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2006-06-11 22:18:30 - ks
Top 10: Zu Gast bei Freunden

Die Top 10 tritt zum Nordschleifen-Gastspiel an
Einmal im Jahr verlässt die Beru Top 10 ihr vertrautes Revier, um ihren traditionellen Saisonhöhepunkt auf der Nürburgring-Nordschleife zu feiern: Beim „ADAC Zurich 24h-Rennen“ gehen die Starter aus ADAC Procar, Ford Fiesta ST Cup und Renault New Clio Cup mit ungewohnten Rennformaten an den Start. Statt der 25-Minuten-Läufe der Markenpokale und der beiden 20-Minuten-Sprints der Procar stehen vier Runden auf der längsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt im Pflichtenheft. Mit dem RECARO Formel-3-Cup ist außerdem die schnellste Formelserie der Republik im 24h-Rahmenprogramm vertreten. Da für die Monoposto-Youngster die winklige 25-km-Berg-und-Tal-Bahn zwischen Nürburg und Hoher Acht tabu ist, gehen sie auf der Grand-Prix-Strecke an den Start und behalten dafür ihr übliches Rennformat: Zwei Läufe zu 25 Minuten stehen für sie im Zeitplan – am Samstagmorgen (8.05 Uhr) und direkt vor dem Beginn der 24h-Startaufstellung um 12.30 Uhr.

Ein Riesenpublikum erwartet die Starter aus der Beru Top 10 am Nürburgring. 180.000 Fans campierten, feierten und fieberten rund um die Nordschleife im vergangenen Jahr – und das trotz widriger Wetterbedingungen. Für das Jahr 2006 wurde das Event am Fronleichnamswochenende terminiert und die Langfrist-Voraussagen der Meteorologen lassen auf Sommerwetter hoffen. Ideale Voraussetzungen für ein Revanche-Rennen der besonderen Art im Top-10-Aushängeschild. Denn nur zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in der Eifel stand ein anderes Highlight im Terminkalender der ADAC Procar: Die Produktionswagen-Asse waren zu Gast beim Lauf der Tourenwagen-WM in Oschersleben und zeigten in zwei turbulenten Läufen in allen drei Divisionen höchst spannende Rennen. Hinter dem als Gaststarter in einem BMW 120 d angetretenen Doppelsieger Marc Hennerici setzte sich vor allem einer der Toyota Corolla T-Sport des TSF-Yaco-Teams bestens in Szene: Der Plauener Philip Geipel holte mit zwei zweiten Plätzen die volle Punktzahl und etablierte sich damit als erster Verfolger des Spitzenduos: Sein Teamkollege Matthias Schläppi (CH) wurde als Dritter und Zweiter gewertet und überholte um einen einzigen Punkt den bis dahin souverän in Führung liegenden Vincent Radermecker (Chevrolet Lacetti). Der Belgier lag auch in der Motorsport Arena in Front, als ihn zwei Runden vor Schluss des ersten Laufs ein Motorschaden zurückwarf, der ihn auch die Teilnahme am zweiten Heat kostete. Die Chevrolet-Farben hielt dafür Radermeckers Teamkollege Rainer Bastuck hoch, der sich, als Zweiter und Dritter gewertet, nun auf die Fortsetzung freut: „Für den Nürburgring rechne ich mir wirklich viel aus“, grinst der nun an vierter Meisterschaftsposition liegende Saarländer beim Gedanken an die Nordschleife. „Von den Spitzenpiloten habe ich dort die meiste Erfahrung und das ist auf dieser Strecke absolut entscheidend.“ Sein Teamkollege Radermecker, im nahen Lüttich zu Hause, erklärt: „Ich wohne zwar nicht weit weg, war aber in den vergangenen Jahren nie in deutschen Rennserien unterwegs. So kenne ich mich zwar in Frankreich und England gut aus, aber die Nordschleife habe ich erst bei ein paar Proberunden mit Rainer kennen gelernt. Und ich kann nur sagen: Eine unglaubliche Strecke.“ Auch Geipel, der Matchwinner von Oschersleben, attestiert: „Ich habe riesigen Respekt vor der Nordschleife.

Beim ersten Procar-Wochenende der Saison auf dem Nürburgring war ich mit Mathias Schläppi dort unterwegs und sah den Kurs dabei zum ersten Mal – irre!“ Auch in den beiden weiteren Procar-Divisionen ging es in Oschersleben hoch her, wobei sich zwei Citroën-Piloten am Ende durchsetzten: Guido Thierfelder (Troisdorf) gewann den ersten Lauf der 1.600-Kubik-Renner, Thomas Mühlenz (Recklinghausen) den zweiten. Während sich Mühlenz mit 64 Punkten an der Tabellenspitze leicht absetzen konnte, rangiert Thierfelder vor dem Nordschleifen-Lauf punktgleich mit Michael Bohrer (Merzig, alle Citroën Saxo VTS) an zweiter Position. In der Division 3 für Turbodieselfahrzeuge konnte sich Martin Zondler (VW Golf TDI) in Oschersleben ebenfalls absetzen: Er profitierte von einem Ausfall seines ersten Verfolgers Daniel Keilwitz (Villingen), der nach einem Sieg im ersten Rennen im zweiten Lauf nur zwei magere Punkte erntete. So genügten dem VW-Piloten der RSG Wolfsburg ein dritter Platz und ein Sieg, um in der Tabelle etwas Luft zwischen sich und Keilwitz zu legen.

New Renault Clio Cup und Ford Fiesta ST Cup in „umgekehrter Reihenfolge“
Wie die ADAC Procar gemeinsam mit der Mini Challenge in zwei Startgruppen auf die Piste geht, so teilen sich die beiden Markenpokale der Beru Top 10 die Strecke bei ihrem Vier-Runden-Lauf. Das prall gefüllte Feld des Ford Fiesta Cups wird dabei als erstes gestartet, in der zweiten Gruppe trifft sich der New Renault Clio Cup zu Windschattenspielen und Türklinkenduellen auf der Nordschleife. Auf fast drei Dutzend Ford Fiesta ST dürfen sich die Fans rund um den Kurs freuen; viele Piloten kennen die Strecke zudem aus den Vorjahren. Ein spannender Rennverlauf ist damit programmiert. Den besten Ausblick auf die Renn-Clios gibt es von der Haupttribüne aus: Die – von den Rundenzeiten her eigentlich schnelleren – Renault-Renner legen im Rennen einen Pflicht-Boxenstopp mit Fahrerwechsel ein. Da der Stopp zwischen der ersten und dritten Runde zulässig ist, dürfte es auch in der erst in diesem Jahr debütierten Serie spannend werden.
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