Mit der beeindruckenden Serie von sieben Siegen in Folge sicherten sich Hermann Gassner /Siggi Schrankl (Surheim/Obing) vorzeitig den Titel in den ADAC Rallye Masters. Auch bei der ADAC Eifel Rallye (28. - 29.07.06), dem siebten Masters Lauf, fuhren sie vor 22.000 begeisterten Fans im Mitsubishi Lancer als Erste über die Zielrampe. Nach einer spannenden Veranstaltung auf den anspruchsvollen Asphaltprüfungen der Vulkaneifel sicherte sich Lokalmatador Frank Färber (Neuwied) gemeinsam mit Ehefrau Carmen Freiberger Platz zwei vor Anton Werner/Ralph Edelmann (Altfraunhofen/Mühldorf) im Porsche 911 GT3. Mit dem sechsten Gesamtrang festigte der 23-jährige Florian Auer (Freilassing) seinen zweiten Platz in der Masters-Wertung vor dem 21-jährigen Rudi Hachenberg aus Wermelskirchen.
Nachdem Gassner die Auftaktprüfung am Freitag Abend vor über 6.000 Fans auf dem Zuschauerrundkurs in Sarmersbach für sich entschieden hatte, konterte Toni Werner mit einer Serie von vier Bestzeiten am frühen Samstag. Bis zur Halbzeit schob sich der Porsche-Pilot bis auf 4,8 Sekunden an Gassner heran. Auch Färber lag mit 16 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz. Die Entscheidung fiel auf dem Klassiker ‚Vulkaneifel’. „Auf den ersten fünf Kilometern gab es einen Platzregen, das macht mit profillosen Trocken-Reifen nicht wirklich Spaß,“ berichtete Gassner. Er lag im Ziel der Prüfung zwar nur 0,4 Sekunden vor Färber, Toni Werner im lediglich heckangetriebenen Porsche distanzierte er aber um 13,3 Sekunden. Ausrutscher von Färber und Werner auf den folgenden Prüfungen ergaben letztlich die im Ziel deutliche Führung des neuen Masters-Titelträgers.
Rudi Hachenberg verlor schon am Freitag jede Chance auf den Gruppe-N-Sieg. Eine defekte Zündkerze am Lancer-Motor in der Auftaktprüfung kostete rund 45 Sekunden. Mit einer Serie von vier N-Bestzeiten am frühen Samstag, „wollte ich zeigen, dass wir noch leben.“ Zur Halbzeit lag er hinter Schnep-penheim und Auer auf Gesamt-Rang sieben, „das war Schadensbegrenzung, mehr war aus eigener Kraft nicht mehr drin.“ Vom Start weg stürmte Stefan Schneppenheim an die N-Spitze. Er ist mit seinen gerade 20 Jahren der jüngste des schnellen Mitsubishi-Trios. Sein Ziel, „weniger aggressiv sondern viel runder zu fahren,“ wurde mit dem ersten Gruppe-N-Sieg belohnt. Florian Auer schaute derweil immer mit einem Auge auf die Masters-Wertung, „für den Sieg in der Gruppe N hat es nicht ganz gereicht. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Stefan (Schneppenheim) ist in der Masters nicht vor uns. Wir wollten nur Rudi (Hachenberg) hinter uns lassen.“ Lediglich Klaus Osterhaus konnte am Freitag das Youngster-Trio mit der zweiten N-Zeit sprengen. Nach dessen Ausfall in der ersten Samstagsprüfung war nur noch der Däne Karl-Age Jensen im Subaru Impreza in der Lage, den schnellen Junioren annähernd zu folgen.
Mit dem klaren Sieg in der Division 5 für Lars Mysliwietz (Piesbach) im Honda Civic Type R und dem Erfolg von Christian Pütz (Wahlrod) in der Division 6 schoben sich beide in der Masters-Wertung hinter dem Vierten Michael Neuschäfer-Rube auf die Plätze fünf und sechs nach vorn. Pütz profitierte im Citroën C2 vom technischen Defekt am VW Polo von Junior-Cup-Leader Konstantin Keil (Niestetal), der bislang den fünften Masters-Rang inne hatte.
In der Eifel wurde auch die vierte Runde zu den HJS Diesel Masters ausgetragen. Bei den Selbstzündern setzte sich der Nordhesse Siggi Steinacker nach der Auftaktprüfung an die Spitze. Auf der ersten WP am frühen Samstag rutschte er mit seinen VW Golf TDI in einem Graben und konnte nicht weiterfahren. Dann übernahm der 19-jährige Tim Stebani aus Essen im Skoda Fabia RS TDI die Führung. Doch schnell machte Routinier Markus Moufang wieder alles klar und fuhr vor Stebani als Sieger über die Zielrampe in Daun. Im BMW 120d konnte Moufang seine Tabellenführung weiter ausbauen.
Szenenapplaus auf offener Strecke erhielten die Teilnehmer bei den Demonstrationsfahrten historischer Rallyeboliden anlässlich der ADAC Eifel-Rallye. Zu den Stars im größten rollenden Rallyemuseum der Welt zählten nicht nur die liebevoll vorbereiteten und überwiegend im Originalzustand befindlichen Fahrzeuge, sondern auch ihre Chauffeure wie die ehemaligen Weltmeister Walter Röhrl (Regensburg) und Björn Waldegaard (Schweden). Im Wechsel steuerten sie verschiedene Automobiltypen. Dabei waren mit dem Oberreichenbacher Armin Schwarz und Reinhard Hainbach (Schotten) auch zwei ehemalige Deutsche Rallye-Champions. Attraktion der Eifel-Historic Rallyeparty war zweifellos der bärenstarke Auftritt von rund zwei Dutzend Gruppe-B-Boliden, die vielfach aus Großbritannien angereist waren.