größen im Feld. Ein technischer Defekt kurz vor Rennbeginn verhinderte einen Start des Alt-Weltmeisters.
Bereits am Freitagmittag triumphierten zwei Fahrer eines Jaguar E-Type: Jon und Jason Minshaw entschieden die 1. Nürburgring Challenge 100 für sich. Das Podium des Einladungsrennens komplettierten Wolfgang Friedrichs und David Clark im Aston Martin DP 214 und Chris Conoley und Richard Bull im Triumph TR 4.